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Hier entstehen Gärten für Asylsuchende

Der Asyl- und Flüchtlingsdienst des SKR Uri schafft in Erstfeld einen neuen Lebensraum für Asylsuchende. Auf 500 Quadratmetern können sie hier demnächst eigene Schrebergärten hegen und pflegen.
Carmen Epp
Kurt Strehler, Fachbereichsleiter des Asyl- und Flüchtlingsdienstes Uri, auf der Parzelle an der Reussmattstrasse, wo Asylsuchende ihre eigenen Gärten bewirtschaften sollen. (Bild: Carmen Epp (Erstfeld, 19. Juni 2018))

Kurt Strehler, Fachbereichsleiter des Asyl- und Flüchtlingsdienstes Uri, auf der Parzelle an der Reussmattstrasse, wo Asylsuchende ihre eigenen Gärten bewirtschaften sollen. (Bild: Carmen Epp (Erstfeld, 19. Juni 2018))

Im Frühling 2017 ist der SRK Asyl- und Flüchtlingsdienst Uri durch einen glücklichen Zufall zu einem unverhofften Angebot gekommen: 500 Quadratmeter Land in Erstfeld bewirtschaften zu können. «Die meisten Asylsuchenden kommen aus Ländern, in denen die Landwirtschaft zur Selbstversorgung einen hohen Stellenwert geniesst», erklärt Kurt Strehler, Fachbereichsleiter des Asyl- und Flüchtlingsdienstes Uri. Das Angebot passte also wie die Faust aufs Auge.

Angespornt durch diese unverhoffte Gelegenheit schmiedete Strehler Pläne mit einer Vision: Auf der Parzelle sollen dereinst Kleintiere gehalten werden, betreut von freiwilligen Helfern und Asylsuchenden, die im zur Liegenschaft gehörigen Bauernhaus einziehen und daneben einen Garten bewirtschaften. So sah es das Projekt «Lebensraum Bauernhof» vor, das im Herbst 2017 im Amtsblatt publiziert und öffentlich aufgelegt wurde. Seit April 2018 nimmt das Projekt nun allmählich Form an. Nach Schafen, Ziegen oder Hühnern sucht man auf dem Land an der Reussstrasse in Erstfeld bis heute aber vergebens. Das dürfte auch so bleiben, erklärt Strehler. «Nach Rücksprache mit dem Amt für Landwirtschaft hat sich ergeben, dass das Projekt so, wie wir es vorgesehen haben, die Anforderungen an die Kleintierhaltung nicht erfüllt.» Also konzentriere man sich stattdessen auf den Teil des Projekts, der genehmigt wurde: die Bewirtschaftung von 500 Quadratmetern Land als Garten.

Seltene Nutzpflanzen und Samen pflanzen

Der Garten soll in drei Bereiche unterteilt werden, wie Strehler erklärt: In einem Bereich werden den dem Kanton Uri zugewiesenen Personen des Asyl- und Flüchtlingsbereiches eigene Kleingärten zur Selbstversorgung – ähnlich einem Schrebergarten – zur Verfügung gestellt. «Dafür müssen sie sich verpflichten, den Garten für mindestens ein Jahr zu bewirtschaften und zu pflegen», erklärt Strehler. In einem weiteren Bereich sollen fünf bis zehn Asylsuchende zusammen mit freiwilligen Helfern seltene Nutzpflanzen und Samen produzieren. Die Produkte sollen am Wochenmarkt verkauft und in den Ausbildungsrestaurants Fomaz und Schützenmatt verwendet werden. Ein dritter Teil schliesslich wird für Schulen reserviert, die mit ihren Klassen eigene Kleingärten bewirtschaften möchten.

Obwohl ohne Schaf, Ziege und Co. kein klassischer Hof betrieben wird, so hält Strehler an der Ursprungsidee und auch am Projektnamen – Lebensraum Bauernhof – fest: «Die Liegenschaft wird mit den Gärten mit Leben gefüllt und so zu einem Raum, in dem Asylsuchende gemeinsam etwas entwickeln.» Der langjährige Fachbereichsleiter des Asyl- und Flüchtlingsdienstes Uri weiss, was durch diesen Lebensraum neben der Beschäftigung der Asylsuchenden alles möglich werden kann: «Dadurch, dass hier Schulen und Eltern vorbei kommen und die Asylsuchenden ihr Gemüse am Wochenmarkt verkaufen, werden wertvolle Begegnungen möglich, die vielleicht hier und da Berührungsängste abbauen können.»

Bis es so weit ist, gibt es noch einiges zu tun auf der Liegenschaft an der Reussstrasse in Erstfeld. Das Parterre des ehemaligen Wohnhauses wird zum Arbeitsraum umfunktioniert und mit WC und Dusche versehen. Und im Winter, spätestens aber im Frühling 2019, sollen die ersten Samen gesetzt werden.

Beim Projekt «Lebensraum Bauernhof» geht es darum, Asylsuchenden eine Tagesstruktur zu bieten. Da es dafür keine öffentlichen Gelder gibt, ist Strehler auf Sponsoren angewiesen. Er schätzt, dass allein die Renovation des Parterres im Wohnhaus zirka 30000 Franken kosten dürfte, hinzu kommen laufende Kosten während des Betriebs.

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