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HALDI: Ein Landrat blockiert die Skipiste

Weil sich Hans Gisler wegen einer illegalen Baute falsch behandelt fühlt, duldet er keine Pistenfahrzeuge mehr auf seinem Boden. Er fordert, dass man ihm entgegenkommt und mit anderen Bausündern gleich umgeht.
Florian Arnold
Auf dem Haldi verzögert sich der Saisonstart. B (Bild: ild: Urs Hanhart (Haldi, Archiv UZ))

Auf dem Haldi verzögert sich der Saisonstart. B (Bild: ild: Urs Hanhart (Haldi, Archiv UZ))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die Schneeverhältnisse am vergangenen Wochenende auf dem Haldi waren einladend. Doch der Skiliftbetrieb konnte nicht wie ­geplant am 10. Dezember aufgenommen werden. «Die Abfahrtsroute zur Bergstation der Luftseilbahn kann nicht durchgehend präpariert werden», heisst es auf der Websitewww.haldi-uri.ch. Als Grund geben die Betreiber Folgendes an: «Konflikt zwischen Baubehörde und Landeigentümer.» Wie unsere Zeitung weiss, handelt es sich bei diesem Landeigentümer um SVP-Landrat Hans Gisler.

Dieser hatte ohne Baubewilligung ausserhalb der Bauzone in seinem eigenen Waldstück einen Unterstand (Stahlbau mit Betonpfeilern) erstellt. Diese Bausünde wurde von der Justizdirektion nicht goutiert: Sie leitete ein nachträgliches Baubewilligungsverfahren ein, das mittlerweile abgeschlossen ist. Aufgrund dessen musste Gisler Änderungen vornehmen.

Gisler will, dass auch andere kontrolliert werden

«Dass nicht alles den Vorschriften entsprochen hat, weiss ich», sagt Gisler. «Ich habe den Unterstand mittlerweile zurückgebaut», so der Schattdorfer. «Jetzt will ich Taten sehen», und damit meint er nicht nur die Bauab­nahme, die noch aussteht. Gisler hat bei den Baubehörden rund 40 Fotos von ähnlichen Bauwerken deponiert. Er verlangt nun, dass auch diese von den Behörden geprüft werden. «Ich will, dass man diese Fälle gleich behandelt», so Gisler. Zudem ist Gisler unzufrieden, dass ihm bis heute nicht mitgeteilt wurde, wer die Anzeige gegen ihn eingereicht hatte (siehe Box).

Zwei Zufahrten führen heute über das Land von Gisler, ausserdem die Abfahrtpiste, der Schlit­telplausch und der Schneeschuhwanderweg. Im Sommer findet zudem seit Jahrzehnten der Haldischwinget auf dem Grundstück statt. «Es kann nicht sein, dass ich mein Land immer wieder zur Verfügung stelle, man mir aber ständig auf die Pelle rückt», so Gisler. «Es läuft einfach darauf hinaus, dass man mir etwas ­Böses will. Und das ertrage ich nicht.» Dass er mit seinem Verhalten den Skiliftbetrieb verhindere, lässt er im Übrigen nicht gelten: Der Lift sei schon oft gelaufen, als die Abfahrt schneefrei war. «Ist in solchen Fällen auch Gisler schuld?»

Den Spielraum so weit wie möglich ausgenutzt

Gemeindepräsident Rolf Zgraggen sagt, man sei an einer gütlichen Lösung interessiert. «Herr Gisler macht sehr viel fürs Haldi. Aus diesem Grund haben wir den Spielraum so weit wie möglich ausgenutzt», versichert er. Die Deeskalation sei dabei im Vordergrund gestanden, und dementsprechend habe man seitens der Gemeinde freiwillig viel Zeit investiert.

Werner Aschwanden, Baukommissionspräsident, bestätigt, dass Gisler rund 20 Dossiers mit ähnlichen Bauten zur Prüfung eingereicht habe. Die Arbeitslast sei zurzeit sehr gross, so Aschwanden. «Aber wir werden den Fällen selbstverständlich nachgehen – voraussichtlich Anfang Jahr.» Bis dann soll auch der korrigierte Unterstand von Gisler abgenommen werden.

Die Skiliftgenossenschaft Kellerberg hat unterdessen eine eigene Lösung gefunden. «Die Abfahrtsroute Talstation Skilift zur Bergstation Luftseilbahn Schattdorf–Haldi wird nicht durchgehend präpariert, darf aber auf eigene Verantwortung befahren werden», heisst es in einer Mitteilung. Damit könne der Skiliftbetrieb bei genügend Schnee gestartet werden.

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