Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Heinz Keller nimmt nach fast 20 Jahren Abschied von «seinem» Theater Uri

Der 63-jährige Leiter des Theaters Uri geht in Pension. 19 Jahre lang hat er das grösste Urner Kulturhaus, das jährlich rund 40'000 Eintritte verzeichnet, geleitet. Das Einzugsgebiet fordert aber heraus.
Markus Zwyssig
Heinz Keller auf der Bühne im Theater Uri. Bald verfolgt er das Geschehen aus dem Zuschauerraum. (Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 20.12.2018))

Heinz Keller auf der Bühne im Theater Uri. Bald verfolgt er das Geschehen aus dem Zuschauerraum. (Bild: Manuela Jans-Koch (Altdorf, 20.12.2018))

Bis zum Schluss zögerte er: Heinz Keller, der damals als Primarlehrer in Schattdorf arbeitete, war vor 19 Jahren hin- und hergerissen, ob er den Ansprüchen an einen Leiter des grössten Urner Kulturhauses genügen würde. Am letztmöglichen Tag schickte er seine Bewerbung aber doch noch ab – und bekam den Job.

Das kulturelle Angebot im damaligen Tellspielhaus war eher bescheiden. Immer wieder wurden die Tellspiele neu inszeniert und eine Saison lang aufgeführt. Dazu kamen ein paar Veranstaltungen und Gastspiele, Versammlungen von Firmen und Vereinen sowie Diplomfeiern.

Neue Besitzerin ebnet Boden für mehr Kultur

Die Voraussetzungen für einen regelmässigeren Kulturbetrieb waren auf Januar 1999 geschaffen worden: Das Theaterhaus, das damals Eigentum der Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf war, ging an die Gemeinde Altdorf über. Das Tellspielhaus wurde in Theater Uri umbenannt. Der Verein Forum Theater Uri übernahm die Verantwortung für den Betrieb des Hauses.

Trotzdem war für Keller der Start nicht einfach. Als Einzelkämpfer hat er das Theater Uri ohne Sekretärin und ohne fest angestellten Techniker zu einem Haus mit einem breiten kulturellen Angebot ausgebaut. Es ging stetig aufwärts. Keller bildete sich zum Kulturmanager weiter. Nach und nach wurde personell aufgestockt: im Sekretariat und in der Technik.

Mitgeholfen zum Erfolg hat das internationale Musikfestival Alpentöne, das seit 1999 im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet. Aus einer Not heraus habe er die Altdorfer Dezembertage ins Leben gerufen, verrät Keller. «Vor Weihnachten war damals kulturell gar nichts los.» Heute sind es jährlich rund 7000 Besucher, welche die über dreissig Kulturveranstaltungen von Mitte November bis kurz vor Weihnachten besuchen. Aber auch übers Jahr verteilt lassen sich die Besucherzahlen sehen. Rund 40'000 Eintritte sind es inzwischen. «Manch ein Haus in Luzern würde sich über eine solche Auslastung freuen», gibt sich Keller überzeugt. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Einzugsgebiet für die Kulturstätte in den umliegenden Gemeinden bei rund 20'000 Personen liegt.

Die Besucher stammen vorwiegend aus dem Urner Talboden. Ab und zu kommen auch Ob- und Nidwaldner ins Theater Uri, etwa zu einem Auftritt von Franz Arnold’s Wiudä Bärg. Schwyzer verschlägt es dann und wann für einen kulturellen Abend nach Altdorf. Zuger und Luzerner zieht es hingegen selten ins Theater Uri. «In der Stadt gibt es grössere Häuser, die ein breiteres Programm anbieten können», sagt Keller. Da ist er realistisch.

Das Theater Uri pflegt mit dem Luzerner Theater ein gutes Verhältnis und nimmt immer wieder Gastspiele ins Programm auf. Der Austausch über die Sprachregionen funktioniert hingegen kaum. Mit dem Tessin beispielsweise hat es trotz mehrerer Versuche nicht geklappt. «Der Erfolg war bescheiden», sagt Keller zur durchzogenen Bilanz.

4,5 Millionen wurden ins Haus investiert

Die verschiedenen Renovationen, welche mit tatkräftiger Unterstützung des Kantons ausgeführt werden konnten, kosteten insgesamt rund 4,5 Millionen Franken. Die Finanzen bleiben eine Herausforderung. Mit 500 Plätzen ist das Theater Uri relativ gross. «Es ist schwierig, das Haus kostendeckend zu bewirtschaften», sagt Keller. «Die Sponsoringbeiträge fliessen nicht mehr so grosszügig wie auch schon.» Für den Betrieb und Unterhalt des Hauses stehen pro Jahr 220’000 Franken vom Kanton und 88’000 Franken von der Gemeinde Altdorf zur Verfügung. «Bei rund 40’000 Besuchern heisst das, ein Sitzplatz wird mit 7,50 Franken subventioniert», rechnet Heinz Keller vor. Das sei wenig im Vergleich zu anderen grösseren Häusern in der Stadt: «Dort liegt die Subvention pro Sitzplatz bei bis zu 70 Franken.»

Der bayerische Kabarettist Gerhard Polt, der Bündner Gitarrist Max Lässer mit seinem Überlandorchester, Endo Anaconda mit Stiller Has, Ursus und Nadeschkin, Marco Rima und Oropax: Sie alle waren bei Heinz Keller zu Gast. Manchmal musste er aber auch Nein sagen. So war der Luzerner Kabarettist Emil nie auf der Bühne im Theater Uri. «Finanziell wurden wir uns nicht einig», verrät Keller.

Seinen Entscheid, sich beim Theater Uri als Leiter zu bewerben, hat er nie bereut. Nun geht er in Pension. Aufs neue Jahr übernimmt Michel Truniger. «Das Theater Uri wird weiterhin eine gute Zeit vor sich haben.» Keller ist zuversichtlich für die Zukunft. Seinem Nachfolger will er keine Ratschläge mit auf den Weg geben. «Michel Truniger wird seine eigenen Ideen einbringen. Er wird alles daran setzen, dass das Haus lebendig bleibt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.