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HOSPENTAL: Der Clinch ums Winterhorn

Gemeinde, Kanton und Korporation wollen am Winterhorn einen sanften Tourismus. Den Umweltverbänden fehlen aber konkrete Vorschläge.
Markus Zwyssig
Am Winterhorn sollen die alten Anlagen verschwinden. Stattdessen will man auf sanften Tourismus setzen. (Archivbild Elias Bricker)

Am Winterhorn sollen die alten Anlagen verschwinden. Stattdessen will man auf sanften Tourismus setzen. (Archivbild Elias Bricker)

Markus Zwyssig

Das Winterhorn soll zu einem Landschaftsschutzgebiet werden. Mit der Skigebietserweiterung im Urserntal war dies den Umweltverbänden in einer Vereinbarung vom 9. Januar 2013 zugesichert worden. Als die Verhandlungen zu kippen drohten, hatte der Regierungsrat den Rückbau und das Errichten eines Landschaftsschutzgebiets am Winterhorn als zusätzlichen Trumpf eingebracht. Im vom Landrat vergangene Woche verabschiedeten Richtplan wurde das Gebiet jedoch lediglich als Vororientierung aufgenommen. Das sorgte für kritische Voten von Seiten der SP.

Vertragsbruch begangen?

Gar nicht zufrieden ist auch Pia Tresch von Pro Natura Uri. Sie spricht gar von einem Vertragsbruch. Den Umweltverbänden sei in dieser Vereinbarung die verbindliche Zusicherung gemacht worden, dass bei der nächsten Richtplanänderung am Winterhorn ein Landschaftsschutzgebiet ausgeschieden werde. «Wenigstens das Winterhorn soll vor weiteren neuen Infrastrukturen verschont werden», sagt Tresch. Trotzdem soll es möglich sein, am Winterhorn auch in Zukunft Erlebnistourismus anzubieten. Tresch könnte sich vorstellen, dass in einer frei zugänglichen Alphütte beim Käsen zugeschaut wird und in einem Alpbeizli verschiedene einheimische Produkte verkauft werden. Bereits im Oktober 2010 haben die Hochschule für Technik, Rapperswil, und das Institut für Landschaft und Freiraum ein Konzept zum naturnahen Tourismus entwickelt. Dieses stellten sie der Gemeinde Hospental, dem Regierungsrat, der Korporation Ursern und den Umweltverbänden vor. «Warum drei Jahre später noch immer kein definitives Konzept vorliegt, können wir von Pro Natura Uri nicht verstehen», sagt Pia Tresch. Die Gemeinde Hospental, die Regierung und die Korporation Ursern müssten sich nun an einen Tisch setzen und beweisen, dass sie ihr Versprechen einhalten werden.

Sanfter Tourismus soll möglich sein

Die Regierung verspricht, sich mit dem Gemeinderat Hospental dafür einzusetzen, dass die zulässigen künftigen Nutzungen innerhalb eines Landschaftsschutzgebiets Winterhorn geprüft werden. «Die neuen Chancen, die sich daraus eröffnen, sollen ausgelotet werden», sagt Justizdirektorin Heidi Z’graggen. In Workshops zusammen mit der Gemeinde, der Korporation und den Umweltverbänden wurden mögliche Varianten diskutiert, die nun mittels einer Nachhaltigkeitsstudie analysiert werden sollen. «Vorstellbar sind mehrere Varianten: ein Landschaftsschutzgebiet ohne jegliche Nutzung, sanfte Nutzungsarten mit sehr wenigen Eingriffen oder sogar intensivere Tourismusinfrastrukturen», erklärt Z’graggen. Zu letzterer Nutzungsart würde der Bau einer Seilbahn bis zur heutigen Mittelstation mit einer Reaktivierung des Restaurants Lückli zählen. Dies schliesst Z’graggen nicht völlig aus. Die Arbeiten an der Nachhaltigkeitsstudie könnten aufgrund finanzieller Zusagen der Beteiligten für ein Projekt der Neuen Regionalpolitik (NRP) wieder aufgenommen werden. Die Studie soll zeigen, wie die verschiedenen in den Workshops angedachten Varianten auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und natürlich die Umwelt wirken. Ziel ist es, diejenige Variante zu finden, die ein möglichst gutes Gesamtergebnis liefert.

Nächste Gespräche geplant

Auch die Gemeinde Hospental ist bereit, Hand zu bieten. «Unsere Mittel sind aber beschränkt», gibt Beda Regli, Gemeindepräsident der 200 Einwohner zählenden Gemeinde, zu bedenken. Im Herbst sollen jedenfalls die nächsten Gespräche der Gemeinde Hospental mit der Urner Regierung, der Korporation Ursern und auch der Umweltverbände zur Zukunft des Winterhorns stattfinden. «Gemeinsam – so bin ich überzeugt – finden wir einen guten Weg», so Heidi Z’graggen. Eines aber ist klar: Die bestehenden alten Anlagen am Winterhorn müssen komplett zurückgebaut werden.

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