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Korporation Uri in Zentrum einer Podiums-Diskussion

An einem breit abgestützten Podium in der Kirche des Kulturklosters wurde über die Zukunft der Allmendnutzung gesprochen. Dabei zeigte es sich, dass es unterschiedliche Interessen gibt, die berücksichtigt werden müssen.
Georg Epp
Im Kulturkloster Altdorf diskutierten Pia Tresch, Othmar Zgraggen, Tobias Haller, Rolf Infanger, Rahel Wunderli und Regierungsrat Urban Camenzind über die kollektive Nutzung von Weiden und Wäldern (von links). (Bild: Georg Epp (Altdorf, 8. