Handball
Zehn Partien in sechs Wochen: Den Altdorfer KTV-Spielern droht ein Mammutprogramm

Noch ist völlig unklar, wie es mit der 1.-Liga-Meisterschaft weitergeht: Im Falle einer Wiederaufnahme der Saison dürfte es für den KTV Altdorf sehr happig werden.

Urs Hanhart
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Seit der Verschärfung der Coronamassnahmen ist nur noch Profisport erlaubt. Im Handball wird auf nationaler Ebene lediglich in der Nationalliga A gespielt. Ende Oktober wurde die Meisterschaft in der 1. Liga auf unbestimmte Zeit unterbrochen.

Der HC KTV Altdorf bei einem Spiel im Oktober 2020.

Der HC KTV Altdorf bei einem Spiel im Oktober 2020.

Bild: Boris Bürgisser (Altdorf,
24. Oktober 2020)

Nun gibt es etwas Licht am Horizont für Amateur-Handballer. Der nationale Verband hat die nächsten Partien in der dritten Erstligagruppe auf den 2. April angesetzt. Zuvor hatte man geplant, den Meisterschaftsbetrieb Anfang März wieder aufzunehmen. Das erwies sich jedoch alles völlig unrealistisch. Ein handball-spezifisches Hallentraining ist für die Teams noch immer verboten. Es kann lediglich Grundlagentraining im Kraft- und Ausdauerbereich in kleinen Gruppen betrieben werden, alles Outdoor.

Für den Coach des Erstligisten KTV Altdorf, Stefan Arnold, ist klar:

«Ein Restart im April ist nur dann möglich, wenn das Hallentraining ab März wieder aufgenommen werden kann.»

Man brauche unbedingt eine gewisse Vorbereitungszeit und könne nicht aus dem Nichts wieder in den Spielbetrieb einsteigen. Unter anderem sei die Verletzungsgefahr für die Spieler viel zu gross. In einer körperbetonten Mannschaftssportart wie Handball wäre es sehr riskant, ohne spezifische Vorbereitung wieder voll loszulegen. Zudem gilt es die Automatismen zunächst wieder einzuüben.

Zehn Spiele in sechs Wochen – ein Mammutprogramm

«Für mich ist April der spätestmögliche Zeitpunkt, um die Meisterschaft doch noch fortzusetzen», betont Arnold. Beim Verband spricht man vom 20. April als letzter Wiedereinstiegstermin. Der KTV Altdorf hat das Problem, bis zum Unterbruch erst vier Meisterschaftspartien bestritten zu haben. Gegenüber anderen Teams der gleichen Liga ist er bis zu vier Spiele im Hintertreffen.

Aufgrund der Nachtragspartien ist jetzt schon klar, dass die Urner im Falle einer Wiederaufnahme der Meisterschaft ein absolutes Mammut-Programm werden bestreiten müssen. Innerhalb von sechs Wochen stünden zehn Qualifikationsspiele auf dem Programm, was für ein Amateurteam mit relativ dünnem Kader ein kaum zu bewältigendes Mammut-Pensum darstellt. Anschliessend würde noch eine abgespeckte Finalrunde mit sieben Spielen innerhalb von vier Wochen folgen, sofern sich die Gelb-Schwarzen dafür qualifizieren und nicht in die Abstiegsrunde verbannt werden. Wenn tatsächlich ab dem 20. April wieder gespielt würde, zöge sich die Saison bis weit in den Juni hinein. Normalerweise wird sie jeweils bereits im April oder Anfang Mai beendet.

Bei Quarantäne droht ein Chaos im Spielplan

Arnold verweist noch auf ein weiteres Problem: «Falls ein Team in Quarantäne muss, bricht der ganze Spielplan wieder zusammen.» Es würde also ein ziemliches Chaos drohen, wenn es zu weiteren Spielausfällen kommen sollte. Immerhin betont der Coach: «Es wäre schön, wenn wieder gespielt werden könnte. Aber ohne vorgängige Trainingsmöglichkeiten ist das Ganze unrealistisch.»

Nach dem jüngsten Entscheid des Bundesrats, die aktuellen Coronamassnahmen im März nur geringfügig zu lockern, sieht es in Sachen Wiederaufnahme der Meisterschaft eher schlecht aus. Der nationale Verband muss wohl schon bald entscheiden, ob es einen Restart gibt oder die Saison wie schon im Vorjahr ganz abgebrochen wird.