In Erstfeld lebt eine alte Schweinerasse wieder auf

Das Alpine Netzwerk Pro Patrimonio Montano will die Vorteile des schwarzen Alpenschweins nutzen. Dazu gehört der ökologische Nutzen ebenso wie die besonderen Eigenschaften des Fleisches.

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Alpenschweine waren noch vor hundert Jahren im Alpenraum verbreitet.

Alpenschweine waren noch vor hundert Jahren im Alpenraum verbreitet.

Bild: PD

(ml) Einige schwarze Alpenschweine in Erstfeld bilden die erste Zuchtgruppe im Kanton Uri. Dem Alpinen Netzwerk Pro Patrimonio Montano ist es gelungen, in Österreich, Südbayern, Norditalien und der Schweiz 55 solche Zuchtgruppen neu aufzubauen. Noch vor rund hundert Jahren gab es im Alpenraum eine grosse Zahl dieser Schweine. Sie wurden allerdings von importierten Leistungsrassen verdrängt, wie das Netzwerk in einer Mitteilung schreibt. Nur drei kleine Restpopulationen überlebten.

Das Projekt «Schwarzes Alpenschwein» will auf die Qualitäten dieses Typs setzen und eine Marktnische besetzen. «Produkte aus extensiver Haltung, traditionell zubereitet, geschmacklich überdurchschnittlich und aus der Region haben Zukunft und werden mit besonderen Labeln vermarktet», so das Netzwerk. Ziel ist die Zucht alpentauglicher Weideschweine mit mässigem Fettansatz.

Im vergangenen Oktober hat Pro Patrimonio Montana vier Zuchtgruppen nach acht Monaten aus der Quarantäne im Tierpark Goldau entgegengenommen. Inzwischen sind es zehn Zuchtgruppen, verteilt auf verschiedene Schweizer Berggebiete. Die ersten Masttiere kommen im Herbst dieses Jahres auf den Markt. Sie brauchen mit 18 Monaten dreimal länger bis zur Schlachtung als die heutigen Leistungsschweine.

Alpenschweine bekämpfen Ampfern

Die Alpenschweine eignen sich durch ihren leichten, kräftigen Körperbau besonders gut für die Bergwiese, wie Pro Patrimonio Montano schreibt. Ausserdem sind sie dank ihrer dunklen Färbung nicht sonnenbrandgefährdet und können im Gegensatz zu modernen Rassen ganztags draussen sein. Die Alpenschweine bekämpfen Ampfern, lockern von Rindern verdichtete Lägerfluren und sind auch ökologisch interessant. Sie nutzen die grosse Artenvielfalt an Berg-Gräsern und Kräutern. Diese Pflanzen geben dem Fleisch gemäss Pro Patrimonio Montano einen einzigartigen Geschmack. Weiter reichert die Aufnahme von Grünfutter das Fleisch mit Omega-3-Fettsäuren an, die dem modernen Schweinefleisch fehlen. Weiter sind sie sehr robust und brauchen kaum Betreuung.