Traumwetter lockt 1150 Schwingfans aufs Haldi

Jonas Brun aus Entlebuch gewinnt das traditionelle Haldiberg-Schwinget trotz gestelltem Schlussgang gegen Marco Wyrsch. Das Fest bot auf der Schattdorfer Sonnenterrasse neben attraktivem Schwingsport viel Folklore und Unterhaltung.

Paul Gwerder
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Der Haldiberg-Schwinget findet bei traumhaften Wetter statt. (Bilder: Paul Gwerder, 23. Juni 2019)
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Auf dem Schwingplatz hatten die «Rächelibüebä» viel Arbeit.
Speaker und Medienchef des Urner Schwingerverbandes. Michael Arnold, versucht sich beim Steinstossen.
Jonas Brun heisst der verdiente Sieger.
Der Entlebucher hat das Rind Bounty gewonnen.
Den ganzen Tag spielte das Lädndlerduo Toni und Robi mit Urs am Bass.
Der Jodlerklub Bärgblüemli unterhielt die Gäste mit zahlreichen Auftritten.
Zum Mittagessen gab es Rindsgeschnetzeltes mit Kartoffelstock, Rüebli und einem Dessert.
Gabenchef Stefan Arnold hat es verstanden, einen wunderbaren Gabentempel zusammenzustellen.
Empfangschef Toni Gisler begrüsste die vielen Ehrenmitglieder und Sponsoren beim Apéro.
Die beiden Fahnenschwinger Isidor und Lorenz Schilter und Lorenz wurden sie von den beiden jungen Alphornbläserinnen Regula Gisler und Julia Walker begleitet.

Der Haldiberg-Schwinget findet bei traumhaften Wetter statt. (Bilder: Paul Gwerder, 23. Juni 2019)

Am gestrigen wunderschönen Sommertag liessen es sich 1150 Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nehmen, dem Haldiberg-Schwinget beizuwohnen. Hans Arnold amtierte zum ersten Mal als OK-Präsident und durfte auf über 100 Helferinnen und Helfer zählen, die ihn tatkräftig unterstützten und für einen reibungslosen Festablauf sorgten. «Klar war ich ein wenig nervös, denn es kann immer etwas schief gehen. Aber es ist alles reibungslos über die Bühne gegangen und ich bin glücklich, dass alles bis ins letzte Detail geklappt hat».

Die Feuertaufe als Speaker bestand der Urner Landrat und Kantonalpräsident der CVP Uri, Flavio Gisler, glänzend. Unterstützt wurde er am Mikrofon vom Pressechef des Urner Schwingerverbandes, Michael Arnold. Schon am Morgen traten erstmals die beiden Fahnenschwinger Isidor und Lorenz Schilter auf. Begleitet wurden sie von den beiden jungen Alphornbläserinnen Regula Gisler und Julia Walker. Während des ganzen Tages spielte das Ländlerduo Toni und Robi mit Urs am Bass.

Kein Schwinger geht leer aus

Für jeden Gast war ein Besuch im Gabentempel ein Muss. Gabenchef Stefan Arnold hat es verstanden, einen wunderbaren Gabentempel zusammenzustellen. Besonders ins Auge stachen die acht «Tryychlä», von denen die Grösste einen Wert von rund 2000 Franken hat. Bei den Schwingern sind Haushaltsartikel, wie zum Beispiel eine Waschmaschine, Werkzeuge oder Gutscheine sehr begehrt. Das Gute daran ist: Am Abend muss kein Schwinger mit leeren Händen heimkehren.

Für den Apéro war Ehrenmitglied und Empfangschef Toni Gisler mit seiner Frau und den beiden Töchtern verantwortlich. Bereits zum fünften Mal organisierte der Schwingerfreund den Apéro und sponsert diesen immer gleich selber. Toni Gisler, der an diesem Ort als Schwinger schon den Ehrenplatz belegte und sieben Mal OK-Präsident war, sprach seinen Dank aus: «Ohne die zahlreichen und grosszügigen Gabenspender und Sponsoren, könnten wir dieses beliebte Fest nicht mehr durchführen.»

Der Gesang vom einheimischen Jodlerklub Bärgblüemli mit Dirigentin Erika Zanini-Brun kam in dieser prächtigen Bergwelt hervorragend zur Geltung. Zum Mittagessen gab es für die hungrigen Zuschauer Rindsgeschnetzeltes mit Kartoffelstock, Rüebli und einem Dessert. Daneben gab es an verschiedenen Grillständen Steaks oder Bratwurst mit Brot und am Nachmittag war die Nachfrage beim Glaceverkäufer besonders gross.

Platzarzt ist froh über fehlende Arbeit

Als Platzarzt stand Dr. Urs Britschgi mit drei Samaritern im Einsatz: «Ich bin schon seit dem Jahr 1993 hier dabei und für mich persönlich ist es sehr schön, dass meine Arbeit in der Schwingerszene geschätzt wird. Dazu ist auch die Atmosphäre auf dem Haldi in dieser Urner Bergwelt einzigartig.» Er war froh, dass am Sonntag kaum Arbeit zu verrichten war. «Ich stelle deutlich fest, dass die Schwinger athletischer geworden sind und sich auch professionell aufwärmen. Dadurch schwindet das Verletzungsrisiko deutlich.»

116 Schwinger – darunter 41 «Kranzer» – und die beiden Eidgenossen Reto Nötzli und Andi Imhof traten gestern zum 41. Haldiberg-Schwinget an. Das Fest gewann Jonas Brun aus dem luzernischen Entlebuch. Im Schlussgang genügte ihm ein Unentschieden gegen den Urner Marco Wyrsch. Jonas Brun durfte das Rind Bounty als Siegerpreis entgegennehmen.