HALDI: Seilbahn-Sanierung kostet 1,6 Millionen

Bevor die neue Konzession vom Bundesamt für Verkehr erteilt wird, muss die Luftseilbahn Schattdorf–Haldi saniert werden. Evelyne Russi und Bruno Frei sind neu im Verwaltungsrat.

Paul Gwerder
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Eine Gondel der Luftseilbahn Schattdorf-Haldi befördert Gäste. (Bild: Paul Gwerder)

Eine Gondel der Luftseilbahn Schattdorf-Haldi befördert Gäste. (Bild: Paul Gwerder)

Paul Gwerder

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Andreas Baumann, Kassier der Luftseilbahn Haldi, redete am vergangenen Dienstagabend Klartext: «Wir befinden uns aktuell in einer angespannten finanziellen Lage.» Die Jahresrechnung 2016 schloss mit einem Verlust von 72000 Franken ab.

Zum schlechten Ergebnis trugen der geringere Verkehrs­ertrag von 46000 Franken und ein Schaden an der Heizung in der Talstation in Höhe von 40000 Franken bei. Das Wetter machte den Luftseilbahnbetreibern einen Strich durch die Rechnung: «Wegen des schlechten Wetters und der prekären Schneesituation hatten wir 11 Prozent weniger Einnahmen», so der Kassier.

«Für die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon vier in einem Teilzeitpensum, gab es auch im letzten Jahr viel zu tun», sagte Verwaltungsrätin Brigitte Studhalter. Speziell intensiv war die Revision, galt es doch, in dieser Zeit ganz besonders den geforderten Vorschriften von Bund und Kanton zu den Themen Technik und Sicherheit Rechnung zu tragen.

Die Betriebsbewilligung und Konzession der Luftseilbahn laufen am 31. Dezember 2018 ab. «Basierend auf der Zustandsaufnahme der heutigen Seilbahn haben wir beschlossen, unsere Seilbahn wesentlich zu erneuern und umzubauen», sagte der zuständige Verwaltungsrat Robert Hodler. Um nach diesem Umbau im Sommer 2018 eine Betriebsbewilligung bis zum Ablauf der Konzession zu erhalten, muss die Genossenschaft zusammen mit den Anlagelieferanten dem Bundesamt für Verkehr (BAV) den Nachweis erbringen, dass die Anlage einen ausreichend guten und sicheren Zustand aufweist. Mit diesem Nachweis sollte die Neuerteilung der Betriebsbewilligung ab 1. Januar 2019 unproblematisch sein.

Die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2018 sieht Kosten in der Höhe von 1,6 Millionen Franken vor. Die grössten Brocken sind der Ersatz des Hauptantriebs (500000 Franken), die Revision der zwei Kabinen (180000 Franken), die Steuerung (650000 Franken) und die Sanierung der Berg- und der Talstation (150000 Franken).

Nun kann Präsident wieder ruhiger schlafen

Um das Geld aufzutreiben, fanden diverse Gespräche und Verhandlungen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene sowie mit der Hausbank statt. «Nach einem schwierigen Prozess bin ich heute in der glücklichen Lage, Ihnen mitzuteilen, dass die Finanzierung praktisch gesichert ist und ich wieder ruhiger schlafen kann», sagte Verwaltungsratspräsident Thomas Dillier. Gerechnet wird mit 800000 Franken vom Bund und mit einem Kredit von 500000 Franken von der UKB. Die Genossenschaft soll 300000 Franken beisteuern. «Nachdem wir vom Bund positive Rückmeldungen erhalten haben, müssen wir aber jetzt auch ein Zeichen setzen und etwas dazu beitragen, sei es mit einer Kapitalerhöhung oder mit Eigenleistungen», betonte der Verwaltungsratspräsident. «Ein erster Schritt wird die Kürzung der An-zahl Freibillette auf zehn Einzelfahrten für Genossenschafter sein», sagte Kassier Baumann.

Der Vorstand wird aufgestockt

Im Bereich Werbung hat Angela Grepper verschiedene Massnahmen ergriffen –wie die Einführung des «Bähndli»-Passes, die Durchführung von Betriebsbesichtigungen, das Sponsoring von Freifahrten beim Mount-Everest-Projekt und vieles mehr.

Allerdings reichte Grepper ihre Demission ein. Weil es in der kommenden Zeit wegen der Sanierung der Luftseilbahn mehr Arbeit gibt, hat der Verwaltungsrat zwei neue Mitglieder gesucht und gefunden. Zum einen wurde Evelyne Russi, Altdorf, mit grossem Applaus für zwei Jahre gewählt. Sie wird zuständig sein für das Ressort Services und Protokollführung. Ebenso wurde einstimmig Bruno Frei, Haldi, für das Ressort Marketing und Kommunikation gewählt.

Die bisherigen Verwaltungsräte Brigitte Studhalter und Marc Rothenfluh wurden für zwei weitere Jahre bestätigt. Zudem gehören dem Verwaltungsrat Thomas Dillier (Präsident), Andreas Baumann (Finanzen) und Robert Hodler (Konzession) an.