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HALDI: Alpkonzept sorgt für Diskussionen

Für Gampelen und Oberfeld soll ein neues Alpkonzept geschaffen werden. Ein zweijähriger Versuch ist auf positives Echo gestossen. Doch es gibt auch Kritik.
Markus Zwyssig
Die Alp Gampelen auf dem Haldi soll im Sommer wirtschaftlich besser bewirtschaftet werden.Bild: Büro Alpe

Die Alp Gampelen auf dem Haldi soll im Sommer wirtschaftlich besser bewirtschaftet werden.Bild: Büro Alpe

Oberfeld und Gampelen auf dem Haldi konnten bisher von Schattdorfer und Bürgler Korporationsbürgern für die Weide von Kühen und Rindern genutzt werden. Es galten spezielle alte Rechte. Die Gebiete waren für Korporationsbürger als so genannte freie Allmend und Sonderallmend als Heimkuhweide nutzbar.

Das soll sich nun ändern. Ein neues Alpkonzept soll eine wirtschaftliche Nutzung ermöglichen, die den heutigen Verhältnissen entspricht. Das bringt es jedoch mit sich, dass künftig weniger Bauern und Älpler ihre Tiere auf den beiden Gebieten weiden lassen können. Auf Gampelen soll ein Alprecht für ein bis zwei Älpler gelten. Den Schattdorfer und Bürgler Teil des Gebiets Oberfeld sollen vier Pächter bewirtschaften können.

Gemeinden und Korporation stehen hinter dem Konzept

Rund 60 Personen nahmen am Mittwochabend in Schattdorf an einer Infoveranstaltung teil. Unter ihnen befanden sich viele Alphüttenbesitzer, Nutzer der heutigen Allmendgebiete und Älpler. Othmar Schuler, Präsident der Korporationsbürgergemeinde Schattdorf, und Manuela Herger, Präsidentin der Korporationsbürgergemeinde Bürglen, betonten, dass die beiden betroffenen Gemeinden hinter dem neuen Alpkonzept stehen.

Auch der Engere Rat der Korporation Uri ist mit dem vorgeschlagenen Konzept einverstanden. «Dadurch können die Alpen in Zukunft wirtschaftlich besser genutzt werden», so Peter Ziegler, Vizepräsident der Korporation Uri und Weidchef. Das vorgeschlagene Konzept ermögliche eine nachhaltige Lösung für eine konfliktfreie Bewirtschaftung. Rolf Infanger, Präsident der Korporation Uri, war als Zuhörer an der Versammlung dabei und diskutierte mit Befürwortern und Gegnern.

Ein Stallbau war der Auslöser für die Neuerung

Auslöser für das nun zur Diskussion stehende Alpkonzept war das Gesuch eines Älplers für ­einen Stallbau. Das Projekt wurde nicht bewilligt, da die gesetzlichen Auflagen nicht erfüllt ­waren. Für Oberfeld wurde ein Raumprogramm gefordert. Die Korporation Uri als Eigentümerin des Landes nahm Kontakt auf mit dem Büro Alpe, das sich auf die Beratung für die Alpwirtschaft spezialisiert hat. Cornel Werder vom Büro Alpe zeigte an der Versammlung auf, wie man sich eine zukunftsgerechte Bewirtschaftung auf Oberfeld und Gampelen vorstellt. An der Korporationsbürgergemeinde Schattdorf im vergangenen Frühjahr fiel mit wenigen Gegenstimmen der Entscheid, eine neue Alpordnung für den Sommer 2015 zu schaffen. Die Rinder konnten als Vorweide auf Gampelen getrieben werden. Es gab positive Meldungen, aber auch kritische Stimmen zum Testsommer 2015. Büro Alpe führte Gespräche mit Älplern und Direktbetroffenen. Das zweite Testjahr fand ohne Rindervortrieb statt. Auch 2016 wurde die Neuerung mehrheitlich positiv beurteilt. Othmar Schuler verheimlichte nicht, dass es auch kritische Stimmen gab. «Wir wollen aber trotzdem eine mehrheits­fähige Lösung finden.»

Geteilt waren die Meinungen auch an der Infoveranstaltung. Brosi Kempf möchte zum alten System zurück. Er bewirtschaftet die Alp Gampelen mit seinen Tieren. Er habe die Hälfte des ­Gebiets erhalten, verspüre aber keine Lust zum Teilen. Ebenfalls nicht einverstanden mit dem neuen Konzept ist Alois Zgraggen. Er störte sich daran, dass man nur von einem befristeten Versuch gesprochen habe, nun aber das Alpkonzept ohne weitere Diskussionen definitiv einführen wolle. «Auf Haldi rumort es», sagte Bini Zgraggen. Die Rinder wolle er auch in Zukunft auf Gampelen bringen.

Hans Arnold (Lehmatter Hans) konnte in den vergangenen Wochen feststellen, dass sich das Gras zum Ende der Alpsaison weit besser erholt habe, als in früheren Jahren. «Die Betroffenen müssen miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.» Für Alois Gisler (Lehn-Wisi) war es unverständlich, dass sich die Älpler nicht einigen können. «Zum alten System zurückzugehen, wäre ein Rückschritt.»

Entschieden wurde an der Infoveranstaltung aber noch nicht. Befinden über das Alpkonzept Gampelen-Oberfeld werden am 24. November die Stimm­berechtigten an der Versammlung der Korporationsbürger- gemeinde Schattdorf. Der Korporationsbürgerrat Bürglen wird der Neuerung ebenfalls zustimmen. Abschliessend werden die Bürger an der Korporationsgemeinde Uri auf dem Lehn über das Konzept entscheiden.

Hinweis

Die Korporationsbürgergemeinde Schattdorfer findet am Donnerstag, 24. November, um 20 Uhr in der Stiftung Behindertenbetriebe Uri statt.

Markus Zwyssig

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