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HANDBALL: Lukas von Deschwanden: «Es ist eine Herzensangelegenheit»

Der Altdorfer Lukas von Deschwanden (27) hat seinen Vertrag bei Wacker Thun verlängert und lukrativen Angeboten aus dem Ausland eine Abfuhr erteilt. Im Interview spricht er über seinen Entscheid, die Nationalmannschaft und die Zukunft.
Philipp Zurfluh
Lukas von Deschwanden hat im Dress der Schweizer Nationalmannschaft schon über 40 Spiele absolviert. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 5. November 2016))

Lukas von Deschwanden hat im Dress der Schweizer Nationalmannschaft schon über 40 Spiele absolviert. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 5. November 2016))

Interview: Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Lukas von Deschwandens Würfe sind von den gegnerischen Torhütern gefürchtet. Schon zweimal wurde der 1,92 Meter grosse und 90 Kilogramm schwere Rechtshänder – auch «Uri» genannt – Torschützenkönig in der Nationalliga A. Er ist bei Wacker Thun zu einem Teamleader emporgestiegen und hat bereits über 40 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft bestritten. Der 27-jährige Sportstudent, der in der Stadt Thun wohnt, wird im Juni sein Studium beenden.

Lukas von Deschwanden, Sie haben Ihren Vertrag bei Wacker Thun um zwei Jahre bis im Sommer 2019 verlängert. Warum?

Ich fühle mich im Berner Oberland sehr gut aufgehoben. Das Umfeld des Vereins stimmt, und ich habe mit den Mannschaftskameraden ein super Verhältnis. Wir unternehmen auch neben dem Platz viel, so etwas sieht man selten in der Nationalliga A.

Ist Ihnen der Entscheid schwergefallen?

Ja, ich habe lange Zeit überlegt. Ich habe mich natürlich auch mit der Familie und mit Freunden unterhalten und viele Gespräche über die Situation geführt. Viele haben mir geraten, dass ich den nächsten Schritt machen soll, also den Weg ins Ausland. Andere wollten mich zum Bleiben überreden. Doch schliesslich musste ich selber herausfinden, was für mich die beste Option ist.

Durch Ihre starken Leistungen sind Sie auch auf dem internationalen Radar aufgetaucht. Sie haben aber lukra­tive Angebote von renommierten Klubs abgelehnt.

Da waren ein paar Klubs aus Deutschland und Frankreich dabei. Konkrete Verhandlungen habe ich nur mit einem Traditionsverein aus der 1. Bundesliga in Deutschland geführt. Es waren interessante Gespräche mit den Verantwortlichen, aber schliesslich haben mich die Argumente für einen Verbleib bei Wacker Thun am meisten überzeugt. Die Vertragsverlängerung war somit eine Herzensangelegenheit.

Auch andere Vereine in der Schweiz bekundeten grosses Interesse an Ihnen. War ein Wechsel innerhalb der Nationalliga A kein Thema?

Die Angebote wären finanziell lukrativer gewesen, aber in solchen Situationen muss man immer das Gesamtpaket anschauen. Ich bin glücklich, darf ich weiterhin für Thun spielen, deshalb habe ich den anderen Vereinen Ende Januar abgesagt.

Ihre Vertragsverlängerung hat im Umfeld von Wacker Thun eine kleine Euphorie ausgelöst. Spielerkollegen und Funktionäre sind sehr glücklich und haben ihre grosse Freude zum Ausdruck gebracht. Welche Reaktionen haben Sie erhalten?

Ich durfte eine ganze Menge positive Rückmeldungen vernehmen. Es ehrt mich natürlich, dass ich mit diesem Entscheid bei der «Wacker-Familie» grosse Freude ausgelöst habe. Im nationalen Handball gibt es nichts Schöneres, als vor dem besten Publikum der Schweiz auflaufen zu können.

Seit 2009 spielen Sie für Thun und haben sich seither zu einem der besten Skorer der Schweiz entwickelt. Welche Rolle haben Sie im Team?

Ich übernehme gerne Verantwortung und kann mit dieser auch umgehen. Ich versuche, in den entscheidenden Phasen eines Spiels Einfluss zu nehmen und die Partien für uns zu entscheiden. Zum Glück ist mir dies in der Vergangenheit oft gelungen.

Wie können Sie den jüngeren Spielern im Team helfen?

Obwohl ich noch nicht zum alten Eisen gehöre, kann ich meine Routine an sie weitergeben.

Wo sehen Sie bei Ihnen persönlich im Moment eigentlich noch das grösste Steigerungspotenzial?

Es gibt immer etwas, das man verbessern kann. Man hat nie ausgelernt. Vor allem körperlich kann man sich immer weiterentwickeln. Ich arbeite zurzeit daran, noch an Muskelmasse zuzulegen. Die körperliche Robustheit ist gut für die Verletzungsprophylaxe und kommt mir vor allem in der Defensive zugute.

Zurzeit liegt Thun auf dem 3. Rang, knapp vor dem HC Kriens-Luzern. Diesen Rang müsst ihr verteidigen, sonst droht in den Playoff-Halbfinals ein Duell mit Ligakrösus Kadetten Schaffhausen.

Das wollen wir natürlich verhindern. Wenn du Meister werden willst, musst du aber gegen jeden Gegner reüssieren. Bevorzugen würde ich ein Halbfinal-Duell mit Pfadi Winterthur, denn dieses Team liegt uns besser.

Sie haben schon Dutzende Spiele im Dress der Schweizer Nationalmannschaft absolviert. Seit dem Trainerwechsel vor neun Monaten hat sich in der Nati viel verändert. Was sind die Ziele?

Wir haben ein junges und schlagkräftiges Team. Es ist so etwas wie Aufbruchstimmung spürbar. Die Qualifikation für die EM 2018 kommt noch zu früh. Unser Fernziel ist die Teilnahme an der EM-Endrunde 2020.

Ihre Wurzeln sind im Kanton Uri. Wie oft kehren Sie in Ihre alte Heimat zurück?

Ich versuche, so oft wie möglich in Uri zu sein, meistens jede zweite Woche. Hier wohnen meine Familie und viele gute Freunde.

Blicken wir noch in die fernere Zukunft. Können Sie sich vorstellen, künftig wieder für Ihren Stammverein, den HC KTV Altdorf, zu spielen?

Ich verfolge meinen Stammverein natürlich stark und pflege immer noch zu vielen Personen des Klubs einen guten Kontakt. Es ist aber noch etwas früh für solche Gedankenspiele. Ich bin ja noch nicht mal im besten Handball­alter. (lacht)

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