GURTNELLEN: Das Kraftwerk Gurtnellen soll ausgebaut werden

Das bestehende EWA-Kraftwerk in Gurtnellen bietet zusätzliches Nutzungspotenzial. Aus diesem Grund sollen die Wasserfassung «Grueben», die Druckleitung hinunter nach Gurtnellen und die Kraftwerkzentrale erneuert werden. Mit dem geplanten Ausbauprojekt kann mehr Energie produziert sowie die Energieeffizienz gesteigert werden.

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Die Wasserfassung Grueben beim Kraftwerk Gurtnellen. (Bild: pd)

Die Wasserfassung Grueben beim Kraftwerk Gurtnellen. (Bild: pd)

Das Kraftwerk Gurtnellen nutzt den Gornerbach von «Grueben» bis Gurtnellen Wiler und wurde im Jahr 1900 von den damaligen Elektrochemischen Werken in Betrieb genommen. 1925 hat EWA das Kraftwerk samt Konzession sowie den alten Fabrikgebäuden übernommen und ein Jahr später umfassend erneuert. Mit dem Einbau einer zweiten Maschinengruppe im Jahre 1942 wurde die Leistung auf den heutigen Stand gebracht. Nun möchte EWA das Kraftwerk Gurtnellen ein weiteres Mal erneuern und darüber hinaus zusätzlich ausbauen. In der Folge soll auch das Wehr und Einlaufbauwerk bei «Grueben» an die heutigen Anforderungen angepasst und die Druckleitung über die gesamte Länge ersetzt werden.

Zahlreiche Aufträge fürs Urner Gewerbe

«Durch den Ausbau wird die Jahresproduktion um 6 Gigawattstunden (GWh) auf insgesamt rund 32 GWh gesteigert. Dies entspricht dem Stromverbrauch von rund 7100 Haushalten», erklärt Werner Jauch, Leiter Energie und Mitglied der EWA-Geschäftsleitung. Für die Korporation Uri als Konzessionsgeberin brächte die Erneuerung des Kraftwerks Gurtnellen eine Erhöhung der Wasserzinseinnahmen auf rund 480‘000 Franken pro Jahr. Des Weiteren würden der Kanton Uri und die Standortgemeinde Gurtnellen von zusätzlichen Steuereinnahmen profitieren. Für das ansässige Baugewerbe gäbe es zahlreiche Aufträge, was wiederum den Wirtschaftsraum Uri stärkt. «Für die umfassenden Erneuerungsmassnahmen rechnen wir mit einem Investitionsvolumen in der Höhe von zirka 26,5 Millionen Franken», sagt Werner Jauch.

Der Engere Rat der Korporation Uri stimmt zu

Das Konzessionsgesuch für den Kraftwerkausbau in Gurtnellen wurde bereits im Herbst 2011 bei der Gewässereigentümerin, also der Korporation Uri, eingereicht. Nach intensiven Verhandlungen konnte nun ein erstes Etappenziel realisiert werden. «Es freut mich, dass wir uns vor kurzem mit dem Engeren Rat der Korporation Uri einigen konnten. Wir erachten dies als wichtige Basis für die Konzessionsvergabe», sagt Werner Jauch. Die Einigung umfasst folgende Punkte:

  • Eine 30-Prozent-Beteiligung an der neu zu gründenden Aktiengesellschaft
  • Die Einsitznahme in deren Verwaltungsrat
  • Eine einmalige Heimfallverzichtsentschädigung in der Höhe von 2 Mio. Franken
  • Sowie Energiebezugsrechte im Umfang der Beteiligung.

Sämtliche Kraftwerkanlagen in Gurtnellen, die heute vollständig in EWA-Besitz sind, sollen dereinst in die Kraftwerk Gurtnellen AG überführt und der Besitzanteil von EWA auf 70 Prozent verringert werden.

Derzeit wird mit den Umweltverbänden verhandelt

Bevor der Korporationsrat Uri aber eine Konzession erteilen kann, braucht es noch weitere Schritte. «Derzeit sind wir in anspruchsvollen Verhandlungen mit den Umweltverbänden. Wir möchten vor der Auflage des Projekts eine grundsätzliche Einigung erzielen, um anschliessend das definitive Auflageprojekt zu starten», erklärt Werner Jauch die nächsten Schritte. Wenn alles planmässig voran geht, sollte das Auflageprojekt noch in diesem Jahr vorliegen. Erst wenn die Einsprachefristen vorbei sind, werden dem Korporationsrat das Konzessionsgesuch und der Umweltverträglichkeitsbericht vorgelegt. Sobald alle notwendigen Bewilligungen erteilt sind, rechnet EWA für die Erneuerung des Kraftwerks Gurtnellen mit einer Bauzeit von zwei Jahren.