Heftige Kritik an der Urner Regierung

Am Urner Schutz- und Nutzungskonzept Erneuerbare Energien (Snee) scheiden sich die Geister. Der Landrat war sich sich aber am Mittwoch in einem Punkt einig: in der Kritik an der Regierung.

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Rückschlag für Snee-Vertrag: Der Chärstelenbach im Madranertal kann wohl kaum mehr für die Energieproduktion genutzt werden. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Rückschlag für Snee-Vertrag: Der Chärstelenbach im Madranertal kann wohl kaum mehr für die Energieproduktion genutzt werden. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Mit dem Schutz- und Nutzungskonzept Erneuerbare Energien (Snee) strebt die Urner Regierung einen Ausgleich zwischen den Interessen der Energienutzung sowie den Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes an. Am Freitag erlebte das Snee aber einen Rückschlag: Der Grosse Rat der Korporation Uri, als Gewässereigentümerin eine wichtige Partnerin der Regierung, lehnte den Snee-Vertrag ab.

«Fader Beigeschmack» und «unbefriedigend»

Am Mittwoch befasste sich der Landrat mit dem Konzept und nahm die Regierung ins Visier. Die Erarbeitung des Snee hinterlasse einen faden Beigeschmack, meinte SVP-Landrat Max Baumann. Unbefriedigend sei vor allem, dass Bevölkerung und Gemeindebehörden von der Regierung nicht oder nur am Rand einbezogen worden seien. Christian Arnold (SVP) sprach sich grundsätzlich für das Konzept aus, bemängelte aber die Laufzeit von 40 Jahren als viel zu lang. Die Regierung müsse noch einmal neu mit der Korporation Uri verhandeln.

Breitere Abstützung empfohlen

Auch die CVP-Fraktion begrüsste die Erarbeitung des Konzepts. Im einzelnen kritisierte Leo Brücker jedoch den vorgesehenen Verzicht auf die Nutzung der Windkraft und die Zurückhaltung bei der Sonnenenergie. Die CVP empfiehlt eine breitere Abstützung bei den Grundeigentümern und die Einbindung des Landrates.

Auch die FDP-Fraktion sieht den Landrat von der Regierung übergangen. Markus Holzgang schlug vor, vorerst auf das Snee zu verzichten und die anstehenden Kraftwerkprojekte beziehungsweise Konzessionen einzeln zu beurteilen.

Linke: «Gesamtkonzept sinnvoll»

Die SP/Grüne-Fraktion wollte davon nichts wissen. Ein Gesamtkonzept sei sinnvoll, meinte Toni Moser. Leider aber habe die Regierung bei den Verhandlungen mit den Kraftwerkbetreibern und den Korporationen zu viele Abstriche gemacht beim Schutz der Gewässer. Aus Sicht der Umwelt sei die vorliegende Version des Snee korrekturbedürftig.

Baudirektor Markus Züst und Justizdirektorin Heidi Z'graggen verteidigten vor dem Landrat die Haltung und das Vorgehen der Regierung. Die Regierung will am Konzept festhalten und noch einmal mit der Korporation Uri verhandeln. sda