Im Kanton Uri hat die Zahl der Straftaten abgenommen

Die Urner Kantonspolizei hat im vergangenen Jahr 911 Straftaten registriert. Das sind vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht.

Markus Zwyssig
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Im Kanton Uri ereigneten sich weniger Einbruchdiebstähle (gestellte Szene)

Im Kanton Uri ereigneten sich weniger Einbruchdiebstähle (gestellte Szene)

Bild: Keystone

Im vergangenen Jahr kam es im Kanton Uri zu einem versuchten Tötungsdelikt. Zudem musste eine vorsätzliche schwere Körperverletzung rapportiert werden. Im Jahr zuvor waren es vier. Die polizeilich registrieren Straftaten nahmen im Kanton Uri gemäss Kriminalstatistik ab. So wurden 2019 im Kanton Uri insgesamt 911 Delikte erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Reduktion von 39 Straftaten (-4 Prozent) entspricht.

Die Zahl bei den einfachen Körperverletzungen ist von 17 auf 21 angestiegen. Das entspricht einem Plus um 24 Prozent. Die im Jahre 2019 verzeichneten Straftaten gegen Leib und Leben nahmen insgesamt um 31 Prozent auf 67 zu (51). Die Gesamtzahl der verzeichneten Gewaltstraftaten erhöhte sich um 25 Prozent auf 106 Straftaten (85).

Die Straftaten wegen Drohung und Gewalt gegen Beamte reduzierten sich von neun im Vorjahr auf zwei (-78 Prozent). Bei einem dieser Vorfälle wurden vier Polizisten von einem angetrunkenen Fahrzeuglenker mit einer Handfeuerwaffe bedroht.

Sexuelle Integrität: Es kam zu mehr Übergriffen

Die Zahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität hat von elf auf 26 Delikte zugenommen. Im Weiteren wurden 21 (3) Fälle wegen verbotener Pornografie, zwei Fälle wegen Exhibitionismus, ein Fall wegen Vergewaltigung im Beziehungsumfeld bearbeitet.

Die Zahl der Delikte gegen das Vermögen ist gesunken. So wurden 387 Straftaten (458) verzeichnet, was einer Abnahme von 16 Prozent bedeutet. Die Anzahl Einbruchdiebstähle sind mit 33 im Vergleich mit dem Vorjahr (63) massiv rückläufig. 20 Tatbestände waren die Folge von Einbrüchen in Ein- und Mehrfamilienhäuser, drei in Verkaufsräume, zwei beim Baugewerbe sowie acht in Gewerberäume, Restaurationen, bei Automaten oder in übrige Gebäude. Die Einschleichdiebstähle reduzierten sich mit zwölf Delikten um beinahe die Hälfte gegenüber dem Vorjahr (23). Mit sieben Taschendiebstählen (3) sowie drei Trickdiebstählen (2) nahmen die Zahlen leicht zu.

Prävention hilft, aber viele sind immer noch sehr leichtgläubig

Die Abnahme von Betrugsdelikten um 21 Prozent auf 30 Straftaten führt die Polizei auch auf die präventive Wirkung der Öffentlichkeitsarbeit zurück. «Dennoch ist es immer wieder überraschend, wie viele Personen im Internet bei einem Verkauf dem Käufer auf dessen Nachfrage Geld überweisen, damit der Kauf angeblich stattfinden kann», heisst es dazu in der Mitteilung.

Die Straftaten gegen die Freiheit gingen zahlenmässig um 27 Prozent zurück auf 99 Delikte zurück. Im Vorjahr waren es noch deren 135. Dabei wurden 30 Drohungen (20), 11 Nötigungen (11) und 10 Hausfriedensbrüche ohne Diebstahl (12) registriert.

2019 wurden von der Kantonspolizei Uri insgesamt 58 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert (38). Fünf Übertretungen (9) wurden im Ordnungsbussenverfahren geahndet. Der Anstieg der Anzeigen ist damit erklärbar, dass im Jahr 2019 ein grösseres Ermittlungsverfahren durchgeführt werden konnte.

Kleine Fallzahlen kann zu grossen Ausschlägen führen

Verschiedene Straftaten ereignen sich in einem kleinen Kanton wie Uri selten. In der Kriminalstatistik wird daher darauf hingewiesen, dass die prozentualen Vergleiche der Jahreswerte teils erhebliche Ausschläge aufweisen und nicht adäquat als Phänomen oder als Trend gewertet werden können.

Kriminalstatistik Uri 2019

Straftaten nach Gesetzen, Aufklärung und Vorjahresvergleich
2018 2018 2019 2019 Differenz
Straftaten Aufklärung Straftaten Aufklärung Differenz zum Vorjahr
Strafgesetzbuch 745 39.1% 685 47.0% -8%
Betäubungsmittelgesetz 38 97.4% 58 100% 53%
Ausländer und Integrationsgesetz 90 100% 85 100% -6%
Überige Bundesgesetze 77 85.7% 83 84.3% 8%

Hinweis: Die Statistik im Detail finden Sie hier