«Gümmeler» geniessen freie Fahrt über den Klausenpass

Die fünfte Auflage des Freipasses Klausen lockte Tausende von Velofahrer an. Sie alle nutzten die seltene Gelegenheit, die Passstrasse Richtung Glarnerland ohne Verkehrschaos, Abgasgestank und Lärm zu befahren.

Urs Hanhart
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Das Ziel vor, den blauen Himmel über und das Nebelmeer unter sich: Dieses Bild bot sich den Velofans. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)

Das Ziel vor, den blauen Himmel über und das Nebelmeer unter sich: Dieses Bild bot sich den Velofans. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)

Punkt 9 Uhr war es in Unterschächen soweit: Die Klausen-Passstrasse wurde für sieben Stunden für den motorisierten Verkehr gesperrt. Ausnahmen gab es nur für Postautos sowie Polizei-, Feuerwehr- und Ambulanzfahrzeuge. Auffallend im Vergleich zu früheren Auflagen war eine künstliche Verengung mit Balustraden ausgangs des Dorfes Unterschächen.

«Wir haben erstmals ein Dosiersystem aufgezogen», sagte Koni Scheuber, OK-Präsident des Anlasses auf der Urner Seite, zu dieser Neuerung. «Jeder Velofahrer erhält einen Flyer und wird über das richtige Verhalten informiert. Man hat nicht ganz freie Fahrt und muss mit Gegenverkehr rechnen. Deshalb sollte man aus Sicherheitsgründen auf der rechten Strassenseite fahren.»

Freipass Klausen. Kurz vor der Passhöhe (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
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Freipass Klausen. Kurz vor der Passhöhe (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Simon Bischof, Präsident Verein Freipass (im roten Shirt), mit Mitgliedern einer EWA-Radgruppe. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. An der Dosierstelle gab es wichtige Infos für die Radler. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. Begegnung mit Alpabzug im Nebel (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Begegnung mit Alpabzug in Nebel (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Zu den Teilnehmern gehörte auch der Ex-Radprofi Kurt Betschart (hinten). (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. Eine erste Stärkung nach der anstrengenden Passfahrt (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Auch in Selfie auf der Passhöhe durfte nicht fehlen. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. Begegnung mit Alpabzug im Nebel (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Begegnung mit Alpabzug im Nebel (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Auf den letzten Metern vor der Passhöhe (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Auf den letzten Metern vor der Passhöhe (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).
Freipass Klausen. Eine Gruppe des EWA nahm den Pass als erste in Angriff. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. Eine Gruppe des EWA nahm den Pass als erste in Angriff. (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018)
Freipass Klausen. Auf dem Kulminationspunkt dem Nebel entgegen (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).

Freipass Klausen. Kurz vor der Passhöhe (Bild: Urs Hanhart, Klausenpass, 22. September 2018).

Ehemaliger Rennfahrer zeigt sich begeistert

Obwohl zur Startzeit noch sehr kühle Temperaturen im einstelligen Plusbereich herrschten, waren schon viele Sportler unterwegs. Als Erste nahm eine rund zwei Dutzend Fahrer umfassende Gruppe des EW Altdorf die rund 1000 Höhenmeter beinhaltende Steigung zur Passhöhe in Angriff. Dies, nachdem Scheuber und Simon Bischof, Präsident des Vereins Freipass, mit Trillerpfeifen den offiziellen Startschuss gegeben hatten. Zu den Ersten gehörte auch der ehemalige Radrennfahrer Sandro Da Mocogno, der hobbymässig noch immer rund 6000 Kilometer im Jahr auf dem Velo zurücklegt. «Eigentlich wollte ich heute zusammen mit Vereinskollegen vom VMC Silenen den Klausen befahren. Aber offensichtlich bin ich der Einzige, der so früh aus den Federn gekommen ist. Allen anderen war es zu kalt. Sie wollen deshalb erst später starten», meinte er. «Als Vereinspräsident konnte ich natürlich nicht kneifen.» Zur Idee des Freipasses sagte Da Mocogno: «Gerade an schönen Wochenenden ist es jeweils sehr mühsam an diesem Pass. Wegen des vielen Verkehrs macht es nur bedingt Spass. Ich freue mich riesig darauf, die Natur für einmal ohne Lärm und Abgasgestank zu geniessen. Dieser Freipass ist eine super Sache.»

Toller Ausblick aufs Nebelmeer

All jene, die schon früh lospreschten, kamen in den Genuss eines eindrücklichen Naturschauspiels. Zwischen Urigen und der Balm hielt sich am Vormittag eine dicke Nebelwand. Just in diesem Abschnitt mit nur wenigen Metern Sicht kamen den bergwärts fahrenden Radlern Kühe eines Alpabzugs entgegen. Auf den letzten 200 Höhenmetern herrschte dann strahlender Sonnenschein, und es gab einen tollen Ausblick aufs Nebelmeer, was fast allen, die den Klausen erfolgreich gemeistert hatten, ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Geradezu überwältigt zeigte sich der ehemalige Weltklasse-Nordisch-Kombinierer Fredy Glanzmann: «Hier hochzufahren bei dieser speziellen Herbststimmung war fantastisch, gerade ohne Auto- und Töfflärm. Wir sind extra aus Sarnen angereist, um am Freipass teilzunehmen. Das hat sich vollauf gelohnt.