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HEUERNTE: Rehkitze vor Mähtod bewahren

Immer wieder fallen Rehkitze den Messern der Mähmaschinen zum Opfer. Die Jungtiere mit blossen Händen umzusiedeln, kann aber ebenfalls tödlich sein.
Josef Walker
So ist es richtig: Ein Landwirt verwendet ein Büschel Gras als Schutzschicht. (Bild: PD)

So ist es richtig: Ein Landwirt verwendet ein Büschel Gras als Schutzschicht. (Bild: PD)

Josef Walker

Gemäss Jagdstatistik kommen in der Schweiz jährlich 1500 bis 2000 Rehkitze während der Heuernte durch Mähmaschinen ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte allerdings noch erheblich höher liegen. Die Urner Wildhut hofft, dass sie dank öffentlicher Sensibilisierung – auch via Medien – einige Rehkitze vor diesem schrecklichen Tod bewahren kann. Rehe setzen ihre Jungtiere – meistens sind es deren zwei – in der Zeit von Anfang Mai bis Mitte Juli ins hohe Gras. Die Rehkitze sind in den ersten Wochen geruchlos und ducken sich bei Gefahr. Dieses Verhalten schützt sie in den ersten Lebenswochen gut vor Fressfeinden, aber eben nicht vor den rotierenden Messern der Mähmaschine.

Am besten der Wildhut melden

Die Rehe sind in der Lage, den Setzzeitpunkt etwas zu verschieben. Bei nasskalter Witterung und späterer Vegetation verschiebt sich die Setzzeit nach hinten. Auf Wiesen, in denen regelmässig von Anfang Mai bis Mitte Juli Rehgeissen beobachtet werden, ist es wahrscheinlich, dass sich im hohen Gras Rehkitze befinden. Die Jagdverwaltung bittet deshalb die Bevölkerung, solche Beobachtungen den Wildhütern und Jagdaufsehern in den zuständigen Gebieten (siehe Box) zu melden. Sie werden geeignete Massnahmen einleiten, um die Tiere vor dem qualvollen Mähtod zu bewahren.

Für Feinde nicht mehr geruchlos

Als Massnahmen stehen insbesondere die Rehkitzsuche kurz vor und während des Mähens sowie Vergrämungsaktionen vor dem Mähtag im Vordergrund. Die Bevölkerung wird gebeten, aufgefundene Kitze auf keinen Fall mit der blossen Hand zu berühren. Sie können sonst von der Mutter verstossen werden und qualvoll verhungern. Rehkitze sind ausserdem nach einer Berührung für Fressfeinde nicht mehr geruchlos. Zum Umsiedeln kann zum Beispiel ein Büschel Gras als Schutzschicht verwendet werden.

Auf Hilfe angewiesen

Landwirte werden gebeten, sich frühzeitig bei der Wildhut zu melden, wenn sie regelmässig auf den Wiesen Rehe beobachten oder wenn sie beabsichtigen, eine gefährdete Wiese zu mähen, aber auch immer dann, wenn ein Kitz vermäht oder verletzt wurde. Jäger und Naturfreunde werden um eine Meldung gebeten, wenn sie ebenfalls regelmässig auf Wiesen, die voraussichtlich bald gemäht werden, Rehe beobachten oder wenn sie bei der Rehkitzrettung mithelfen möchten. Die Wildhut ist auf Hilfe angewiesen und dankt bereits jetzt.

Wildhüter und Jagdaufseher in Uri

Die Urner Wildhut ist wie folgt zuständig respektive erreichbar:
Ursern (Andermatt, Hospental und Realp): Anton Russi, Jagdaufseher, Andermatt (Telefon 041 887 07 94; 079 226 30 76). – Göschenen und Göscheneralp: Christof Mattli, Jagdaufseher,
Göscheneralp (041 885 18 53; 079 390 44 39). – Silenen / Erstfeld Ost: Urs Herger, Jagdaufseher, Silenen (079 691 52 01). – Erstfeld West, Gurtnellen, Wassen und Fellital (eidgenössisches Jagdbanngebiet): Peter Indergand, Wildhüter, Erstfeld (041 880 02 77; 079 667 97 90). – Seedorf,
Attinghausen: Ruedi Herger, Jagdaufseher, Attinghausen (041 870 04 65; 079 343 44 63). – Sisikon, Flüelen, Altdorf, Bürglen, Schattdorf, Spiringen und Unterschächen: Fredy Arnold, Wildhüter, Bürglen (041 870 93 58; 079 344 79 38). – Klausenpass, Urnerboden: Hansruedi Herger, Jagdaufseher, Urnerboden (055 643 12 14; 079 678 69 90). – Seelisberg, Bauen: Markus Aschwanden, Jagdaufseher, Seelisberg (041 820 03 41; 079 226 05 71). – Isenthal, Bauen und Urirotstock (eidgenössisches Jagdbanngebiet): Oskar Bissig, Jagdaufseher, Isenthal (041 878 14 74; 079 340 50 37).

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