Insieme Uri – Jubiläum wird verschoben

Seit 50 Jahren unterstützt Insieme Uri Menschen mit geistiger Behinderung. Das Jubiläum des Vereins wird nun aber auf das nächste Jahr verlegt.

Georg Epp
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Die Jubiläumskampagne von Insieme Uri. Von links: Barbara Langenegger, Präsidentin Anita Epp-Gabriel, Erich Döngi, Sandra Arnold, Nationalrat Simon Stadler und Lars Döngi.

Die Jubiläumskampagne von Insieme Uri. Von links: Barbara Langenegger, Präsidentin Anita Epp-Gabriel, Erich Döngi, Sandra Arnold, Nationalrat Simon Stadler und Lars Döngi.

Bild: Valentin Luthinger
(Schattdorf, 28. Januar 2020)

An dieser Stelle sollte eigentlich die Voranzeige zum Begegnungsfest «50 Jahre Insieme Uri» erscheinen, das am 6. Juni 2020 im Altdorfer Winkel geplant war. Aber wie so viele Anlässe musste auch das OK mit Alex Christen an der Spitze aufgrund der Coronapandemie den Anlass frühzeitig aufs nächste Jahr verschieben. Insieme Uri, der Verein im Interesse von Menschen mit geistiger Behinderung, oder besser gesagt, die Betreuer und Eltern der behinderten Menschen sind in dieser Zeit doppelt gefordert.

Im Moment können keine Dienstleistungen verwirklicht werden: Nebst der Jubiläumsgeneralversammlung und dem Jubiläumsfest mussten bereits zwei Ferienlager, ein Wellness-Weekend, ein Entlastungswochenende und etliche Freizeitnachmittage abgesagt werden. «Seit vielen Jahren ist Insieme Uri der grösste Anbieter von Entlastungsaktivitäten für Eltern und Angehörige von Menschen mit einer Beeinträchtigung im Kanton Uri», ist Anita Epp-Gabriel, die Präsidentin des Vereins, überzeugt. «Im Moment ist es sehr schwer, die Hilfs- und Dienstleistungen wegen der Coronapandemie nicht anbieten zu können. Sehr schwierig ist die Situation für berufstätige Eltern, die Betreuung neu zu organisieren. Uns sind bis auf weiteres die Hände gebunden», so Epp-Gabriel. Sie selbst engagiert sich seit über zehn Jahren mit Herzblut als Präsidentin des Vereins und hat selbst eine Tochter mit Down-Syndrom.

Probleme im Alltag angehen und Lösungen suchen

Am 6. Juni 1970 wurde die Urnerische Vereinigung der Eltern und Freunde Behinderter, heute Insieme Uri, gegründet. Das oberste Ziel des Vereins, miteinander all die vielen Probleme im Alltag mit den Menschen mit einer Behinderung anzugehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ist bis heute geblieben. Der Verein bemüht sich, die Rechte und Interessen aller behinderten Menschen, ob Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen wahrzunehmen, und zwar in sämtlichen Lebensbereichen. Die Unterstützung der Eltern und Angehörigen bei ihren schweren Pflichten, die sie Menschen mit Behinderung gegenüber zu erfüllen haben, wurden laufend angepasst erweitert und optimiert. So wurde im Jahr 1976 die Freizeitgruppe gegründet, welche bis heute Bestand hat und nach wie vor sehr beliebt ist. Jeden zweiten Samstagnachmittag treffen sich begeisterte Menschen mit einer Beeinträchtigung zu Spiel, Sport, Basteln, Theaterbesuch, Tanz und vielen weiteren Aktivitäten. Der sechsköpfige Vorstand sowie 40 Betreuungspersonen koordinieren und organisieren in Freiwilligenarbeit das grosse Dienstleistungsangebot des Vereins. Nur dank grosszügiger Spenden und Beiträge des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) kann der Verein diese Entlastungsangebote aufrechterhalten.

Das Entlastungsangebot wurde laufend erweitert und angepasst

Flexibel wurden die Dienstleistungen in den vergangenen 50 Jahren immer wieder erweitert und angepasst. So entstand im Jahr 1984 der Elterntreff «Dornröschenclub», ein Treff für Eltern oder Angehörige geistig behinderter Menschen zum freien Gespräch und Austausch. Hier macht man sich gegenseitig Mut, diskutiert Ratschläge, um Hilfeleistungen anzubieten oder solche entgegenzunehmen. Im Jahr 1987 wurde der vereinsinterne Entlastungsdienst ins Leben gerufen. Dieser Dienst bietet Eltern von geistig behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Unterstützung. Um die Eltern und ihre Familienangehörigen für kurze Zeit etwas von der häuslichen Betreuung zu entlasten, werden Behinderte an bestimmten Wochenenden irgendwo an einem bestimmten Ort liebevoll betreut. Der Schritt, sein Kind in «fremde Hände» zu geben, ist für viele Eltern nicht leicht und muss von ihnen zunächst gelernt werden. 1993 wurden die Bereiche Physio- und Ergotherapie sowie die Psychomotorik-Therapie gegründet. Zusammen mit der Heilpädagogischen Früherziehung und der Logopädie wurden sie zur Therapiestelle vereint. Diese umfassende Therapiestelle war und ist in der Schweiz einzigartig.

Ferienwochenangebote seit 1999

1999 wurde erstmals eine erfolgreiche Ferienwoche in eigener Regie durchgeführt, worauf jedes Jahr eine Ferienwoche ins Jahresprogramm aufgenommen wurde. Das grosse Interesse an den Ferienwochen wuchs ständig und inzwischen werden vier Ferienwochen pro Jahr angeboten. Jedes Ferienlager ist auf die Bedürfnisse und Beeinträchtigung der Teilnehmer angepasst. Gleichzeitig wurden auch die dreitägigen Wellness-Wochenenden eingeführt, inzwischen sind es auch hier drei Angebote jährlich. In bester Erinnerung bleibt das 50-Jahr-Jubiläum des Dachverbandes Insieme Schweiz im Jahr 2010. Dieser Anlass nutzte Insieme Uri für einen unvergesslichen Jubiläumsausflug mit seinen Mitgliedern. Im Stade de Suisse in Bern feierte man gleichzeitig das 40-Jahr-Jubiläum von Insieme Uri.

Seit 2016 präsentiert sich Insieme Uri mit neuem, attraktivem Internetauftritt. Unter www.insieme-uri.ch sind alle Angebote, Tipps und Fotogalerien aktuell aufgeschaltet.