HANDBALL: Altdorf zittert sich in zweite Cup-Runde

In der ersten Cup-Hauptrunde besiegte der KTV Altdorf den Zweitligisten Uznach nur hauchdünn mit 32:31. Die Urner wenden eine Blamage dank einem konzentrierten Schlussspurt gerade noch ab.

Urs Hanhart
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Zeigte eine starke Leistung: Flügelspieler Pascal Aschwanden (am Ball). (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 26. April 2017))

Zeigte eine starke Leistung: Flügelspieler Pascal Aschwanden (am Ball). (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 26. April 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Vor einem Monat schloss der KTV Altdorf die NLB-Saison mit dem neunten Meisterschaftsrang ab. Normalerweise ist dann eine Spielpause angesagt. Doch der Schweizer Handballverband (SHV) hat die erste Cup-Hauptrunde kurzfristig vorverlegt, was nicht bei allen Vereinen auf Gegenliebe gestossen ist. Der KTV Altdorf musste kürzlich beim Zweitligisten Uznach antreten. Normalerweise ein leichter Gegner, der sich dann in Tat und Wahrheit als sehr hartnäckig und unbequem erwies.

Nach dem letzten Meisterschaftsspiel, das Ende April über die Bühne ging, musste der Urner Traditionsklub mit den Rücktritten beziehungsweise Abgängen von Ivan Fallegger, Nicolai Christensen, Yannick Drollinger und Noah Ineichen einen ziemlichen Aderlass hinnehmen. Dieses Quartett stand beim Gastspiel am oberen Zürichsee bereits nicht mehr zur Verfügung. Zudem fehlte auch der verletzte Topskorer Marko Koljanin.

Blamage in letzter Minute abgewendet

Spielertrainer Mario Obad musste deshalb bei der Aufstellung sechs Akteure aus der eigenen Nachwuchsabteilung aufbieten. Marc Häusler von der zweiten Mannschaft übernahm dabei den Posten des Kreisläufers. Diese Verlegenheitstruppe startete zunächst vielversprechend in den Cup-Fight. Dank konzentrierter Abwehrarbeit mit dem Gewinn von Bällen und anschliessenden schnellen Gegenstössen konnten sich die Urner schnell eine 5:2-Führung erarbeiten. Dann kam aber plötzlich Sand ins Getriebe. Die Chancenverwertung liess zu wünschen übrig, wodurch die Zürcher wieder näher herankamen. Dank eines Zwischenspurts gegen Ende des ersten Durchgangs zogen die Altdorfer zwischenzeitlich auf fünf Längen davon. Aber die Gastgeber blieben dran und verkürzten den Abstand bis zur Pause auf 14:17.

Dadurch bauten sie den Gegner ungewollt immer mehr auf. So bahnte sich gar eine Sensation an. Vier Minuten vor Spielende riss der krasse Underdog erstmals die Führung an sich. Doch der haushohe Favorit konnte noch rechtzeitig Gegensteuer geben und dank einer konzentrierten Schlussphase den Kopf aus der Verliererschlinge ziehen. Letztlich unterlag der kampfstarke Zweitligist knapp mit 31:32.

Aschwanden macht das Dutzend voll

Zum Matchwinner für Altdorf avancierte Pascal Aschwanden. Der wirblige Flügelspieler feierte nicht weniger als zwölf Torerfolge. Speziell zu gefallen wusste auch der 17-jährige Debütant Marco Inderbitzin, der sechs Torerfolge verbuchte. Von den Arrivierten war Obad mit fünf Treffern der beste Skorer.

Nachteilig für die Altdorfer wirkte sich aus, dass sie das Training erst eine Woche vor dem Cupspiel wieder aufnahmen. Deshalb liessen die Automatismen logischerweise noch zu wünschen übrig. In der ersten Cup-Hauptrunde sind mit Yellow/­Pfadi Winterthur, Horgen, Siggenthal und den Kadetten-Espoirs bereits vier NLB-Vereine auf der Strecke geblieben. Allerdings zogen diese Teams allesamt in Duellen mit Vertretern aus der zweithöchsten Spielklasse den Kürzeren.