Handwerksmarkt lockt viele Gäste ins Isental

Weit über 1000 Menschen besuchten am Sonntag, 22. September, die Jubiläumsveranstaltung und den Alpabzug.

Paul Gwerder
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Auf dem Schulhausplatz herrschte am Handwerksmarkt Hochbetrieb. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Auf dem Schulhausplatz herrschte am Handwerksmarkt Hochbetrieb. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Der wunderschöne Herbsttag hat sicher dazu beigetragen, dass am vergangenen Sonntag, 22. September, weit über 1000 Besucher an den Handwerksmarkt kamen, der bereits zum zehnten Mal von der Tourismuskommission Isenthal organisiert wurde. Einer der Höhepunkte war der farbenprächtige Alpabzug nach dem Mittagessen. Die gehörnten Kühe waren mit Blumen und Fähnlein geschmückt und trugen wertvolle «Tryychlä» um den Hals.

Der 12-jährige Lars Bissig zeigte den Leuten fleissig, wie er aus kleinen Holzstücken «Spiggäli» macht. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Der 12-jährige Lars Bissig zeigte den Leuten fleissig, wie er aus kleinen Holzstücken «Spiggäli» macht. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Unter den vielen Menschen gab es einige Heimweh-Isenthaler. Der grosse Teil stammte jedoch aus verschiedensten Schweizer Kantonen, und auch etliche Autos mit deutschen Kennzeichen waren zu sehen. Eine der Besucherinnen war Sonja Vöckt aus Luzern. «Ich kenne das Isenthal schon recht gut vom Wandern, und im Internet habe ich von diesem Anlass gelesen. Und heute war ich froh, konnte ich mit einem der vielen Extrabusse der Auto AG Uri, in denen es fast keinen Platz mehr hatte, ins Isenthal fahren.»

An vielen Orten hatten die Gäste Gelegenheit, selber das alte Handwerk zu probieren. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

An vielen Orten hatten die Gäste Gelegenheit, selber das alte Handwerk zu probieren. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

30 Aussteller zeigen altes Handwerk

Auf dem beschilderten Dorfrundgang konnten die Leute den rund 30 Ausstellern zuschauen, wie sie ihr altes Handwerk pflegten. Einer von ihnen war Peter Bissig, der Vater des schweizweit bekannten gleichnamigen Holzbildhauers, dessen sympathische «rotä Manndli» mit den unverkennbaren Zipfelmützen überall für Aufsehen sorgen. Er drechselte in der Werkstatt ganz kleine Spielzeugkreisel aus Massivholz. «Die Nachfrage nach Holzspielzeug nimmt in letzter Zeit wieder zu, denn viele Menschen kommen vermehrt vom Plastik weg und wollen einheimische Produkte direkt vom Handwerker beziehen», erklärte Bissig. Daneben sind als Geschenke weiterhin Stabellen, Holzteller und sogar noch Holzschuhe gefragt.

An einigen Stationen konnten die Besucher sogar selber Hand anlegen, sei es beim Sägen mit Holz oder dem «Stüüdägarbä machä». Der 12-jährige Lars Bissig zeigte den Leuten fleissig, wie er aus kleinen Holzstücken «Spiggäli» macht, die man zum Anzünden des Feuers braucht. Andernorts wunderten sich die Besucher über die Fertigkeit, welche Josef Aschwanden von Gitschenen beim «Dängelä» der «Sägäsä» hat. Geduldig schlug er mit dem Hammer auf das Sensenblatt und erklärte dabei: «Ein Fingernagel sollte noch darunter passen, dann ist die Sense wieder gut geschliffen.» «Während des Mähens muss die Sense immer wieder mit dem ‹Wettsäi› frisch geschliffen werden, damit sie richtig haut und dabei sind die ‹Mailändersteine› immer noch die besten», weiss Aschwanden aus Erfahrung.

Peter Bissig (Mitte) zeigte und erklärte den Besuchern, wie er Holzspielzeuge her-stellt. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Peter Bissig (Mitte) zeigte und erklärte den Besuchern, wie er Holzspielzeuge her-stellt. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Auf dem Schulhausplatz schnitzte Walter Tresch mit einer Engelsgeduld ein Edelweiss. Bei dieser Arbeit muss er darauf achten, dass das Fichtenholz genug Feuchtigkeit hat, denn sonst bricht es all zu leicht ab. Ebenfalls stellt er noch sogenannte «Sträiwichörbe» her. «Die Nachfrage danach ist recht gross, aber mir fehlt die Zeit, denn für einen solchen Korb bin ich gut und gerne eine Woche dran», so Tresch.

Am gleichen Ort wurden einheimische Produkte, wie «Wullä» und Stoff, Riemenstickereien, Kräutertee, Fleischprodukte und vieles mehr angeboten. Für die hungrigen Gäste gab es Verpflegung in den Gasthäusern, und an den Grillständen herrschte regelrechter Festbetrieb. Überall sorgten Ländler Musikanten für gute Unterhaltung und fröhliche Gesichter.

«Seit Jahren ist die Gemeinde Hergiswil Partnergemeinde von uns», erzählte Josef Schuler, ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Uri. Deshalb wurden sie und ihre Partner am vergangenen Sonntag ins Isenthal eingeladen. «Zwischen uns hat sich eine gute Freundschaft gebildet und wir unterstützen die innovative Gemeinde immer wieder sehr gerne mit einem kleinen finanziellen Zustupf, denn die Einheimischen haben es schwer, hier in diesem Tal überleben zu können», so der gebürtige Erstfelder und Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg.

Die Gäste wunderten sich über die Fertigkeit, welche Josef Aschwanden von Gitschenen, beim «Dängelä» der «Sägäsä» hatte. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Die Gäste wunderten sich über die Fertigkeit, welche Josef Aschwanden von Gitschenen, beim «Dängelä» der «Sägäsä» hatte. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

«Hier wird unter der Marke Uri verkauft»

An einem der zahlreichen Verkaufsstände mit Alpkäseprodukten stand ein junger Mann mit langen «Rastazöpfen», der nicht so recht ins Bild passen wollte. Es handelte sich um den «Zivilschützler» Remo aus dem Kanton Luzern: «Ich war jetzt ein paar Wochen auf der Alp ‹Oberalp› und mir hat es vom ersten Tag an gefallen, denn hier lernte ich erstmals, mit Vieh umzugehen und auch das Käsen war mir bislang fremd gewesen.» Auch Claudia Arnold-Aregger rühmte die Arbeit des jungen Burschen auf der «Holzschuenis Hittä», wie die Alp heisst.

Unter den Besuchern war auch der Geschäftsführer von Uri Tourismus, Maurus Stöckli. «Ich bin beeindruckt vom vielfältigen Angebot, welches hier zu sehen ist. Denn genau das ist es, was wir brauchen, denn hier werden die Produkte unter der Marke Uri verkauft», so Stöckli. Und er stellte fest, dass in dieser Umgebung die Städter noch die «heile» Welt vorfinden und das suchen sie gezielt, um sich vom stressigen Alltag zu erholen.

Der farbenprächtige Alpabzug mitten durchs Dorf war ein Besuchermagnet. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)

Der farbenprächtige Alpabzug mitten durchs Dorf war ein Besuchermagnet. (Bild: Paul Gwerder, 22. September 2019)