Ignaz Walkers Ex-Frau siegt vor Obergericht

Nataliya K. muss die Anwaltskosten, die ihr in der Verhandlung gegen ihren Ex-Mann wegen Körperverletzung entstanden sind, dem Staat nicht zurückzahlen.

Lucien Rahm
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Drohung gegen Behörden, mehrfacher Pfändungsbetrug, Verletzung der Auskunftspflicht gegenüber der Arbeitslosenkasse – hierfür hat das Urner Landgericht den Ex-Barbetreiber Ignaz Walker zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten und einer Busse von 250 Franken verurteilt.

Auch Walkers Ex-Frau Nataliya K. war in diesem Fall, über welchen das Landgericht 2017 urteilte, involviert – und mit dem Entscheid nicht zufrieden. Nun scheint das Verfahren, gegen welches K. in der Folge Berufung einlegte, zu einem Ende zu kommen – und zwar zu einem zumindest teilweise positiven aus Sicht von K.

Mangels Beweisen freigesprochen

Sie forderte in ihrer Berufung, ihr Ex-Mann sei wegen der qualifizierten einfachen Körperverletzung, die er an ihr begangenen haben soll, schuldig zu sprechen. Auch eine damit zusammenhängende Genugtuung von 3000 Franken sei ihr zuzusprechen. Mangels Beweisen hatte das Landgericht Walker vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen.

Ausserdem beschloss das Landgericht im erstinstanzlichen Urteil, dass der Staat die Anwaltskosten von K. in der Höhe von 22'500 Franken übernimmt. Sollte K. allerdings irgendwann wieder zu Geld kommen, müsste sie diesen Betrag der öffentlichen Hand zurückzahlen. Auch gegen diesen Entscheid wehrte sich K. in der Berufung. Und dies erfolgreich, wie das zweitinstanzliche Urteil zeigt, das seit kurzem vorliegt.

Das Obergericht hält darin fest: Da K. im betreffenden Fall die sogenannte Opfereigenschaft zukomme, sei es nicht zulässig, von ihr eine Rückzahlung der Anwaltskosten zu fordern, sollte sich ihre finanzielle Lage dereinst verbessern.

Auch Staatsanwaltschaft legte Berufung ein – und zog sie wieder zurück

Nicht zu entscheiden hatte das Obergericht über die anderen zwei Forderungen, die K. in ihrer Berufung geltend gemacht hatte. Denn diese zog sie noch vor der Behandlung durch das Obergericht wieder zurück.

Auch die Staatsanwaltschaft legte damals zunächst Berufung gegen das Urteil des Landgerichts ein, zog diese dann aber ebenfalls zurück. Man habe dies getan, weil der Beschuldigte in den Hauptanklagepunkten schuldig gesprochen worden sei, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Imholz im vergangenen Juni gegenüber unserer Zeitung. «Bei diesem Schuldspruch soll es auch bleiben. Zudem war der Freispruch in den Nebenanklagepunkten nachvollziehbar begründet, sodass eine Verurteilung im Berufungsverfahren als eher unwahrscheinlich erschien.»

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