Härtefälle

Urner Unternehmen sollen von 5,8 Millionen profitieren

Die Urner Regierung wendet erstmals die Notrechtsklausel an. Ab dem 4. Januar können Unternehmen Hilfegesuche für Härtefälle einreichen.

Florian Arnold
Drucken
Teilen

Die Urner Regierung hat die Rechtsgrundlagen geschaffen, damit Unternehmen von der Covid-19-Härtefallverordnung profitieren können. Damit macht der Regierungsrat von der Notrechtsklausel Gebrauch, der die Urner kürzlich zugestimmt haben. Der sofort in Kraft gesetzte Erlass ist bis am 30. Juni 2021 befristet. Ein Bericht und Antrag zum Entscheid wird dem Landrat vorgelegt.

Aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds sollen 1,9 Millionen Franken zur Auslösung von weiteren Bundesmitteln zur Verfügung gestellt werden. Alimentiert wird der Fonds zusätzlich mit einer Einlage von 700'000 Franken, die der Landrat mit dem Budget 2021 bewilligt hat. Die 1,9 Millionen Franken des Kantons lösen Bundesbeiträge in der Höhe von 3,93 Millionen aus. Somit stehen insgesamt 5,83 Millionen Franken zur Stützung der Urner Wirtschaft zur Verfügung. Die Leistungen werden primär in Form von A-fonds-perdu-Beiträgen vergeben. Der Höchstbetrag pro Unternehmen beläuft sich auf 10 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes von 2018 und 2019 und auf höchstens 500'000 Franken. In begründeten Fällen können auch rückzahlbare Darlehen oder Bürgschaften gewährt werden.

Gastro-, Reise- und Eventbranche im Fokus

«Der Regierungsrat will die zur Verfügung stehenden Mittel möglichst effizient einsetzen», heisst es in einer Mitteilung. Deshalb unterstützt er in erster Linie in der Existenz bedrohte Unternehmen der Eventbranche, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und Hotelbetriebe sowie touristische Betriebe. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die im Jahr 2020 einen coronabedingten Umsatzrückgang von über 40 Prozent verzeichnen und in den Jahren 2018 und 2019 einen durchschnittlichen Umsatz von mindestens 50'000 Franken erzielten. Eine Unterstützung setzt voraus, dass ein Unternehmen vor Ausbruch von Covid-19 profitabel oder überlebensfähig war und eine günstige Prognose für die künftige Überlebensfähigkeit besteht.

Informationen und Formulare unter www.ur.ch/coronavirus, Rubrik «Wirtschaft, Arbeitgeber, KMU».