HOSPENTAL: Arbeiter legen den alten Weg wieder frei

Bei Sanierungs­arbeiten wurde eine alte Wegpflästerung entdeckt. Die Relikte des alten Passweges schlummerten unter einer dicken Humusschicht.

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Der Weg, wie er sich heute präsentiert (links) und wie er vor der Sanierung aussah. (Bilder Alex Theiler)

Der Weg, wie er sich heute präsentiert (links) und wie er vor der Sanierung aussah. (Bilder Alex Theiler)

Was die Bauarbeiter bei Sanierungsarbeiten an einem Wanderweg im Gebiet Firt in Hospental entdeckten, brachte selbst die Experten zum Staunen. Unter einer Humusdecke von rund 20 Zentimetern kam die längst vergessene Strassenpflästerung des alten Passweges über die Furka zum Vorschein.

Ein erster Augenschein zeigte, dass sich die Pflästerung aus Reussbollen und Steinplatten in einem tadellosen Zustand befindet. Anstelle der vorgesehenen Kofferung des Weges wurde die Pflästerung auf rund 150 Metern fachmännisch freigelegt und für die Wanderer wieder zugänglich gemacht.

Die Pflästerung des Weges ist wohl 650 Jahre alt
Wie alt diese Pflästerung ist, lässt sich nur schwer sagen. Die als Wegelement von nationaler Bedeutung eingestufte massive Steinbrücke unterhalb dieses Wegstückes wurde im 16. oder 17. Jahrhundert erstellt. Da sie an der alten Furt (Flurname Firt) steht, ist ihr sicher in älterer Zeit ein Holzsteg vorangegangen. Der Furkapass wurde mit dem Beginn der Walserwanderungen bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts rege begangen.

Es darf davon ausgegangen werden, dass dieser Weg bereits vor mehr als 650 Jahren begangen worden ist. Die Pflästerung wurde im Verlaufe dieser Jahrhunderte erstellt, unterhalten, erweitert und nach Unwettern renoviert. Nach dem Bau der mit Karren befahrbaren Güterstrasse von Tenndlen über Bielen nach Zumdorf wurde dieses Wegstück nicht mehr unterhalten, überwuchs und geriet damit in Vergessenheit.

«Wir wollten auf Juwelen am Wegrand aufmerksam machen»
Initiiert wurde die Sanierung dieses Wanderwegs durch das Projekt «Natur und Kultur Uri». Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die vielfältige Urner Natur- und Kulturlandschaft aufzuwerten, besser bekannt zu machen und im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung touristisch besser zu nutzen. Die Arbeiten konnten im Rahmen des Budgets von knapp 12'000 Franken ausgeführt werden.

Fredi Bieri, welcher als Geograf für das IVS im Einsatz steht, ist hocherfreut über das Resultat, aber auch darüber, wie die Aktion zu Stande gekommen ist: «Das Beispiel zeigt, dass auf Initiative engagierter Personen und im Rahmen einer guten Projektidee Gelder generiert werden können, sodass sich auch der Bund mit einem finanziellen Beitrag beteiligen kann.»

Auch bei der Projektleitung herrscht Genugtuung: «Wir wollen auf wenig beachtete Juwelen am Wegrand aufmerksam machen, jetzt haben wir selber ein solches Juwel gefunden und in Stand stellen können», sagt Geschäftsführer Bruno Zwyssig. Und er hofft, dass aufgrund dieses Erfolges weitere Gelder für die Fortsetzung des Projektes im oberen und unteren Reusstal generiert werden können.

Ruedi Bomatter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Urner Zeitung.