HANDBALL: Altdorf mit Revanchegelüsten

Im ersten Meisterschaftsspiel des Jahres empfängt der KTV Altdorf den Tabellenvorletzten Chênois. Gegen die Genfer haben die Urner einiges gutzumachen.

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Hatte Mühe, sich in der Vorrunde durchzusetzen: der KTV Altdorf mit Kreisläufer Yannick Drollinger. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 27. Oktober 2016))

Hatte Mühe, sich in der Vorrunde durchzusetzen: der KTV Altdorf mit Kreisläufer Yannick Drollinger. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 27. Oktober 2016))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Endlich ist die lange Durststrecke vorbei. Das denken wohl viele Handballfans. Die Phase ohne Meisterschaftsspiel dauerte rund sechs Wochen. Untätig waren die Spieler in dieser Pause selbstverständlich nicht. Das Fanionteam des KTV Altdorf nahm kurz nach dem Jahreswechsel, nach einem wohlverdienten zweiwöchigen Break über Weihnachten und Silvester, das Training wieder auf und bestritt auch einige Testspiele. Im Zentrum der Vorbereitungsphase stand für die KTV-Truppe die Teilnahme am Valiant-Cup, einem Turnier im Berner Oberland. Dort traten die Innerschweizer aufgrund von Verletzungspech mit einem Rumpfteam an. Im Rückraum mussten einige Nachwuchsakteure in die Bresche springen. Trotz dieses Handicaps besiegte Altdorf im ersten Spiel den NLB-Elften Birsfelden deutlich mit 29:23. Im Finalspiel war dann jedoch der Ofen aus. Gastgeber Steffisburg, der momentan in der NLB die fünfte Position einnimmt, behielt mit 31:18 die Oberhand und riss sich souverän den Turniersieg unter den Nagel. Morgen nun gilt es wieder ernst. Altdorf empfängt um 18 Uhr in der heimischen Feldli-Arena den Tabellenvorletzten Chênois. Die Genfer haben in den ersten 14 Runden alles andere als überzeugt und nur gerade drei Punkte geholt. Mittlerweile warten die Romands schon seit über vier Monaten auf ihren zweiten Saisonsieg. Den bisher einzigen Vollerfolg landeten die Westschweizer ausgerechnet gegen Altdorf. Das war Mitte September. Dieser Match befand sich bis kurz vor Schluss auf Messers Schneide. Chênois siegte im Hinspiel sehr glücklich mit 28:27. Für die Altdorfer war diese hauchdünne Niederlage sehr ärgerlich, zumal sie als Einzige beim Abstiegskandidat Punkte liegen liessen.

Nun wollen die Urschweizer diese Scharte auf heimischem Terrain auswetzen. Alles andere als ein Sieg gegen Chênois wäre sicherlich eine Enttäuschung. Jedenfalls steigen die Platzherren aufgrund der bislang gezeigten Leistungen als haushoher Favorit in diese Rückspielbegegnung. Ein spezielles Augenmerk müssen die Gastgeber auf Chênois-Topskorer Adrien Molinié richten. Der Rückraumhüne hat in dieser Saison bereits 81 Tore geworfen und so einen Schnitt von sechs Treffern pro Spiel erzielt. Ansonsten sind in den Reihen der Gäste gefährliche Goalgetter eher Mangelware.

Nur kleine Abstände im Mittelfeld

Mit einer starken Rückrunde liegt für die aktuell zehntplatzierten Altdorfer durchaus noch einiges Verbesserungspotenzial drin. Im breiten Mittelfeld sind die Abstände momentan noch klein. Definitiv enteilt sind einzig der souveräne Leader Endingen und dessen Verfolger Stäfa. Diese beiden Teams werden höchstwahrscheinlich den NLB-Meistertitel und damit auch den Direktaufstiegsplatz unter sich ausmachen. Altdorfs Rückstand auf Möhlin, das an dritter Stelle liegt, beträgt sechs Punkte. Ein Rückstand, der in den verbleibenden zwölf Runden keineswegs unaufholbar ist. Zumindest der Sprung in die erste Ranglistenhälfte ist für die Urner ein durchaus realistisches Szenario. Damit würde man auch die Saisonzielsetzung erreichen. Der siebtplatzierte TV Steffisburg steigt mit drei Zählern Vorsprung auf den Urner Traditionsclub in die zweite Saisonhälfte. Von unten droht den Gelb-Schwarzen kaum mehr Gefahr. Wenn sie morgen Chênois besiegen, steigt das Polster zur Abstiegszone auf elf Punkte an.