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Gut auf Kurs mit der Wasserkraft

Das Ziel, die Stärkung der Wasserkraft um zehn Prozent zu erhöhen, ist fast erreicht. Beim EWA-Energieapéro sprach Baudirektor Roger Nager sogar von einer Erfolgsgeschichte.
Paul Gwerder
Das Wasser des Alpbachs im Erstfeldertal soll für die Stromproduktion genutzt werden. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 26. März 2018))

Das Wasser des Alpbachs im Erstfeldertal soll für die Stromproduktion genutzt werden. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 26. März 2018))

Am EWA-Energieapéro stellten Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung EWA, und Regierungsrat Roger Nager das Ergebnis «10 Jahre Energiestrategie Uri» vor. Viele Gäste und Behördenmitglieder waren am Mittwochabend in den «Uristiersaal» gekommen, um zu hören, was in den vergangenen zehn Jahren passiert ist.

«Zehn Jahre sind eine gute Zeit für die heutige Standortbestimmung und das Ergebnis zeigt, dass wir ein sehr fortschrittlicher Kanton sind», erklärte Werner Jauch einleitend. Am 21. Mai 2017 hat das Schweizer Stimmvolk das revidierte Energiegesetz angenommen. Dieses soll dazu dienen, den Energieverbrauch zu senken, sowie die Energieeffizienz zu erhöhen und die erneuerbaren Energien zu fördern.

Uri produziert fünf Mal mehr als hier verbraucht wird

Landammann Roger Nager erklärte den fachkundigen Gästen, was im Kanton Uri bisher geschehen ist, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erfüllen: «Mit dem Bau des KW Bristen, KW Realp II, KW Gurtnellen, dem privaten KW Fellitobel, KW Urnerloch, KW Schächen, sowie den geplanten Kraftwerken Palanggen, Erstfeldertal und Meiental haben wir das Ziel, die Stärkung der Wasserkraft um zehn Prozent auf 150 GWh zu erhöhen, praktisch erfüllt.» Damit produzieren die Urner Wasserkraftwerke fünf Mal mehr Strom als in Uri verbraucht wird und Uri liefert rund ein Drittel des SBB-Stroms. «Neben der Stromproduktion ist es für uns aber auch wichtig, dass wir den Verbrauch obä abä holet», betonte der Baudirektor. Besonders gefreut hat ihn, dass in all den Jahren mit den Umweltverbänden konstruktive Gespräche geführt werden konnten. Für Nager ist Uri und sein Wasser eine Erfolgsgeschichte: «Mit dem Bau der Kraftwerke durch Unternehmen oder private Investoren profitiert unsere Volkswirtschaft».

Baudirektor Roger Nager: «Uri und sein Wasser ist eine Erfolgsgeschichte». (Bild: Paul Gwerder, 24. Oktober 2018)

Baudirektor Roger Nager: «Uri und sein Wasser ist eine Erfolgsgeschichte». (Bild: Paul Gwerder, 24. Oktober 2018)

Die Europäische Energiewirtschaft ist heute in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess. Die Umstellung der Wirtschaftsweise der Energiewirtschaft (Dekarbonisierung) steigert die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und dazu kommt, dass der Marktpreis für den Strom heute zu tief ist. Dafür bietet die Digitalisierung für Energieversorgungsunternehmen (EVU) neue Möglichkeiten, aber auch Risiken. Der Baudirektor gab sich überzeugt: «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht».

Vor Konflikten und grossen Herausforderungen

Für Werner Jauch bringen die energiepolitischen Ziele auch Konflikte mit sich. «Es gilt für uns eine gute Balance zwischen den drei anspruchsvollen Zielen: Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerb zu finden.» Für die Kraftwerkbetreiber ist die Zukunft eine grosse Herausforderung, denn mit der Wasserkraft stehen sie in Konkurrenz mit anderen Technologien. Ein weiteres Problem, mit dem die Kraftwerkbetreiber heute kämpfen müssen, sind die sinkenden Margen und der steigende Konkurrenzdruck.

«Im Schweizer Energiemarkt beträgt der Stromanteil ein Viertel des Energieverbrauchs. Mit 58 Prozent ist die Wasserkraft das Rückgrat der Schweizer Stromversorgung und damit die wichtigste erneuerbare Energiequelle», sagte der Fachmann. Und ein nicht zu unterschätzender Vorteil bringt die Wasserkraft, denn sie ist die einzige erneuerbare Energie, die mit dem Wasserzins ein Nutzungsgeld bringt. Für den Kanton Uri sind das rund 25 Millionen Franken. «Sowohl für den Kanton Uri als auch für das EWA ist die Wasserkraft von grosser Bedeutung, denn neben den Wasserzins- und den Steuereinnahmen schafft sie Arbeitsplätze», stellte Jauch fest.

Anhand einer Folie wurde den Gästen aufgezeigt, dass die zehn neuen Kraftwerke, welche schon in Betrieb oder noch im Bau sind, sowie das KW Palanggenbach und KW Erstfeldertal, bei denen das EWA überall beteiligt ist, rund 132 Millionen Franken kosten, dafür aber dann Strom für insgesamt 25'500 Haushalte erhalten.

Werner Jauch, Vorsitzender Geschäftsleitung EWA: «Die Wasserkraft ist von grosser Bedeutung. Neben den Wasserzins- und den Steuereinnahmen schafft sie Arbeitsplätze.» (Bild: Paul Gwerder, 24. Oktober 2018)

Werner Jauch, Vorsitzender Geschäftsleitung EWA: «Die Wasserkraft ist von grosser Bedeutung. Neben den Wasserzins- und den Steuereinnahmen schafft sie Arbeitsplätze.» (Bild: Paul Gwerder, 24. Oktober 2018)

Elektroautos werden zu neuer Herausforderung

«Eine weitere Herausforderung für unser Unternehmen ist die Elektromobilität», sagte Jauch. «Ich bin überzeugt, dass in zehn Jahren viele Menschen hier Elektroautos fahren werden, welche im Endeffekt wirtschaftlich günstiger sind.» Mit dem Bau neuer Ladestationen bei der Gotthard-Raststätte und im Parkhaus Andermatt hat das Unternehmen auf die Nachfrage reagiert und liefert einheimischen Treibstoff.

Aus der Runde tauchte die Frage auf, ob der Kanton Uri genügend Strom für die Elektrofahrzeuge habe? «Wenn alle Urner E-Autos fahren würden, würde der Stromverbrauch hier um ungefähr 20 Prozent zunehmen», sagte Jauch. «Aber mit den neuen sparsameren Elektrogeräten oder dem Ersatz von Elektroheizungen, um nur zwei Beispiele zu nennen, sollte dieser Mehrverbrauch wieder kompensiert werden können.»

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