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GURTNELLEN: Ruedi Kunz stellt in Gurtnellen sein zweites Buch vor

In seinem zweiten Buch beschreibt Ruedi Kunz die eindrückliche Vergangenheit eines Dorfes, das sich in den vergangenen Jahrzehnten total verändert hat.
Paul Gwerder
Sichtlich gerührt übergab Ruedi Kunz seinen Grosskindern Niah, Jara und Lino die ersten Bücher. (Bild: Paul Gwerder (Gurtnellen, 24. März 2018))

Sichtlich gerührt übergab Ruedi Kunz seinen Grosskindern Niah, Jara und Lino die ersten Bücher. (Bild: Paul Gwerder (Gurtnellen, 24. März 2018))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Die Turnhalle des Kreisschulhauses Gurtnellen war am Samstagnachmittag wunderbar mit alten Gegenständen dekoriert. Dort fand die Vernissage des Buches «Äs het sich enorm veränderet» von Ruedi Kunz statt. «Dieses Werk über die kleine Berggemeinde Gurtnellen ist für unser Dorf enorm wichtig, denn hier werden alte Erinnerungen festgehalten», dankte Gemeindepräsident Karl Walker dem Autor bei der offiziellen Begrüssung.

«Ich halte hier das über 300-seitige Buch von Ruedi Kunz in der Hand, das mit über 350 alten und neuen Bildern reichlich illustriert ist», sagte der Historiker Hans Stadler in seiner fast einstündigen Laudatio, «und ich darf feststellen, dass dieses Buch sehr gut herausgekommen ist und dass heute ein grosser Tag für Gurtnellen ist.» Rund drei Jahre hat der Autor in sein Buchprojekt investiert.

Bilder beleben das dicke Buch

Der begeisterte 67-jährige Strahler Ruedi Kunz ist im «Butzen» in Gurtnellen aufgewachsen und arbeitete bis zu seiner Pensionierung über 35 Jahre lang in der EWA-Zentrale in Gurtnellen. «Er ist ein grosses Talent im Erzählen von persönlichen Erinnerungen, die er mit teils träfen Sprüchen würzt», so beschrieb Stadler den Buchautor. Ruedi Kunz hat für sein Buch viel Zeit in Archiven verbracht, hat bei Freunden und Bekannten viele alte Bilder gefunden, die das Buch beleben. «Für mich ist ein gutes Foto ebenso viel wert wie ein langer Text», sagte Stadler. «Was wüssten wir sonst noch über die frühere Lebensweise der Bewohner, über den Wandel des Gastgewerbes, über Naturgewalten, Brauchtum oder über die frühere Land- und Alpwirtschaft? Es wäre jammerschade, sollte die eindrückliche Vergangenheit der Gemeinde Gurtnellen in Vergessenheit geraten. Das wäre vor allem für die kommenden Generationen ein herber Verlust.

«Äs het sich enorm veränderet» ist eine fesselnde Kombination für jedes Publikum. Es ist von der Zeit der Steinbrüche, der Karbid- und Korkfabrik und von vielem mehr die Rede, was Gurtnellen einst stark geprägt hat. Anhand eines Beispiels zeigte Stadler auf, wie sich die Zeiten hier im Dorf verändert haben: «Vor noch nicht allzu langer Zeit hat es in Gurtnellen noch rund 100 Bauernbetriebe gegeben, heute sind es noch knapp 23. Zudem sind heute die meisten der Bewirtschafter auf einen Nebenerwerb angewiesen.» Im Buch zitiert Kunz eine Aussage von Martha Baumann von der Graggerhofstatt: «Das Arbeiten ist für mich nicht das Schlimmste gewesen, sondern die engen Platzverhältnisse im alten Haus.» Zum Schluss gab der Laudator den guten Tipp: «Loss immer guät zuä, wänn d’ Ürner am reedä sind.»

Eine grosse Portion Mut gebraucht

«Ich hatte selber das grosse Glück, als Lehrer und später auch noch als Gemeindepräsident in Gurtnellen tätig zu sein, das hat mein Leben sehr stark geprägt», betonte Landammann Beat Jörg. Das neuste Buch von Ruedi Kunz sei ein grossartiges Werk, welches das harte Leben der Menschen in den Bergen über die vielen Jahre hinweg aufzeige. Jörg dankte dem Autor, denn es brauche effektiv eine grosse Portion Mut und Stehvermögen, um ein dermassen spannendes und umfassendes Buch zu schreiben.

«Ich würde fast lieber wieder an einem Buch schreiben als hier eine Rede zu halten», sagte Ruedi Kunz, «denn beim Schreiben kann ich etwas Falsches wieder korrigieren, beim Reden ist ‹dussä halt dussä›». Er fühle sich heute eher als kleine Kirchenmaus, die zwar wisse, wie guter Käse schmecke, aber doch besser mit Brosamen zu überleben versuche. Einen speziellen Dank richtete Kunz an Laudator Hans Stadler, der schon bei seinem ersten Buch «Die Ziegen rund um den Geissberg» die Laudatio gehalten hatte. Stadler sei nicht ganz unschuldig, dass er dieses Buch geschrieben habe, denn 2010 habe er gesagt: «Es wäre enorm wichtig, dass noch mehr solche Geschichten aus der Vergangenheit und über die Entwicklung des Kantons niedergeschrieben würden.»

Kunz betonte, dass er damals zu grossen Respekt vor diesem Thema gehabt habe. «Aber irgendwann befasste ich mich wieder mit dem Gedanken, doch etwas über die Veränderungen unserer Gemeinde zu schreiben. «Aber es war ein langer Weg mit einigen Auf und Ab. Ich hatte sogar dann und wann den Wunsch, aufzugeben», erinnerte sich Kunz. «Heute stehe ich nun mit einem weinenden und lachenden Auge am Ziel. Mit einem weinenden Auge meine er die Tatsache, dass es sehr viel Interessantes und Wertvolles heute nicht mehr gebe. «Ein lachendes Auge habe ich, weil ich vieles von diesem Wandel selber miterleben durfte.»

Alte Sachen retten und niederschreiben

Einen speziellen Dank sprach Kunz dem Team Media und den Sponsoren aus, ohne die es seiner Meinung nach unmöglich gewesen wäre, ein Buch in dieser Grössenordnung zu drucken.

Ist Ruedi Kunz nun definitiv zufrieden? «Ich kann auf diese Frage jetzt und heute noch keine Antwort geben, aber für mich war es wichtig, dass ich die alten Sachen irgendwie retten und niederschreiben konnte», sagte Kunz abschliessend.

Hinweis
Das Buch ist in der Buchhandlung Bido in Altdorf oder unter w<i style="font-size: 1em;">ww.teammedia.ch</i>erhältlich.

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