GURTNELLEN: Urner Parlament sagt Ja zu definitivem Betrieb von Bergheimatschule

Die Bergheimatschule Gurtnellen kann ihren 2016 begonnenen Probebetrieb unbefristet weiterführen. Der Landrat hat die Grundlagen für das Internat zur Ausbildung von Bäuerinnen und bäuerlichen Haushaltsleitern geschaffen und Mittel im Budget eingestellt.

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Kann den 2016 begonnenen Probebetrieb unbefristet weiterführen: Die Bergheimatschule in Gurtnellen. (Bild: Anian Heierli)

Kann den 2016 begonnenen Probebetrieb unbefristet weiterführen: Die Bergheimatschule in Gurtnellen. (Bild: Anian Heierli)

Das Parlament stimmte der Änderung der Verordnung über die Berufs- und Weiterbildung einstimmig zu. Zudem stockte es mit 45 gegen 12 Stimmen bei vier Enthaltungen das Globalbudget für 2018 für mehr Personal um 176'000 Franken auf. Lehrer und Schüler der Bergheimatschule erhalten damit Planungssicherheit.

Bei entsprechender Nachfrage kann der Kanton Uri künftig die Ausbildungen für Bäuerinnen und bäuerliche Haushaltleiter ab 2018 unbefristet an der Bergheimatschule anbieten. 2016 war an der Schule in Gurtnellen nach 20 Jahren Pause wieder ein Probebetrieb gestartet worden. Die Schule, die Teil des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri ist, wird von jungen Schülerinnen aus der ganzen Zentralschweiz besucht.

Die Schule sei eine grosse Bereicherung im Bildungsangebot für angehende Bäuerinnen, sagte Hansueli Gisler (SVP). Seine Fraktion lehnte aber aus finanzpolitischen Gründen zusätzliche Stellen für eine Internatsleitung vor Ort und eine Köchin für einen Tag pro Woche ab. Gisler regte an, dass die Schülerinnen immer selber kochen sollen.

Defizit grösser als erwartet

Cornelia Gamma (FDP) sagte, das Budget müsse kritisch beobachtet werden, um künftig noch höhere Ausgaben zu vermeiden. Sie stimmte der Budgeterhöhung aber zu. Nina Marty (SP/Grüne) sagte, die Hauptdifferenzen bei Aufwand und Ertrag seien nachvollziehbar. Claudia Gisler (CVP) erklärte, der Entscheid zur Wiedereröffnung habe ein positives Echo über die Kantonsgrenzen hinaus ausgelöst.

Die Kosten für den Betrieb der Schule waren 2016 höher als geplant. Statt eines Defizits von knapp 33'000 Franken betrug das Minus fast 110'000 Franken. So waren Anfangsinvestitionen höher als geplant. Zudem kamen weniger auswärtige Schüler als angenommen. Der Kanton erwartet im laufenden und im nächsten Jahr Defizite von jeweils gegen 50'000 Franken.

Der Lehrgang bereitet 10 bis 18 Schülerinnen und Schüler pro Kurs auf die eidgenössische Berufsprüfung zur Bäuerin oder zum bäuerlichen Haushaltleiter vor. Neben den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten sind Hühner- und Wachtelhaltung sowie ein Hausgarten mit eigener Anzucht im Treibhaus Teil der Ausbildung. Die Kurse finden im Internatsbetrieb zwischen Januar und Juni statt und dauern jeweils 18 Wochen.

Auch im zweiten Jahr ausgebucht

Der erste Kurs startete im Januar 2016 mit 16 Schülerinnen, vor allem aus Uri. Der zweite Kurs seit Anfang 2017 ist ebenfalls ausgebucht, und es besteht eine Liste mit weiteren Interessentinnen.

Die Bergheimatschule war 1996 geschlossen worden, weil es immer weniger angehende Bäuerinnen gab, die diese besuchen wollten. Zudem hatten sich die Ingenbohler Schwestern aus dem Lehrbetrieb zurückgezogen. Ein Vorstoss aus dem Parlament verlangte die Wiedereröffnung. 2015 hiess der Landrat zwei Kredite für einen erneuten Betrieb für mindestens zwei Jahre gut. (sda)