In Seedorf soll CBD-Hanf angebaut werden

Die alten Gewächshäuser neben dem Golfplatz sollen für die Produktion des Wirkstoffs CBD benutzt werden. Noch läuft die Planauflage.

Florian Arnold
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Die Gewächshäuser neben dem Golfplatz in Seedorf sollen neu genutzt werden. (Bild: Florian Arnold, Seedorf, 12. November 2019)

Die Gewächshäuser neben dem Golfplatz in Seedorf sollen neu genutzt werden. (Bild: Florian Arnold, Seedorf, 12. November 2019)

Die Gewächshäuser neben dem Golfplatz in Seedorf stehen schon seit Jahren leer – und wirken an der Seite des minutiös gepflegten Rasens wie ein Fremdkörper. Nun zeichnet sich endlich eine neue Nutzung ab: Bald schon könnten die einstigen Gewächshäuser der Gärtnerei Imhof zur Produktion von Hanf verwendet werden, um den legalen Wirkstoff Cannabidiol, kurz CBD, herzustellen. Dieser wird in der Medizin wegen seiner entkrampfenden, entzündungshemmenden und angstlösenden Wirkung eingesetzt.

Arnold glaubt an den Absatzmarkt

Für die neue Nutzung wurde nun eine Baueingabe gemacht. Die Pläne bestätigt Franzsepp Arnold, dessen Firma Company-Golf AG die Golfanlage, das Restaurant Company Lodge sowie die Gewächshäuser besitzt. Noch sei nichts entschieden, so Arnold, zudem laufe die Einsprachefrist. Allerdings führe man Gespräche mit Interessenten. Denn Arnold will die Hanfproduktion nicht in Eigenregie betreiben. «Es gibt Leute, die schon Erfahrung auf dem Gebiet haben.» Aufgrund der Aussagen dieser Fachpersonen glaubt Arnold auch an den Markt. «Zurzeit ist die Nachfrage nach CBD viel grösser als das Angebot.» Zudem spiele die Schweiz auf dem internationalen Parkett mit – die Schweizer Produkte gelten als Qualitätsware. Dass die Produktion von Hanf nicht nur auf positives Echo stossen könnte, davor fürchtet sich der Investor nicht: «CBD ist keine Droge, sondern völlig legal», betont Arnold. «Der Anbau in unseren Gewächshäusern ist zonenkonform, geruchsneutral und lärmunempfindlich. Wir erfüllen alle Auflagen des Kantons.»

«Es bringt nichts, wenn man einbricht»

Zudem betont Arnold, dass die Pflanzen für die Weiterverarbeitung angebaut würden. «Man kann die Pflanzen nicht rauchen. Es wird wohl ein bisschen Aufklärungsarbeit brauchen, damit jeder weiss, dass es nichts bringt, wenn man in die Gewächshäuser einbricht.» Die Produktion werde aber strengstens von der Polizei überwacht.

Der Flüeler Unternehmer Franzsepp Arnold freut sich, dass man nun für die leer stehenden Gewächshäuser eine neue Nutzung gefunden hat. «Wir sind froh um die Mieteinnahmen.» Ob man sich selber an einem neuen Unternehmen beteiligen wird, lässt er noch offen. Vor vier Monaten habe man sich mit der Idee auseinander gesetzt. Mit der Baueingabe sei nun der erste Schritt in Richtung Realisierung gemacht worden.