Hirsche im Kanton Uri: Mehr Abschüsse sind bereits Tatsache

SVP-Landrat Alois Arnold will, dass mehr Hirsche erlegt werden. Die Abschusszahlen steigen gemäss Regierungsrat jedoch seit Jahren.

Lucien Rahm
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Die Zahl der erlegten Hirsche nimmt im Kanton Uri seit Jahren zu.

Die Zahl der erlegten Hirsche nimmt im Kanton Uri seit Jahren zu.

Symbolbild: Pius Amrein (Luzern, 19. Oktober 2015)

«Sehr grosse Schäden» habe der Hirsch in den vergangenen Jahren im unteren Urner Kantonsteil angerichtet. Dies hält der Bürgler Landrat und -wirt Alois Arnold (1965) in einer parlamentarischen Empfehlung an den Regierungsrat fest, die er am 22. Mai 2019 eingereicht hat. Am 29. Januar soll sie im Landrat behandelt werden. Der Bestand der Wildtiere habe stark zugenommen, schreibt der SVP-Vertreter weiter. «Er ist mit der bestehenden Regelung völlig aus der Kontrolle geraten.»

Problematisch sei dabei, dass die Tiere das Wiesland beschädigen würden, welches durch den trockenen Sommer und den Schädlingsbefall eh schon gelitten habe. «Die Graswurzeln sind zum Teil abgestorben und was geblieben ist, haben noch die Egerlinge gefressen.» Viele Wiesen hätten neu gesät werden müssen. Und nun komme auch noch der Hirsch und setze dem Wiesland zu. «Für den Landwirt ergibt das Futterverluste durch Trittschäden – und sie fressen das Gras weg.»

Jagdbanngebiete sollen geöffnet werden

Der Hirsch müsse daher anders reguliert werden, fordert Arnold. Vorgaben an die Jäger, dass an gewissen Tagen der Jagd nur bestimmte Hirschtiere geschossen werden dürfen, sollen aufgehoben werden. Auch sollen Jagdverbote, die in gewissen Gebieten des Kantons für die Hirsche gelten, aufgehoben werden. Grundsätzlich wünscht sich Arnold, dass die Abschusszahlen beim Hirsch «massiv erhöht» werden.

Wozu Arnold den Regierungsrat auffordert, hat dieser schon so weit wie möglich umgesetzt. Die Abschusszahlen seien in den vergangenen zehn Jahren bereits stark erhöht worden, schreibt er in seiner Antwort auf Arnolds Vorstoss. So habe sich die Zahl geschossener Hirsche im Kanton Uri seit 2010 mehr als verdoppelt: von 184 auf 439 Tiere. Auch der Anteil an erlegten weiblichen Tieren sei in dieser Zeit angestiegen – beinahe um das Dreifache. Generell werden die angestrebten jährlichen Abschusszahlen aufgrund der Entwicklung des Bestandes und der Wildschäden – zu solchen kommt es auch in den Wäldern – in den vier Urner Jagdregionen bestimmt. «Werden diese Zahlen während der Hochwildjagd nicht erreicht, wird im November, wenn sich die Hirsche im viel kleineren Wintereinstandsgebiet befinden, eine Nachjagd auf weibliche Tiere durchgeführt», so der Regierungsrat.

Kühe und Kälber zum Abschuss freigegeben

Bereits hat die Regierung auch die Jagdzeiten verlängert und die Liste der Tiere, die geschossen werden dürfen, für einen bestimmten Zeitraum erweitert. Dieses Jahr wurde «die Abschusszeit in der ersten Hochwildjagdwoche um eine halbe Stunde bis um 20.30 Uhr verlängert.» Zudem war es erlaubt, während der letzten drei Tage der Hochwildjagd Hirschkühe und Kälber zu erlegen.

Dass in ausgewählten Jagdbanngebieten während gewisser Tage Hirsche geschossen werden dürfen, sei schon seit einigen Jahren Praxis. Zu Arnolds Wunsch nach einer uneingeschränkten Jagd auf sämtliche Hirschtiere schreibt der Regierungsrat: «Die Jagd muss artgerecht sein.» Das bedeute beispielsweise, dass die Muttertiere bestmöglich geschützt werden und ein «angemessenes Geschlechterverhältnis» bei den zum Abschuss freigegebenen Tieren herrschen müsse.

Viele von Arnolds Anliegen seien also bereits umgesetzt oder würden bald realisiert. «Der Regierungsrat ist jedoch weiterhin bereit, die aufgeworfenen Fragestellungen im Rahmen der Jagdplanung zusammen mit der Jagdkommission jährlich zu diskutieren.»

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