Zwei Urner tauschen sich aus über ihren Einsatz für mehr Ordnung

Willy Schaffner und Walter Wüthrich haben sich für das geordnete Nebeneinander von Menschen engagiert.

Drucken
Teilen
Rund 8000 Menschen ziehen an der bewilligten «Frühlingsdemo» vom 21.März 1981 durch Zürich.

Rund 8000 Menschen ziehen an der bewilligten «Frühlingsdemo» vom 21.März 1981 durch Zürich.

Symbolbild: Keystone/Str

(pd/ml) Am Donnerstag, 12. März, um 20 Uhr treffen sich in der Kantonsbibliothek Uri zwei seit vier beziehungsweise drei Jahren pensionierte Urner. Sie haben ihr Berufsleben dem politischen Wunsch nach geordnetem Nebeneinander von Menschen verschiedener Ansichten und Bedürfnisse gewidmet, jeder in einer total anderen Art und in total anderem Umfeld.

Willy Schaffner hat sich im Zürich der Achtzigerjahre als Stadtpolizist unerkannt in die Szene der Jugendbewegung eingeschlichen, um seinen Vorgesetzten Namen und Absichten der «Bewegten» zu liefern und der Polizei ein gezieltes Eingreifen zu ermöglichen. Er tat dies in einer Zeit und einem Umfeld, welches eine solche Tätigkeit völlig ausserhalb gesetzlicher Schranken ermöglichte. Nach seiner Enttarnung durch die Presse nahm er eine wichtige Vermittlerfunktion zwischen Stadtpolizei und Gruppen mit offensichtlichem oder vermutetem Gewaltpotenzial ein.

Buch über das Doppelleben

Walter Wüthrich war in den Achtzigerjahren Urner Verhörrichter für alle Deliktsbereiche vom Strassenverkehrsdelikt über den Mordfall bis zur Wirtschaftskriminalität. Am Ende seiner Berufslaufbahn war er von 2004 bis 2016 Richter am Bundesstrafgericht in Bellinzona, wo er sich schwergewichtig mit Anklagen der Bundesanwaltschaft bezüglich grober Wirtschaftskriminalität (internationale Korruption, Geldwäscherei) und Terrorismus auseinandersetzen und dabei strenge verfahrensmässig und materiellrechtliche Regeln beachten musste.

Tanja Polli hat über Willy Schaffner das Buch mit dem Titel «Das Doppelleben des Polizisten Willy S.» veröffentlicht. Walter Wüthrich liest Passagen daraus und moderiert das Gespräch mit Willy Schaffner aus der Sicht seines eigenen beruflichen Hintergrunds. Im Anschluss kann das Buch gekauft werden. 

Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen gibt es unter: www.kbu.ch