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Haldi: Urner Obergericht setzt Streit um Wasser ein Ende

Die Wassergenossenschaft ist gegen den Bau von zwei Einfamilienhäusern. Trotzdem soll nun gebaut werden.
Florian Arnold
Auf dem Haldi hat es genügend Wasser für weitere Einfamilienhäuser, glaubt das Obergericht. Bild: Florian Arnold

Auf dem Haldi hat es genügend Wasser für weitere Einfamilienhäuser, glaubt das Obergericht. Bild: Florian Arnold

Wer ein Haus bauen will, muss auch Zugang zu Wasser haben. Auf dem Haldi oberhalb von Schattdorf kümmert sich die Wassergenossenschaft um die Versorgung. Sie ist es deshalb auch, die bei Baugesuchen Stellung bezieht. Im Fall einer Frau, die zwei Einfamilienhäuser im Ortsteil Haldi zu bauen plant, waren sich die Baukommission und die Wassergenossenschaft nicht einig.

Im April 2017 erteilte die Baukommission die Baubewilligung, obwohl die Wassergenossenschaft Einsprache erhoben hatte. Diese begründete, man verfüge nicht über genügend Reserven, um die beiden Häuser versorgen zu können. Gegen die Baubewilligung wurde deshalb beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht, ohne Erfolg.

Aussergerichtliche Lösung abgelehnt

Die Wassergenossenschaft zog das Verfahren weiter und legte Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein. Nun hat das Urner Obergericht darüber befunden. Es lehnt die Beschwerde ab, weil davon auszugehen sei, dass genügend Wasser für die beiden Einfamilienhäuser zur Verfügung stehe. Die vorhandenen Zahlen wurden dafür nochmals genau unter die Lupe genommen. In der Zwischenzeit hatte zudem die Gemeinde Schattdorf vorgeschlagen, sich aussergerichtlich an einem runden Tisch zu einigen. Das wollte allerdings die Liegenschaftsbesitzerin nicht. Die Wassergenossenschaft liess sich erst gar nicht dazu vernehmen.

Das Haldi wird vorwiegend durch die beiden Quellen Fätsch und drei Quellen im Pfaffenwald versorgt. Dieses Wasser wird ins Reservoir Oberfeld geleitet. Bei Wasserknappheit steht zusätzlich die Quelle Wesch zur Verfügung, deren Wasser dann ins Reservoir Angelingen gepumpt wird. Im Spätsommer 2018 untersuchte ein Altdorfer Unternehmen die hydrologischen Gegebenheiten.

Für das gesamte Versorgungsgebiet wird mit einem Tagesbedarf von 143 Kubikmetern Wasser gerechnet, respektive mit 100 Litern pro Minute. Diese Menge könne in den mageren Monaten gerade knapp erreicht werden. Für zusätzliche Wasserbezüger könne die Versorgung nicht sichergestellt werden, wird im Urteil zitiert.

Kein «signifikanter Einfluss» aufs Ganze

Wie bereits der Regierungsrat als Vorinstanz errechnet hatte, würden die beiden Einfamilienhäuser maximal knapp 1 Kubikmeter Wasser benötigen. Der dadurch erhöhte Gesamtbedarf lasse sich im Minimalfall mit rund 100 Litern pro Minute noch immer decken.

Die Reservoirs würden zudem eine gewisse Schwankung erlauben. «Der zu erwartende Verbrauch der beiden Einfamilienhäuser ist insgesamt zu klein, um einen signifikanten Einfluss auf die Wasserversorgung zu zeitigen», so das Obergericht in seinem Urteil. Das Gericht hält es aber für richtig, das Wasserversorgungssystem zu überprüfen und Verbesserungen einzuleiten.

Die Wassergenossenschaft muss nun die Spruchgebühr von 2500 Franken übernehmen. Zudem muss sie der Liegenschaftsbesitzerin eine Parteientschädigung von 2500 Franken zahlen.

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