Pausenhalle, Seilbahn und Strassensanierung: In den Urner Gemeinden geht es am Sonntag neben den Wahlen um viel Geld

Neben den eidgenössischen Abstimmungen kommt es am Sonntag in mehreren Gemeinden zu kommunalen Urnengängen.

Markus Zwyssig
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Das Altdorfer Schulhaus St. Karl.

Das Altdorfer Schulhaus St. Karl.

Bild: Urner Zeitung

In Altdorf wird über zwei Kreditbegehren abgestimmt. Zum einen geht es um 335'000 Franken für den Bau einer Pausenhalle und eines hindernisfreien Zugangs zum Schulhaus St.Karl. Zum andern sind 1,2 Millionen Franken für die Sanierung der Bahnanlage der Luftseilbahn Flüelen-Eggberge beantragt.

Der Umbau und die Erweiterung des Schulhauses St.Karl wurden vor rund 20 Jahren geplant und bis 2002 realisiert. Die Nutzfläche des damals bestehenden Schulhauses wurde damit mehr als verdoppelt. Neben zusätzlichen Klassenzimmern entstanden Nebenräume für Gruppenunterricht, Arbeitszimmer für Lehrpersonen sowie eine Aula. Aus Kostengründen musste auf den Bau einer Pausenhalle verzichtet werden.

Zurzeit werden in diesem Schulhaus 15 Primarklassen und 2 Kindergartenklassen unterrichtet. Das sind rund 360 Personen (Lehrpersonen und Schüler). Mit Ausnahme des Vorplatzes beim Schulhauseingang und dem Velounterstand gibt es auf dem Pausenplatz keine gedeckten Aussenflächen. Bei allen übrigen Schulanlagen der Gemeinde sind Pausenhallen vorhanden. Ein befestigter Zugangsweg ab der Gitschenstrasse zum Schulhaus ist nicht vorhanden.

Die geplante Pausenhalle wird zwischen dem Kinderspielplatz St.Karl und dem Pausenplatz erstellt. Die dort vorhandene lange Sitzbank wird überdeckt. Es entsteht eine 170 Meter grosse und zirka 3,50 Meter hohe, offene Halle. Das Betondach liegt auf vorfabrizierten, pilzförmigen Betonstützen. Die 5 Stützen sind versetzt angeordnet. «Damit werden die Wurzeln der unmittelbar angrenzenden Bäume des Kinderspielplatzes weniger tangiert», heisst es in der Botschaft der Gemeinde Altdorf.

Der Hallenboden wird befestigt und ist hindernisfrei zugänglich. Er ist verbunden mit einem in gleicher Weise ausgeführtem Weg, der bis zur Rampe beim Schulhauseingang führt. Die Zustimmung des Stimmvolks vorausgesetzt, werden die Bauarbeiten voraussichtlich im Sommer ausgeführt.

Eggberge: In die Seilbahn muss viel investiert werden

Die Seilbahn Eggberge.

Die Seilbahn Eggberge.

Bild: PD

Beim zweiten Kreditbegehren, über das die Altdorfer am Wochenende befinden, geht es um umfangreiche Sanierungen und Erneuerungen, die in den kommenden Jahren bei der Luftseilbahn Flüelen-Eggberge (LFE) notwendig werden. Neben dem Ersatz der bestehenden Kabinen muss auch die Seilanlage ersetzt werden. Zudem sind gesetzlich vorgeschriebene Erneuerungen und Anpassungen der Berg- und Talstation, der Stützen, der Windmessanlage und der Fernüberwachung notwendig. Diese Arbeiten werden nicht auf einen Schlag ausgeführt, sondern in den kommenden Jahren gestaffelt umgesetzt.

Zur Finanzierung der notwendigen Investitionen sind Mittel aus der Seilbahnförder­strategie des Kantons sowie Beiträge der Gemeinden Altdorf und Flüelen unerlässlich. Das NRP-Programm des Kantons sieht maximale Beiträge von 10 Prozent der anrechenbaren Investitionen sowie zinslose Darlehen im Umfang von 40 Prozent der Kosten vor. Gemäss ersten Einschätzungen werden sich die Beiträge der Neuen Regionalpolitik (NRP) auf rund 100'000 Franken belaufen.

Die Aktiengesellschaft LFE kann die benötigten Mittel nicht aus eigener Kraft aufbringen und auch die Darlehen aus dem laufenden Betrieb nicht amortisieren. Der Gemeinderat erachtet daher eine Beteiligung an den gesamten Investitionen von maximal 1,2 Millionen Franken als angemessen und notwendig, um einerseits dem gesetzlichen Erschliessungsauftrag nachzukommen und andererseits das wichtigste Tourismus- und Naherholungsgebiet auf Altdorfer Gemeindegebiet zu stärken.

«Flickenteppich» muss saniert werden

In Erstfeld wird über einen Kreditantrag in der Höhe von 420'000 Franken für die Sanierung der Reussstrasse Nord/Riedstrasse abgestimmt. Diese befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. In den vergangenen Jahren wurden jeweils nur die gröbsten Schäden instand gestellt. «Mittlerweile gleicht die Strasse in weiten Teilen einem Flickenteppich», heisst es in der Botschaft der Gemeinde Erstfeld. «Auch aus Gründen der Verkehrssicherheit ist eine umfassende Sanierung angezeigt.» Stimmt das Volk dem Kreditbegehren zu, werden die Arbeiten diesen Frühling ausgeführt. Damit die Anwohner die Reussstrasse/Riedstrasse mit möglich wenigen Einschränkungen befahren können, soll die Ausführung in Etappen erfolgen. Für Anwohner, die während der Bauarbeiten für eine gewisse Zeit ihre Fahrzeuge nicht bei ihrer Liegenschaft abstellen können, werden temporäre Ersatzparkplätze zur Verfügung gestellt.

In Gurtnellen finden Gemeinderatswahlen statt. Zur Wahl als Präsidentin stellt sich die Gemeindepräsidentin ad interim Verena Tresch-Arnold zur Verfügung. Alex Kündig ist offizieller Kandidat als Mitglied im Gemeinderat. Das Amt des Verwalters oder der Verwalterin ist zurzeit pendent.

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