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IGNAZ WALKER: Gericht rollt Ignaz Walkers alte Fälle auf

Der ehemalige Barbetreiber muss sich seit gestern vor dem Landgericht verantworten. Verhandelt werden Vorfälle, die teilweise über zehn Jahre zurückliegen, wie etwa häusliche Gewalt an seiner damaligen Frau.

Ignaz Walker stand gestern vor dem Landgericht. Diesmal wegen Vergehen und Verbrechen, die er 2006 bis 2010 begangen haben soll. Die Liste der Anklagepunkte ist lang: mehrfache qualifizierte Körperverletzung, mehrfache Drohung, mehrfache Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Verletzung der Auskunftspflicht.

Konkret soll Walker im Februar 2008 seine Frau geschlagen, sie mehrfach mit dem Tod bedroht und zum Verlassen der Wohnung genötigt haben. 2006 soll Walker einen Bargast mit einem Baseballschläger am Kopf verletzt und 2008 einen Polizisten bedroht haben.

Diese Vorwürfe wurden bereits vor sieben Jahren vor dem Landgericht behandelt. Das Gericht sprach Walker 2011 von den Vorwürfen der häuslichen Gewalt frei, verurteilte ihn jedoch wegen der Körperverletzung des Bargasts sowie der Drohung gegenüber dem Polizisten zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Busse.

Das Urteil wurde weitergezogen, woraufhin das Obergericht den Fall 2012 wegen Verfahrensfehlern zurück ans Landgericht wies. Dies, weil sich die Einvernahme der damaligen Ehefrau als nicht verwertbar herausstellte. In der Zwischenzeit sind zwei neue Anklagepunkte hinzugekommen: mehrfacher Pfändungsbetrug und falsche Anschuldigung. So soll Walker dem Betreibungsamt Vermögenswerte verschwiegen und in einem Verfahren einen Zeugen sowie einen Anwalt falsch angeschuldigt haben.

Fragen der Verjährung und der Verwertbarkeit

Ignaz Walker bestritt bei seiner Befragung durch Landgerichts-vizepräsident Heinz Gisler sämtliche Vorwürfe. Oberstaatsanwalt Thomas Imholz bezeichnete dies in seinem Plädoyer als bekannte Masche von Walker. Dabei glaube ihm «die Mär vom Justizopfer» inzwischen keiner mehr. Für Imholz ist klar: Die Akten sprechen für sich und für Walkers Schuld. Er fordert deshalb, Walker für die ihm zur Last gelegten Taten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten und einer Busse von 500 Franken zu verurteilen. Die Anwältin von Walkers damaliger Ehefrau, die als Privatklägerin auftritt, fordert eine Genugtuung von 6500 Franken und Schadenersatz von 1338 Franken.

Walkers Verteidiger, Linus Jaeggi, nahm sich in seinem Plädoyer viel Zeit, die Anklagepunkte einzeln durchzugehen und aufzuzeigen, wieso Walker in sämtlichen Punkten freigesprochen werden solle. Grundsätzlich hielt er aber – entgegen der zuvor vorgetragenen Meinung von Oberstaatsanwalt Imholz – fest, dass die Walker vorgeworfenen Taten inzwischen ohnehin verjährt seien. Und überhaupt seien, wie bereits damals vor dem ersten Verfahren vor Landgericht, die Aussagen der Exfrau sowie weiterer Belastungszeugen nicht verwertbar, weil Walker verwehrt wurde, bei den Befragungen Zusatzfragen zu stellen. – Wie sich Imholz und die Privatklägerin zu diesen Vorwürfen stellen, zeigt sich heute. Dann stehen die zweiten Parteivorträge sowie das letzte Wort des Beschuldigten an.

Carmen Epp

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