Indische Klänge stossen beim Publikum in Seelisberg auf Anklang

Beim Festival für Indische Klassische Musik machte sich auch der ehemalige Kulturbeauftragte des Kantons Uri, Josef Schuler, ein Bild vor Ort.

Otto Odermatt
Drucken
Teilen
Josef Schuler, ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Uri, mit Somabanti Basu (links) und Suman Sarkar. (Bilder: Otto Odermatt)

Josef Schuler, ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Uri, mit Somabanti Basu (links) und Suman Sarkar. (Bilder: Otto Odermatt)

Seelisberg wurde vor kurzem wieder von indischen Klängen eingenommen. Die indische Tänzerin Oindrila eröffnete mit anmutigen, präzisen Bewegungen und mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik das Festival. Auch der Sitarspieler Indrajit Roy und der Tablaspieler Indrajit Mallik halfen mit unglaublichen Klängen und Rhythmen das Festival zu eröffnen. Bei Roy spürte man, dass er fähig ist, das volle Potenzial dieses viersaitigen Instruments auszunützen. Den langsamen zarten Tönen, die sich leicht vibrierend im leeren Raum auflösen, folgten die dunklen schweren Basstöne, die leicht mit hellen, klaren Klängen umspielt werden und die sich schliesslich zu einem mächtigen Orchester vereinten.

Josef Schuler, ehemaliger Kulturbeauftragter des Kantons Uri, war begeistert. Er besuchte das Konzert der Sarodspielerin Somabanti Basu und dem Tablaspieler Suman Sarkar. «Das Konzert führte in eine fremde Kultur, und hatte eine meditative Wirkung. Es wäre eigentlich schön, wenn die zukünftigen Konzerte an der Meru von den Urnerinnen und Urnern vermehrt besucht werden», meinte Schuler.

Der Flötenspieler Gopal Prasad.

Der Flötenspieler Gopal Prasad.

«Flöte spielen, ist wie ein Buch schreiben»

Der Flötenspieler Gopal Prasad erklärte zu seinem Vortrag: «Flöte spielen, ist wie ein Buch schreiben. Du erzählst, was in deinem Herzen ist.» Und die Zuhörerschaft spürte, dass die Melodien wirklich von seinem Herzen kamen, und schenkten dem Künstler ganz lang anhaltenden Applaus.

Der junge Sitarspieler Kalynajit wurde von seinem Vater im Sitarspiel unterrichtet. In früheren Konzerten musste er das Konzert immer filmen und dem Vater zur Korrektur zeigen. Dieses Mal war der Filmapparat nicht dabei. Er beherrscht all die Grundlagen von der indischen klassischen Musik, und er kann seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Improvisationen miteinbeziehen. Der Tablaspieler Sandip Banerjee begleitete den Künstler mit grossem Mitgefühl.

Das dritte Festival Indische Klassische Musik an der Meru in Seelisberg war für alle Besucher eine grosse Freude und somit für den Veranstalter ein Erfolg.