In Uri wurde knapp 10 Prozent mehr Holz geerntet

Trotz einer Zunahme der Ernten haben die Urner Forstbetriebe das vergangene Jahr mit einem Verlust von über 90'000 Franken abgeschlossen.

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Für die Schutzwaldpflege wurden im Jahr 2019 über 100'000 Stunden aufgewendet.

Für die Schutzwaldpflege wurden im Jahr 2019 über 100'000 Stunden aufgewendet.

PD
(jb)

Insgesamt wurde im Kanton Uri im Jahr 2019 30'336 Kubikmeter Holz genutzt. Diese Menge liegt über der Nutzungsmenge von 2018. Rund 85 Prozent des genutzten Holzes stammt aus den Korporationswäldern. Die wirtschaftliche Lage der Urner Forstbetriebe ist weiterhin angespannt: Das betriebswirtschaftliche Ergebnis aller Forstbetriebe der Korporationsbürgergemeinden und des kantonalen Forstbetriebes schliesst 2019 mit einem Verlust von 91'670 Franken ab. Das geht aus den Berechnungen des Amtes für Forst und Jagd hervor, welche zusammen mit der Korporation Uri jährlich erstellt werden.

Bei den Holzpreisen ist ein markanter Wertzerfall zu verzeichnen.

Bei der Waldbewirtschaftung führt die Holzernte in schwierigem Gelände zu hohen Kosten. Die Holzerlöse betragen lediglich 12 Prozent der gesamten Betriebseinnahmen. Die Forstbetriebe sind auf öffentliche Beiträge angewiesen, die sich im Jahr 2019 auf rund 45 Prozent der Einnahmen belaufen. Übrige Erlöse, vornehmlich aus Dienstleistungen, konstituieren 43 Prozent der Einnahmen. Dies verdeutlicht den Einfluss und die Wichtigkeit der Beiträge. Ohne die öffentlichen Beiträge ist auch inskünftig die Waldbewirtschaftung beziehungsweise die Schutzwaldpflege im Gebirgswald undenkbar.

Bei den Holzpreisen ist gemäss einer Mitteilung des Amts für Forst und Jagd Uri ein markanter Wertzerfall zu verzeichnen. Der Holzerlös pro Kubikmeter ist auf 47.81 Franken – den tiefsten Stand seit 2005 – gesunken. Vor allem die günstigen Importprodukte aus dem Euroraum und der grosse Schadholzanfall in der Schweiz setzen die Holzpreise unter Druck. Deshalb ist es gemäss der Mitteilung wichtig, dass die bereits bestehende Zusammenarbeit unter den Bürgergemeinden weitergeführt wird.

Energieholzverkauf hat im Vergleich zu 2018 um 22 Prozent zugenommen

Im Jahr 2019 betrug die geerntete Holzmenge im öffentlichen Wald (Korporationswald und Wald im Eigentum des Kantons) 25'800 Kubikmeter. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 2'057 Kubikmeter. Der Verkauf von Stammholz sank im Jahr 2019 gegenüber 2018 um 902 Kubikmeter oder um rund 8 Prozent. Industrieholz wurde 2019 gegenüber dem Vorjahr rund 206 Kubikmeter mehr verkauft. Der Energieholzverkauf nahm um rund 2'781 Kubikmeter oder 22 Prozent zu.

Weiter geht das Amt für Forst und Jagd Uri in der Mitteilung auf die Wichtigkeit der Schutzwälder ein. Diese verhindern das Anbrechen von Lawinen, stabilisieren Hänge, bremsen herabstürzende Steine und regulieren den Wasserhaushalt. Schutzwälder bilden demnach die Voraussetzung, dass man in vielen Gebieten des Kantons Uri überhaupt wohnen, wirtschaften und die Verkehrswege sicher benutzen kann. Damit der Schutzwald die Schutzfunktionen für die Siedlungen und internationalen Verkehrswege – Nationalstrasse und Bahn – wahrnehmen kann, braucht er die richtige Pflege. Wälder schützen die Bevölkerung oft kostengünstiger, ökologischer und langfristiger als technische Verbauungen. Die Angestellten der Korporationsbürgergemeinden wenden jährlich etliche Stunden für die Pflege von jungen Beständen auf, welche später wichtige Schutzfunktionen übernehmen sollen. Die Korporationsbürgergemeinden müssen deshalb gemäss der Mitteilung weiterhin für die Leistungen zu Gunsten der Öffentlichkeit unterstützt werden. Die Urner Forstbetriebe schaffen zudem Arbeitsplätze in den strukturschwachen Regionen.

Dienstleistungen sollen ausgebaut werden

Die Dienstleistungen der Urner Forstbetriebe werden an Gemeinden, Kanton sowie an Private erbracht. Bei diesen Positionen wurde ein Gewinn von 330'792 Franken erwirtschaftet. Die Dienstleistungen machen rund 34 Prozent des Gesamtumsatzes ohne Investitionen (Vorjahr 31 Prozent) aus. Diese Aufträge bilden für die Forstbetriebe des Kantons Uri eine äusserst wichtige Einnahmequelle. Da der Erlös aus dem Holzverkauf weiterhin rückläufig ist, soll gemäss der Mitteilung ein Ausbau der Dienstleistungen für Dritte angestrebt werden.

Im Berichtsjahr 2019 betrugen die Ausgaben bei den Investitionen rund 700'000 Franken. Für Erschliessungsanlagen wurden rund 75 Prozent dieser Investitionen aufgewendet. In den kommenden Jahren werden weiterhin Waldstrassen im Kanton Uri nach einer eigens dafür ausgearbeiteten Prioritätenliste saniert.

Gesamthaft wurden im vergangenen Jahr rund 108'600 Arbeitsstunden geleistet. Dies entspricht 59 Vollzeitstellen. Durch die Vergabe von Aufträgen in der Höhe von rund 4,6 Millionen Franken an Unternehmen wurden auch Arbeitsplätze bei einheimischen Privatunternehmen gesichert.