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In Bauen ist man - mit Ängsten - für Fusion

Am zweiten Bevölkerungsforum gab es wenig Einwände gegen eine Fusion mit der Gemeinde Seedorf. Angst haben die Einwohner von Bauen aber vor einer Zunahme von Ferienwohnungen und davor, plötzlich keinen Gemeinderat mehr zu haben.
Paul Gwerder
Unter der Leitung von Stephan Käppeli von der Hochschule Luzern machten die Gruppenmitglieder engagiert mit. (Bild: Paul Gwerder, Bauen, 2. Juli 2018)

Unter der Leitung von Stephan Käppeli von der Hochschule Luzern machten die Gruppenmitglieder engagiert mit. (Bild: Paul Gwerder, Bauen, 2. Juli 2018)

Im März hatte die Bevölkerung von Bauen Gelegenheit erhalten, beim ersten Forum Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen bezüglich einer möglichen Fusion der beiden Gemeinden Bauen und Seedorf einzubringen. Am Montagabend, 2. Juli, wurden nun im Mehrzweckgebäude die ersten Zwischenergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen präsentiert. Dies geschah im gleichen Rahmen wie in Seedorf. Am zweiten Bevölkerungsforum nahmen rund 30 Personen teil.

Das bevölkerungsmässig mehr als zehnmal kleinere Bauen soll von Seedorf aufgenommen werden. «Beide Gemeinden müssen mit einem Zusammenschluss einverstanden sein, und ein Bürgerrecht von Bauen wird es dereinst nicht mehr geben», erklärte Gesamtprojektleiter Patrick Deicher von der BDO AG. Seedorf würde im Falle einer Fusion die Rechtsnachfolge von Bauen und somit sämtliche Verträge und Verpflichtungen übernehmen. «Neu haben auch die Bauer das Bürgerecht von Seedorf, die Postleitzahl und die Ortsteilbezeichnung Bauen (inklusive Wappen) würden hingegen unverändert bleiben.»

Kritische Fragen zu Finanzen und Steuern

«Wie sich eine allfällige Fusion in finanzieller Hinsicht auswirken wird, kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht genau gesagt werden, dazu laufen detaillierte Abklärungen», sagte Deicher. «Wir werden auch die Infrastruktur beider Gemeinden genau untersuchen und schauen, ob es da oder dort nicht noch "eine Leiche im Keller" hat.»

Ein Bürger äusserte sich kritisch: «Es ist heikel, wenn uns heute ein Steuerfuss von 90 Prozent aufgezeigt respektive versprochen wird.» Der Projektleiter konnte allerdings Entwarnung geben: «Vor der Abstimmung können gerade solche Fragen genau beantwortet werden. Wir wollen die Zahlen transparent auf den Tisch legen.»

Vorgesehen ist, dass bis November 2018 eine Fusionsanalyse vorliegt. Ende 2019 sollen die Stimmberechtigten von Seedorf und Bauen dann an der Urne über den Fusionsvertrag befinden können. Bei einem Ja würde Bauen am 1. Januar 2021 zu Seedorf stossen.

Bauen soll eine attraktive Wohngemeinde bleiben

Im zweiten Teil des Abends wurden die Leute in drei Gruppen aufgeteilt. Sie diskutierten dabei über die Rollen und Quartierstrukturen der beiden Ortsteile. Kommt es zu einem Zusammenschluss, dann würde der Anteil der Zweitwohnungen über die beiden Gemeindegebiete weit unter 20 Prozent sinken.

Bei der Besprechung der Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurde klar, dass die Bevölkerung von Bauen gerade davor grosse Angst hat. «Wir wollen nicht von Ferienwohnungen überflutet werden, die sowieso fast das ganze Jahr leer stehen», forderte ein Einwohner. «Wir wollen weiterhin eine attraktive Wohngemeinde mit einer hohen Lebensqualität bleiben.» Er glaube, dass die Immobilienpreise nach der Fusion stark ansteigen und sich die Einheimischen gar keine Wohnungen mehr leisten könnten. Die grosse Mehrheit sah dies genauso und verlangte, dass dies im Vertrag festgehalten werde, auch wenn dazu möglicherweise die Kantonsverfassung geändert werden müsse.

Mindestens ein Gemeinderatssitz für Bauen

Ebenfalls möchte die Bevölkerung des Ortsteils Bauen mindestens einen Gemeinderatssitz in der künftigen Gemeinde Seedorf haben. «Aus rechtlichen Gründen gibt es keine Sitzgarantie, denn man setzt auf eine ausgeglichene und freiwillige Beteiligung der beiden Ortsteile», hielt Stephan Käppeli von der Hochschule Luzern dazu fest.

Auch in Zukunft soll die Bevölkerung von Bauen ein Anhörungs- und Vorschlagsrecht in Belangen ihres Ortsteils haben. Am Forum wurde aber erwähnt, dass eine gemeindliche Volksinitiative problematisch werden könnte, da niemals 10 Prozent der Stimmberechtigten, die es für eine Initiative braucht, in Bauen Wohnsitz haben dürften.

Ende Jahr wird Fusionsanalyse vorgestellt

Anlässlich des Bevölkerungsforums vom Montagabend ist allerdings klar geworden, dass fast alle Anwesenden heute einer Fusion zustimmen würden. Abschliessend meinte ein Bewohner: «Nicht nur Bauen profitiert nach einem Zusammenschluss, sondern auch Seedorf, und es wird sich für beide Ortsteile einiges ändern.»

Abschliessend hielt Deicher fest: «Wir werden nun die Inputs des heutigen Abends in die weiteren Arbeiten einfliessen lassen und alle Details genau abklären, sodass wir Ende Jahr der Bevölkerung bei einem weiteren Forum die Fusionsanalyse vorstellen können.»

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