In Isenthal ist am Wochenende viel los

An der diesjährigen Kilbi-Ausstellung wird die touristische Entwicklung von Isenthal von den Anfängen bis heute gezeigt. Die Gemeinde verzeichnete viele Errungenschaften, sie musste aber auch einige Misserfolge verkraften.

Josef Schuler
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Isenthal ist am Wochenende in Feierlaune. (Bild: PD)

Die Gemeinde Isenthal ist am Wochenende in Feierlaune. (Bild: PD)

An der Vernissage am kommenden Kilbisamstag um 20 Uhr ist es soweit. Auf einer kleinen Fläche einer Turnhalle wird das ganze Spektrum des Isenthaler Wanderlands und der Via Urschweiz aufgezeigt. Die Ausstellung würdigt die dörflichen Leistungen für die Gastfreundschaft. Es waren enorme Anstrengungen nötig, damit das abgeschiedene Seitental im touristischen Gästewettbewerb mithalten konnte. Neben der Ausstellung gibt es Kilbi-Betrieb. Im Gemeindesaal betreibt die Jugendgruppe eine informative Kaffeestube, dort sind überraschende Ausschnitte aus bisherigen Isenthaler Filmen zu sehen.

Der Strukturwandel seit den 70er-Jahren forderte das Bergdorf Isenthal enorm. Der Wald verlor an Wert, Berglandwirtschaftsbetriebe waren zu klein, um zu überleben, man sorgte sich über Arbeitsplatzverluste. 1975 wurde das erste regionalpolitische Entwicklungskonzept «Üri hit und morä» erarbeitet, der Gemeinderat war aktiv dabei. Auf der Wunschliste waren bessere Infrastrukturen, auch zu Gunsten von Freizeit und Tourismus.

Kurtaxenverordnung wurde trotz Zweifel umgesetzt

Im Jahr 1985 wählte der Gemeinderat die Verkehrs- und Wanderwegkommission. Mit Elan ging sie ans Werk. Sie setzte eine umstrittene, aber vom Volk beschlossene Kurtaxenverordnung um. Die Bevölkerung wurde fortan zu jährlichen Arbeitstagen eingeladen, um die 100-Kilometer-Wanderwege zu unterhalten. Man richtete Sitzbänke, Grillplätze und Themenwege ein. Realisiert wurden der Naturlehrpfad Gitschenen und die Spiel- und Freizeitanlagen Gubeli. Mit einem Buch wurde der «Naturkundliche Höhenweg Isenthal» für Gäste bekannt gemacht. Man organisierte Partneranlässe, realisierte Prospekte, eine Wanderkarte und eine Tonbildschau.

Das grosse Thema 1985 war das Bundesjubiläum «700 Jahre Eidgenossenschaft». Anfang der 80er-Jahre haben die Innerschweizer Kantone mit dem Bund die Stiftung CH91 mit dem Zweck errichtet, das Jubiläum des 700-jährigen Bestehens der Eidgenossenschaft im Jahre 1991 mit einer Landesausstellung in der Innerschweiz zu feiern. Es entstand die Idee, die bestehenden Wanderwege rund um den Urnersee zu einem durchgehenden Wanderweg vom Rütli bis nach Brunnen zu verbinden. 1987 erhielt an einer Volksabstimmung in den beteiligten Kantonen die Idee einer Landesausstellung eine Abfuhr.

Das läuft an der Kilbi

An der Kilbi wird viel geboten. Am Freitag und Samstag, 19. und 20. Oktober, wird ab 20 Uhr zum Tanz ins Hotel Urirotstock mit dem Ländlertrio Echo vom Heubodä und dem Echo vom Urnerländli geladen. Am Kilbisonntag, 21. Oktober, 9.30 Uhr, gibt es einen Festgottesdienst. Ab 13 Uhr werden im Gasthaus Tourist und im Hotel Urirotstock Kilbispezialitäten serviert und Volksmusik gespielt. Ab 18 Uhr wird im «Urirotstock» zur Musik von Isenthaler Jungformationen und dem Ländlertrio Echo vom Schlierä getanzt. Am Montag, 22. Oktober, geht der Tanz im «Urirotstock» weiter; ab 13 Uhr spielen die Gebrüder Rickenbacher, ab 20 Uhr die Kapelle Schuler-Muheim auf. (pd/bar)

