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Historisches Museum Uri zeigt «rollende Kinderträume unter dem Weihnachtsbaum»

Die Weihnachtsausstellung im Historischen Museum in Altdorf befasst sich diesmal vor allem mit Blechspielzeug. Alle Exponate, darunter viele Raritäten, stammen aus der reichhaltigen Sammlung des ehemaligen Chefarztes Remigi Joller, Bürglen.
Urs Hanhart
An der Weihnachtsausstellung im Historischen Museum in Altdorf gibt es viel zu entdecken. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

An der Weihnachtsausstellung im Historischen Museum in Altdorf gibt es viel zu entdecken. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

Um einem Studienkollegen seiner Frau, der nebenbei einen kleinen Antiquitätenladen betrieb, finanziell etwas unter die Arme zu greifen, erwarb Remigi Joller von ihm einen französischen Blecheisenbahnzug. Damit wurde die Sammelleidenschaft initiiert.

«Nachdem ich noch einige Lokomotiven und Wagen gekauft hatte, merkte ich bald, dass für einen Sammler angesichts der ungeheuren Menge von produzierten Modellen eine Spezialisierung unumgänglich ist», verriet Joller an der im Historischen Museum Uri in Altdorf abgehaltenen Vernissage zur Weihnachtsausstellung vom Dienstag, 27. November.

Ambulanzfahrzeuge im Zentrum

«Bedingt durch meinen Beruf als Arzt lag es nahe, das Interesse auf Rettungsfahrzeuge aller Art zu richten», sagte Joller. Die Sonderausstellung im Historischen Museum zum Thema «Rollende Kinderträume unter dem Weihnachtsbaum» zeigt deshalb als Hauptschwerpunkt Ambulanzfahrzeuge aus Blech.

Ambulanzfahrzeuge stehen im Zentrum der Ausstellung im Historischen Museum in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

Ambulanzfahrzeuge stehen im Zentrum der Ausstellung im Historischen Museum in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

Zu sehen gibt es aber auch Blech-Sanitätseisenbahnzüge, die vor allem während des Ersten Weltkriegs von fast allen deutschen Spielzeugherstellern produziert wurden. Ergänzend werden auch Rettungsmittel zu Wasser und aus der Luft, zivile Eisenbahnen sowie frühe Druckguss- und Plastik-Spielzeugambulanzen ausgestellt.

Das älteste Exponat ist eine um 1890 in Frankreich hergestellte Sanitätskutsche. Daneben gibt es noch weitere Ausstellungsstücke, die über 100 Jahre alt sind.

Groschenspielzeuge gelten als Rarität

Es gibt extrem viel zu bestaunen, sind doch mehrere hundert Modelle zu sehen. Die Palette reicht von so genannten Groschenspielzeugen, die früher für ganz wenig Geld erworben werden konnten, bis hin zu extrem detailgetreu und dadurch sehr aufwändig gefertigten Blechspielzeugen. Zu Ersteren verriet Joller: «Groschenspielzeuge sind durch die billige Machart sehr schnell kaputt gegangen. Deshalb gibt es nicht mehr viele davon und sie gelten dementsprechend mittlerweile sogar als Rarität.»

An der Vernissage kam zu Jollers üppiger Sammlung noch ein weiteres Stück hinzu. Der Präsident des Historischen Vereins Uri, Matthias Halter, schenkte ihm zum Dank ein aktuelles Modell eines Rega-Hubschraubers. Musikalisch umrahmt wurde der gut besuchte Eröffnungsevent von der Ländlerformation Donnschtig-Örgeler.

Matthias Halter, Präsident des Historischen Museums Uri (rechts), schenkte Remigi Joller an der Vernissage ein Modell eines Rega-Helikopters. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

Matthias Halter, Präsident des Historischen Museums Uri (rechts), schenkte Remigi Joller an der Vernissage ein Modell eines Rega-Helikopters. (Bild: Urs Hanhart, 27. November 2018)

Deutschland beherrschte lange den Markt

Blechspielzeug gibt es schon sehr lange. Durch die industrielle Revolution wurde es im 19. Jahrhundert möglich, Blech fein auszuwalzen, zu verzinnen, maschinell auszustanzen und zu biegen. Ab etwa 1820 entstanden die ersten Fabriken, die Blechspielzeug maschinell herstellten. Obwohl es in fast allen Industrienationen Hersteller gab, beherrschte Deutschland bis zum Zweiten Weltkrieg diesen Markt. Das Zentrum der Produktion lag in Nürnberg und Umgebung sowie in Brandenburg. Während des Zweiten Weltkriegs kam die Produktion praktisch vollständig zum Erliegen. Nach dem Krieg erlebte die deutsche Blechspielzeugindustrie nochmals einen Aufschwung, brach jedoch anfangs der 1960er-Jahre vollständig ein. Ursache des Niedergangs war zunächst eine Billigproduktion in Japan und dann später das Aufkommen von Plastikspielzeug. Heute existieren nur noch wenige kleine spezialisierte Firmen, die vor allem Replikas von seltenen und teuren historischen Modellen fertigen. Daneben gibt es auch noch chinesische Billigprodukte auf dem Markt. (urh)

Die Sonderausstellung im Historischen Museum Uri dauert bis am 6. Januar 2019. Sie ist mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung kann auch - mit oder ohne Führung – für Familien- oder Firmenapéros gebucht werden (Auskunft erteilt Familie Arnold, Telefon 041 870 19 06).

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