In Flüelen lebt die 60-jährige Tradition weiter

30 Formationen haben am vergangenen Samstag anlässlich der «Chäppeli-Chilbi» in Flüelen für einen guten Zweck musiziert.

Georg Epp
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Der 90-jährige Jonny Gisler (links) war ältester Musikant an der Chäppeli-Chilbi, im Bild mit Alois Ziegler am Bass und Otto Bissig.
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Der 90-jährige Jonny Gisler (links) war ältester Musikant an der Chäppeli-Chilbi, im Bild mit Alois Ziegler am Bass und Otto Bissig.
Die Stammformation Echo vom Gitschli zusammen mit Hans Bär; von links: Michi Infanger am Bass, Klaus Infanger, Hans Bär und Christian Müller.
Sie eröffneten die Chäppeli-Chilbi in der Seerose; von links: Jonas Ziegler, Robi Arnold, Michi Epp, Michi Infanger, Klaus Infanger, Danilo Epp und Koni Gisler.
Erwin Gasser (links) und Hans Planzer sind seit vielen Jahren immer wieder dabei, im Bild mit Alois Ziegler am Bass.
Die Flüeler Sängerknaben verschönerten den Gedenkgottesdienst in der Kapelle musikalisch.

Der 90-jährige Jonny Gisler (links) war ältester Musikant an der Chäppeli-Chilbi, im Bild mit Alois Ziegler am Bass und Otto Bissig.

Bild: Georg Epp (Flüelen, 11. Januar 2020)

Vor 60 Jahren feierte man in Flüelen den Spatenstich zur hauseigenen Kapelle im damaligen Bürgerheim und der heutigen Alterspension Seerose musikalisch. Es war die Geburtsstunde der «Chäppeli-Chilbi». Mit dem Erlös aus der spontanen «Musikstubetä» realisierte man einen finanziellen Zustupf für die Kapelle.

Seit längerer Zeit verwendet man den finanziellen Erfolg aus dem Verkauf der Abzeichen, gefertigt von den Heimbewohnern der Seerose, für den jährlichen Ausflug. Rund 30 Musikantinnen und Musikanten freuten sich, dass die Chilbi-Tradition auch nach 60 Jahren weiterlebt. Heimleiter Robert Walker nutzte den Anlass vom 11. Januar, um den freiwilligen Helferinnen und Helfern und den ehemaligen Mitgliedern des Sozial- und Verwaltungsrats in der Seerose mit einem Mittagessen zu danken. Im Anschluss eröffneten Jungmusikanten mit ihrem Können unter der Leitung von Robi Arnold offiziell die «Chäppeli-Chilbi», zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner.

Unter anderem spielten der 12-jährige Danilo Epp und der 13-jährige Jonas Ziegler solo und zusammen mit dem Echo vom Gitschli und mit dem 83-jährigen Gründungsmitglied Koni Gisler auf. Um 16.30 Uhr ging in der Kapelle der Gedenkgottesdienst über die Bühne, zelebriert durch Pater Alistair Gogodo und musikalisch verschönert durch die Flüeler Sängerknaben unter der Leitung von Jonas Gisler.

Formationen bleiben seit Jahren treu

Um 17 Uhr eröffnete im Restaurant Schützenstube die Stammformation Echo vom Gitschli die erste Urner «Musikstubetä» im neuen Jahr. Die 30 verschiedenen Formationen wurden von Moderator Tom Epp vorgestellt. Die Chäppeli-Chilbi lebt seit vielen Jahren von treuen Formationen wie etwa Mühlebach-Örgeler, Franz Marty Junior & Senior, Echo vom Giebel, Fyrabig-Musig, Feentalgrüäss, z’Hechelers, Ländlerquartett Fredy/Beat/Armin/Alois oder Alpstubli. Viele Musikanten beleben die Chilbi seit 30 oder mehr Jahren zusätzlich, so zum Beispiel Hans Planzer und Erwin Gasser, Michael Huser und Hans Brun, Franz Arnold «Schindeler» oder Jonny Gisler und Otti Bissig. Der Altersunterschied vom ältesten zum jüngsten Musikanten betrug 78 Jahre. Die Klänge von Jonny Gisler (Jahrgang 1930) oder von Franz Arnold (1934) wurden speziell beklatscht. OK-Präsident Heinz Gerig präsentierte Bilder vom letztjährigen Seerosen-Ausflug in die Göscheneralp.

Erst nach 1 Uhr ging der Gesamtchor über die Bühne, solange hielten es nicht alle Musikanten aus. Die Besucherinnen und Besucher freuten sich über die gute Stimmung und über gute Musik. Obwohl es zwischenzeitlich sehr eng wurde, nutzte man den Rest der Fläche eifrig, um Tanzrunden zu drehen.