INFRASTRUKTUR: In Altdorf gibt es jetzt einen Skateplatz

Auf dem Gelände der MSA ist am Pfingstsamstag der Skateplatz offiziell eingeweiht worden. Damit ist ein langgehegter Wunsch der Jugendlichen in Erfüllung gegangen.

Urs Hanhart
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An der offiziellen Eröffnungsfeier des Skateplatzes begeistern die Jugendlichen mit eleganten Tricks. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. Juni 2017))

An der offiziellen Eröffnungsfeier des Skateplatzes begeistern die Jugendlichen mit eleganten Tricks. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 3. Juni 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Jan Infanger gibt mit seinem BMX-Velo mächtig Gas. Nur mit Shorts und Schuhen bekleidet springt er elegant über Hindernisse und zeigt beim Befahren der Skate-Elemente Box, Quarter, Rail, Bank, Pyramide und weiterer viele coole Tricks. Der 17-jährige angehende Maurer hat seinen Drahtesel sichtlich voll im Griff. Infanger ist einer von ganz wenigen BMXlern, die sich vor der Jugendbaracke mit Nummer 24 tummeln. Sonst kurven vor allem Skate- und Kickboardfahrer herum.

In einer kurzen Verschnaufpause sagt Infanger: «Es macht riesig Spass, hier auf diesem ­neuen Skateplatz zu fahren. Jetzt müssen wir nicht mehr im Dorf nach geeigneten Plätzen und Elementen Ausschau halten. Zudem stören wir hier niemanden mehr.» Der neue Skateplatz sei ein guter Anfang und verfüge noch über Ausbaupotenzial.

Skateplatz statt Skatepark

Beim Bau der neuen Attraktion haben sich die Jugendlichen mächtig ins Zeug gelegt. Die rund zehn Elemente haben sie in den letzten Wochen selber gebaut. Die Gesamtkosten für den neuen Skateplatz belaufen sich auf rund 70000 Franken. Etwa die Hälfte ist von der Standortgemeinde Altdorf finanziert worden. Den Rest haben der Kanton Uri und verschiedene Sponsoren beigesteuert. «Wir haben hier einen sehr anspruchsvollen Untergrund. Das Gebiet ist fast schon sumpfig. Deshalb war die Asphaltierung des rund 400 Quadratmeter grossen Platzes sehr teuer», erklärte Gemeinderat Kilian Gasser an der offiziellen Eröffnungsfeier, die am Pfingstsamstag über die Bühne ging.

Gemeindepräsident Urs Kälin erinnerte daran, dass der Wunsch nach einem Skatepark erstmals bereits vor zehn Jahren im Rahmen einer Zukunftswerkstatt aufs Tapet gebracht worden sei. Wegen des Landmangels sei es allerdings fast unmöglich gewesen, einen solchen Park zu realisieren. Nun sei daraus halt notgedrungen «nur» ein Skateplatz geworden. Den Jugendlichen zollte Kälin ein grosses Lob: «Beharrlichkeit zahlt sich aus. Das sieht man bei diesem Projekt. Die Jugendlichen sind am Ball geblieben und haben ihr Anliegen immer wieder vorgebracht.»

Ganz speziell freue ihn die Tatsache, dass die Jugendlichen mit ihrer freiwilligen Arbeit in der Freizeit selber einen wertvollen Beitrag für das Zustandekommen geleistet haben.

Der kantonale Kinder- und Jugendbeauftragte, Josef Schuler, schloss quasi nahtlos an die Kurzansprache von Kälin an. Den Jugendlichen, insbesondere der achtköpfigen Kerngruppe, machte er für den gezeigten Einsatz und die Hartnäckigkeit ein grosses Kompliment. Gleichzeitig ermunterte er die jungen Leute, in diesem Stil weiterzufahren. Bei der Jugendbaracke sieht Schuler noch ein beachtliches Ausbaupotenzial. Er bestärkte die Jugendlichen, diesen schon jetzt bedeutenden Treffpunkt mit der Umsetzung weiterer Ideen noch mehr zu beleben.