In Uri aufgewachsen, vielerorts Spuren hinterlassen: Ein Pfarrer mit Doktortitel blickt zurück

Pfarrer Hans Bissig blickt auf sein Leben zurück. Der gebürtige Altdorfer erhielt ein grosses Lob vom Churer Bischof, seine «Königsetappe» fand er im Aargau.

Florian Pfister
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Hans Bissig hat als Pfarrer einiges erlebt. Der in Altdorf aufgewachsene Geistliche besitzt einen Doktortitel und blickt auf sein Leben und sein Schaffen als Pfarrer zurück. Heute lebt er in Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden und feierte in diesem Sommer seinen 85. Geburtstag. Unter den Gratulanten waren die zwei Räte seiner Stiftung, Ferdinand Zumbühl und Josef Huwyler, der Wolfenschiesser Gemeinderat Pius Schuler, Landrat Willy Ambauen und Irene Bünter. 2016 empfahlen ihm die zwei langjährigen Vertrauten Ferdinand Zumbühl und Josef Huwyler, eine Stiftung mit Privatmuseum zu gründen.

Der Wolfenschiesser Gemeinderat Pius Schuler gratuliert Pfarrer Dr. Hans Bissig zum 85. Geburtstag.

Der Wolfenschiesser Gemeinderat Pius Schuler gratuliert Pfarrer Dr. Hans Bissig zum 85. Geburtstag.

Bild: PD

Hans Bissig wurde 1935 in Altdorf geboren. In seinem zweiten Lebensjahr verlor er seinen Vater. Sein erstes priesterliches Wirken schenkte er der Pfarrei Uster. Nach neun Jahren zog es ihn aus der Zentralschweiz ins Zürcher Oberland. «Ich stellte mich mit Lebensnähe und meinem Urner Dialekt der auch damals nicht leichten Jugendarbeit, dem Religionsunterricht, Ministranten, Jungwacht, Blauring und Jungmannschaft», erzählt er.

Vor 50 Jahren übernahm Hans Bissig die Pfarrhelferstelle in Wolfenschiessen. Drei Jahre später schloss er sein Theologiestudium an der Universität Fribourg ab. Er erhielt Lob vom Churer Bischof Johannes Vonderach, der ihm damals in einem Brief schrieb: «Soeben von der Firmreise im Bündner Oberland zurückgekehrt, erfahre ich vom glänzenden Abschluss Ihres Studiums. Es ist mir ein Anliegen, Ihnen zu diesem Erfolg zu gratulieren. Ich freu mich mit Ihnen, dass Ihr Fleiss und Ihre Ausdauer mit solchem Erfolg belohnt wurde.» 1979 erschien im Universitätsverlag Freiburg seine Dissertation als 56. Band der Editionsreihe «Studia Freiburgensia». Das Werk umfasste 700 Seiten.

Der Pfarrer erhielt viel Wertschätzung

Nach 30 Jahren in Nidwalden war es für Hans Bissig Zeit, sich einer neuen Aufgabe anzunehmen. Im Jahr 2000 wurde er in der Gemeinde Mühlau im Kanton Aargau zum Pfarrer gewählt. «Ich vergleiche diesen Lebensabschnitt mit einer Königsetappe», sagt der Pfarrer. Auch von der Gemeinde im Oberfreiamt wurde er sehr geschätzt. So steht im Abschiedsschreiben des Kirchenrats: «Wir entbieten Ihnen unsere grosse Wertschätzung und Dankbarkeit für Ihr unermüdliches Schaffen, Ihr segensreiches geistliches Wirken in der Kirchgemeinde Mühlau, die würdig gestalteten Eucharistiefeiern, Ihre fundierten, gründlich recherchierten Predigten und die ausführlichen Pfarrblattbeiträge sowie Ihre geschätzten Begegnungen mit der Bevölkerung in den vergangen zwölf Jahren.»

«Je älter wir werden, desto mehr Erinnerungen haben wir. Ein jeder von uns braucht solche Erinnerungen, die uns durchs Leben tragen», so der Pfarrer:

«Wir können das Heute nicht verstehen, wenn wir das Gestern nicht kennen.»

«Ich wollte nicht mehr länger warten, ohne mein Lebensschiff nochmals in Erinnerung an die 85-jährige Fahrt zu rufen.»