In das Alters- und Pflegeheim Spannort soll nachhaltig investiert werden

In das Pflegeheim sollen nachhaltige Investitionen getätigt werden. Die Küche entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Bewohner müssen mit einer moderaten Erhöhung der Pflegetaxen rechnen.

Paul Gwerder
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Die baulichen Investitionen sollen dazu beitragen, dass das Alters- und Pflegeheim auch für die nächste Generation von Bewohnern attraktiv bleibt. (Bild: Paul Gwerder)

Die baulichen Investitionen sollen dazu beitragen, dass das Alters- und Pflegeheim auch für die nächste Generation von Bewohnern attraktiv bleibt. (Bild: Paul Gwerder)

Der «Spannort» in Erstfeld ist eine öffentlich-rechtliche Institution der Gemeinde Erstfeld und stellt die stationäre Langzeitpflege für die Einwohnerinnen und Einwohner von Erstfeld und Silenen sicher.

Die Anzahl der Bewohner hat sich seit der Eröffnung im Jahr 1990 von 65 auf 78 Personen erhöht. In der Anfangsphase mussten nur gerade 20 Menschen Pflegeleistungen in Anspruch nehmen – heute sind es über 70. Dies hatte zur Folge, dass der Personalbedarf von rund 26 Vollzeitstellen auf 54 angestiegen ist, aufgeteilt auf 105 Mitarbeiter.

Küche ist nicht mehr zeitgemäss

Das bald 30-jährige Haus ist immer noch in einem baulich guten Zustand und weist eine zweckmässige und funktionale Struktur auf. Jedoch hat sich gezeigt, dass die Küche, sowie die Kühl- und Lagerräume, nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Weiter soll der Eingangsbereich, das Treppenhaus, die Cafeteria und die beiden Speisesäle erneuert werden und ein Anbau auf der östlichen Hausseite soll die prekären Platzprobleme für das Personal lösen.

Die Baukommission unter der Leitung des Präsidenten des Verwaltungsrats des «Spannorts», Bernhard Indergand, hat entschieden, dass der Umbau auf insgesamt fünf Baulose aufgeteilt wird. Diese stehen in Abhängigkeit zueinander. So soll noch im November 2019 mit dem Anbau auf der Ostseite begonnen werden. Dort wird im Untergeschoss der neue Personalraum realisiert. Er umfasst eine Küche mit Aufenthaltsraum, Ruheraum, ein Sitzungszimmer sowie Garderoben.

Küchen-Container als Übergangslösung

Im Sommer 2020 ist vorgesehen, die Kücheneinrichtungen und Kühlanlagen, sowie die Lagerräume zu ersetzen. Während der Totalsanierung der Küche werden die Mahlzeiten rund vier Monate lang in temporär aufgestellten Küchen-Containern zubereitet. Für die Optimierung der Ver- und Entsorgung wird an der Nordseite der Küche ein Anbau mit Lift erstellt. Dieser dient auch der Versorgung des neuen Speisesaals im zweiten Obergeschoss. Nach Bauprogramm sollen 2021 der neue Eingangs- und Empfangsbereich und das Treppenhaus neu erstellt werden. Sämtliche Bodenplatten werden auf allen Stockwerken durch einen fugenlosen Bodenbelag ersetzt. Die beiden Speisesäle im 1. und 2. Obergeschoss werden gleich gestaltet wie die neue Cafeteria. Ebenfalls erneuert werden die allgemeinen Pflegebadezimmer. Optimierungen bei der Umgebungsgestaltung und der Parkplatzsituation runden das Projekt ab.

Mit dem Budget 2018 genehmigte die Einwohnergemeindeversammlung einen Planungskredit von 90000 Franken. Es wird mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren gerechnet. Für den Verwaltungsrat des «Spannorts» ist es ein grosses Anliegen, dass der Betrieb des Heims während dieser Phase nahtlos weiterläuft und der Tagesablauf der Bewohner möglichst wenig beeinträchtigt wird. Der gesamte Umbau des Heimes wird 6,8 Millionen Franken kosten und einen Mehrwert von 2,4 Millionen Franken bringen.

Im «Spannort» wurde immer sehr haushälterisch mit Geld umgegangen. Weil das Anlagevermögen praktisch abgeschrieben ist, konnten in den vergangenen Jahren jährliche Rückstellungen von 600000 Franken für künftige Investitionen getätigt werden. Deshalb ist es möglich, dass die geplante bauliche Investition vollständig aus eigenen Mitteln – die inzwischen fast 6 Millionen Franken betragen – getätigt werden kann.

Pflegetaxen sollen leicht erhöht werden

Nach der Sanierung müssen die Heimbewohner mit einer Erhöhung der Pflegetaxen von 4.50 Franken pro Tag rechnen. Diese moderate Erhöhung ist verantwortbar, gehört doch der «Spannort» zu den Urner Pflegeheimen mit den tiefsten Pensionstaxen. Die baulichen Investitionen sollen dazu beitragen, dass das Heim auch für die nächste Generation von Bewohnern attraktiv bleibt.

Gemäss der Erstfelder Gemeindeordnung unterliegen neue einmalige Ausgaben, die den Betrag von 300000 Franken je Geschäft übersteigen, einer Urnenabstimmung. Die Verantwortlichen des «Spannorts» sehen der Gemeindeabstimmung vom 10. Februar 2019 zuversichtlich entgegen, da weder auf Geld von einer Bank, der Gemeinde, noch der Steuerzahler zurückgegriffen werden muss.

Am Mittwoch, 23. Januar, 19.30 Uhr, findet im «Spannort», eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bevölkerung zum geplanten Umbau statt.