Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HALDI: Der letzte Pöstler geht nach 44 Jahren in Pension

44 Jahre lang war er der Pöstler auf dem Haldi. Jetzt geht Mike Gisler mit 60 Jahren in Pension. Das hat Auswirkungen auf die Postzustellung für die Bewohner auf dem Haldi.
Markus Zwyssig
Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Der 60-jährige Mike Gisler verteilt auf dem Haldi oberhalb von Schattdorf mit dem gelben Fiat Panda von Haus zu Haus die Post. (Bild: Urs Hanhart (12. Februar 2015))

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Der 60-jährige Mike Gisler verteilt auf dem Haldi oberhalb von Schattdorf mit dem gelben Fiat Panda von Haus zu Haus die Post. (Bild: Urs Hanhart (12. Februar 2015))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Für die Familie Gisler an der Haldistrasse 2 geht diese Woche eine Ära zu Ende. 44 Jahre lang brachte Mike Gisler den Bewohnern auf dem Haldi die Post. Zuverlässig war er mit seinem gelben Fiat Panda unterwegs – und das bei Wind und Wetter. Auch bei heftigem Schneetreiben kam er dank Schneeketten und Vierradantrieb überall durch. In seiner rund vierstündigen Schicht belieferte er 100 Haushalte und brachte insgesamt 330 Personen die Post.

Zuvor war schon sein Vater Posthalter. Als dieser im Alter von erst 56 Jahren plötzlich starb, übernahm Gisler den Job. «Ich wurde ins kalte Wasser geworfen», blickt er zurück. Doch offensichtlich konnte er sich rasch mit der Aufgabe anfreunden. Und hatte einen langen Schnauf. «Die Arbeit habe ich gerne gemacht», sagt Gisler. «Ich war mein eigener Chef.»

Zustellung der Post wird von Schattdorf aus organisiert

Nun geht Gisler bei der Post in Pension. Am Samstag ist sein letzter Arbeitstag. Am Montag ist Feiertag. Ab Dienstag wird die Post von der Zustellung Schattdorf übernommen und neu organisiert. Gisler arbeitete bei der Post in einem 60-Prozent-Pensum. Mit dem Wechsel wird es in Zukunft eine 100-Prozent-Tour, das Einzugsgebiet entsprechend grösser. «Der betreffende Pöstler macht den oberen Teil des ­Acherlis in Schattdorf und fährt dann mit dem Auto aufs Haldi», erklärt Manfred Felber, Leiter der Briefzustellregion Altdorf.

Bisher wurde die Post für die Bewohner auf dem Haldi frühmorgens mit der Luftseilbahn transportiert. Gisler nahm die Kisten mit Zeitungen und Briefen in Empfang und sortierte darauf alles in einem Baucontainer unmittelbar neben der Bergstation der Haldi-Seilbahn. «Das hat Sinn gemacht, weil Mike Gisler auf dem Haldi wohnte», sagt Felber. «Er hat alles selber organisiert und kam einzig für Team­sitzungen bei uns vorbei.» Jetzt sei es aber besser, das Verteilen der Post von Schattdorf aus zu ­regeln und auch alles bereits im Voraus entsprechend zu ordnen.

Post landet etwas später im Briefkasten

Die Umstellung bringt aber einen Nachteil für die Bewohner auf dem Haldi mit sich: Sie erhalten ihre Post nun etwas später. Ansonsten soll auf dem Haldi vieles beim Alten bleiben. So gibt es weiterhin einen gelben Briefkasten bei der Bergstation. Auch der Hausservice wird im gewohnten Rahmen weitergeführt.

Gisler wird zwar bei der Post pensioniert. Zur Ruhe setzt er sich deswegen aber noch nicht. Während der Sommermonate arbeitet er in einem 50-Prozent-Pensum als Dachdecker. Im Winter ist er als Patrouilleur unterwegs. Zudem ist er weiterhin als Abwart bei der Mehrzweckanlage Haldi tätig.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.