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Ignaz Walker ist wieder hinter Gittern

Am Donnerstagabend meldete sich Ignaz Walker im Gefängnis Grosshof in Kriens, um seine Haft anzutreten. Der Grund: Das Bundesgericht hat den Schuldspruch des Obergerichts wegen versuchten Mordes an seiner früheren Ehefrau bestätigt.
Carmen Epp

Donnerstag, 6. Dezember, kurz vor 15 Uhr. Ein Anruf in Abwesenheit, kurz darauf eine Nachricht. Der Absender: Ignaz Walker. «Bundesgerichtsurteil ist da. Kann nicht mehr lange sprechen.» Der Rückruf fällt kurz aus. Das Bundesgericht habe den Schuldspruch des Obergerichts bestätigt, sagt Walker. «Jetzt suchen sie mich.» Er habe sich aber freiwillig bei der Polizei gemeldet und sich auf 19 Uhr beim Gefängnis Grosshof angekündigt. «Jetzt muss ich los. Packen.»

Auch Linus Jaeggi, Walkers Anwalt, ist kurz angebunden. Ja, das Urteil sei da, sagt er. Und? «Sie können es sich ja denken.» Für ein Statement sei es zu früh. «Mir fehlen die Worte.» Ausserdem müsse er jetzt sowieso an die nächste Verhandlung. Auf Wunsch von Walker lässt Jaeggi unserer Zeitung das Urteil (6B_515/2018) zukommen.

Die Beweiswürdigung des Obergerichts, die Jaeggi beanstandet hatte, halte einer Willkürprüfung stand, heisst es darin. Das Obergericht habe Walker «gestützt auf ihre willkürfreien und damit verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen zu Recht des versuchten Mordes» schuldig gesprochen.

Ignaz Walker auf dem Weg ins Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Eveline Beerkircher, 6. Dezember 2018)

Ignaz Walker auf dem Weg ins Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Eveline Beerkircher, 6. Dezember 2018)

Galgenhumor an der Tür zum Gefängnis

Kurz vor 18.30 Uhr vor dem Gefängnis Grosshof in Kriens. Ein schwarzes Auto biegt auf den Parkplatz ein. Auf dem Beifahrersitz: Ignaz Walker. Dass er freiwillig zur Haft antritt, habe nichts mit einem Schuldeingeständnis zu tun. «Wenn ein Haftbefehl gegen mich vorliegt, stelle ich mich lieber gleich selber.» Er habe sich noch nie versteckt, sagt Walker weiter. «Ausserdem ist es da drinnen warm und hier draussen ist es kalt.»

Wie es «da drinnen» ist, weiss Walker bestens. Bis im September 2015 hatte er bereits viereinhalb Jahre in Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbracht. Klar sei das Leben in Haft hart, sagt er. Aber mit seinen Voraussetzungen in Freiheit zu leben, sei ebenfalls hart. «Und irgendwo fragt man sich: Was ist härter, welcher Kampf ist härter?»

Einen Kampf will er jedoch nicht aufgeben: den Kampf gegen seine Verurteilung. Ob er rechtlich noch was machen könne, wisse er nicht. «Irgendwann kommt die Wahrheit sicher an den Tag», sagt er, packt seine Plastiktaschen und läutet am Gefängniseingang. Um 18.45 Uhr schliesst sich die Tür hinter Walker – auf unbestimmte Zeit.

Ignaz Walker vor dem Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Eveline Beerkircher, 6. Dezember 2018)

Ignaz Walker vor dem Gefängnis Grosshof in Kriens. (Bild: Eveline Beerkircher, 6. Dezember 2018)

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