In Uri arbeiten weniger  Kantonsangstellte im Homeoffice als im Kanton Luzern  

Die Urner Verwaltung setzt weniger konsequent auf Homeoffice, als andere Zentralschweizer Kantone. Die Unterschiede haben verschiedene Gründe.

Lukas Nussbaumer
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Wer zu Hause arbeitet, soll sich einen Tagesplan machen und regelmässig Pausen einlegen.

Wer zu Hause arbeitet, soll sich einen Tagesplan machen und regelmässig Pausen einlegen.

Bild: Sebastian Gollnow/Keystone

70 bis 80 Prozent der rund 6000 Angestellten des Kantons Luzern arbeiten seit dem 16. März zu Hause. Das sind «alle, deren Arbeit es organisatorisch, betrieblich und technisch zulässt», sagt Roland Haas, Leiter der Dienststelle Personal des kantonalen Finanzdepartements. Möglich wurde die von einem auf den anderen Tag erfolgte Umsetzung der Vorschrift des Bundesamts für Gesundheit durch eine exzellente Vorbereitung. So waren die allermeisten Verwaltungsmitarbeiter bereits mit kantonseigenen Notebooks ausgerüstet, und die Dienststelle Informatik stellte die Sicherheitszugänge für die mobilen Computer schon vor der Weisung des Bundes sicher.

Ganz neu ist Homeoffice für viele Luzerner Kantonsangestellten jedoch nicht: Bereits vor Ausbruch der Coronakrise arbeitete etwa ein Fünftel in den eigenen vier Wänden. Mit diesen Quoten steht Luzern im Vergleich der Zentralschweizer Verwaltungen an der Spitze.

Homeoffice vor Corona war fast kein Thema

Auch im Kanton Zug ist Homeoffice für das Gros der Verwaltung derzeit Standard. Laut Finanzdirektor Heinz Tännler arbeiteten letzte Woche täglich 650 bis 720 Mitarbeiter der Verwaltung sowie die rund 700 kantonalen Lehrpersonen zu Hause. Das entspricht einer Quote von rund 60 Prozent. Vor der Pandemie galt Homeoffice aber im Vergleich zum Kanton Luzern nur für ganz wenige Mitarbeiter, nämlich bloss etwa für deren 30. Auch Zug stellt seinen Angestellten kantonseigene mobile Geräte zur Verfügung.

Im Kanton Schwyz erledigen aktuell etwa 500 Mitarbeiter ihre Arbeit zu Hause – also ein Viertel aller Angestellten, wie Marco Zürcher, Vorsteher des Personalamts, sagt. Sie verwenden sowohl kantonseigene als auch persönliche Computer.

Ähnlich hoch sind die Homeoffice-Quoten in den Urschweizer Kantonen. In Nidwalden schwankt die Zahl zwischen 150 und 200 Mitarbeitern, was einem Anteil von rund 20 Prozent entspricht. In Obwalden liegt die Quote mit 20 bis 25 Prozent leicht höher, in Uri mit 15 bis 20 Prozent leicht tiefer. Vor dem 16.März wurde die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, nur von wenigen genutzt, wie unsere Umfrage zeigt.

In allen drei Kantonen benutzen die Angestellten wie in Schwyz Computer, die dem Kanton gehören, brauchen aber auch eigene. Die Datensicherheit sei stets gewährleistet, betont beispielsweise Franz Gisler, Vorsteher des Amts für Personal bei der Urner Finanzdirektion.

Uri setzt auf Schichtsystem und Plexiglaswände

Die grossen Unterschiede zwischen den sechs Kantonen erstaunen. Sie sind aber zumindest teilweise erklärbar. So ist der Anteil jener, die ihre Tätigkeit gar nicht zu Hause erledigen können, etwa Polizisten oder Mitarbeiter des Strassendiensts, in kleinen Kantonen höher. Ausserdem spielt die Zahl der Einzelbüros eine Rolle – und der kreative Umgang mit der gebotenen sozialen Distanz. So setzt Uri bei mehrfach belegten Büros auf ein Schichtsystem: Die Kollegin arbeitet am Morgen, der Kollege übernimmt am Nachmittag. Zudem seien Plexiglaswände eingebaut worden, sagt Personalamtschef Franz Gisler. Er selber ist seit Mitte März stets vor Ort:

«Ich will den Puls meiner Mitarbeiter fühlen.»

Gemeinsam ist allen Kantonen der Umgang mit Sitzungen. Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler sagt das, was auch in Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie Uri gilt: «Sitzungen mit physischer Präsenz sind alle abgesagt beziehungsweise auf das absolut Notwendige reduziert worden.»