Paul Dubacher sei Dank

«Der Weg der Schweiz ist nur dank der Initiative des Seedorfers Paul Dubacher nicht gestorben», erinnert sich der damalige Gemeindepräsident Kari Bissig. «Paul rief uns an die Isleten zu einer Sitzung, ich vertrat mit Alois Imholz unsere Gemeinde. Wir beschlossen, in den acht Seegemeinden Unterschriften zu sammeln.» Dies mit Erfolg. In Isenthal unterschrieben rund 260 Einwohner. Die neue IG Weg der Schweiz lud nun die Schweizer Kantone ein. Eine Delegation des Kantons Bern war zu Gast in Isenthal. Trotz der schwierigen Abstimmung waren diese bereit, auch die Zusatzschlaufe von Bauen zur Bärchi ins Isenthal zu finanzieren. «Das war für uns eine grosse Erleichterung, denn mit dem beliebten Weg der Schweiz wurde Isenthal in ein nachhaltiges Projekt eingebunden», ist Kari Bissig auch heute überzeugt.

Der Bär kommt wieder

Die Bärentatzen hingen bis 2003 als Jagdtrophäe über dem Eingang des «Sagerhauses Isenthal» an der Kette. Nun stand das Haus verwaist. «Wir suchten einen Standort und ich wollte sichergehen, dass die frisch präparierten Tatzen erhalten blieben», erinnert sich Hans Infanger als Nachkomme des Bärenschützen. «Deshalb stellten wir sie im Schaufenster vis-à-vis der Posthaltestelle Dorf aus.» Am 14. Mai 2005 war es dann soweit. Der erste Bärenweg der Schweiz wurde eröffnet. Mundartforscher Felix Aschwanden schrieb die Tafeltexte und zwei Jahre später erweiterte man die sechs Stationen mit kindergerechten Spielen. Das Timing war perfekt. 2005 kehrte nach 100 Jahren der erste Bär in die Schweiz zurück. Sein Auftreten und die imposante Grösse machten Eindruck. Da er den Siedlungen zu nahe trat, erfolgte der Abschuss.

Da entbrannte in den Medien eine Diskussion. Wie gefährlich ist der Braunbär? Isenthal Tourismus gab die überlebensgrosse Bärenskulptur in Auftrag. Sie wurde im Kleintal an den Wegrand gesetzt, unweit des Orts, wo der tödliche Schuss im Jahr 1820 gefallen war. Der Weg trägt zum Verständnis des Braunbären in unseren Alpen bei und regt auch Schulen an, sich mit Meister Petz auseinanderzusetzen.

Der Verein Isenthal Tourismus wird aktiv

Am 30. März 2007 wagte man einen weiteren Schritt. 50 Personen gründeten den Verein Isen­thal Tourismus. Er löste nach über 20 Jahren die Verkehrs- und Wanderwegkommission ab. Tagespräsident war Walter Zurfluh, der den Verein bis 2017 führte.

Mit der Eröffnung des «Alp­stublis Gitschenen», dem Handwerksmarkt und dem beliebten Erlebnisweg «Urchigs Handwärch» entstanden in seiner Amtszeit drei Schlüsselprojekte. Isenthal Tourismus beteiligte sich nun an der touristischen Öffnung.

Bald wurden neue Wege errichtet

Nach der Annahme des Tourismusgesetzes wirkte man beim Aufbau von Tourist Info Uri und vor vier Jahren bei der Gründung des Vereins Tourismusregion Klewenalp aktiv mit. Der Vorstand realisierte in kurzen Abständen neue Wege wie den Naturkundlichen Höhenweg, den Naturlehrpfad, Bärenweg und Sagenweg. 2016 wurden der Erlebnisweg «Urchigs Handwärch» und der Mundartweg eröffnet. Und seit 2010 organisiert der Vorstand den Handwerksmarkt mit Alpabfahrt. Doch es gab auch Misserfolge zu verkraften.

2010 wurde der Managementplan für einen grossen, regionalen Naturpark Urschweiz abgelehnt, der beträchtliche Bundesgelder für Massnahmen ausgelöst und den Aufbau einer Geschäftsstelle ermöglicht hätte. Bereits zuvor mussten der Wanderweg am Isitalerbach «Schattenhalb Grosstal bis Dorf» und später der Höhenrundweg Sonnenhalb wegen Einsprachen sistiert werden.

Die Vernissage der Kilbiausstellung findet am kommenden Samstag um 20 Uhr in der Turnhalle statt. Die Ausstellung ist am Samstag von 10 bis 22 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr und am Montag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Mehr Infos unter www.isenthal.ch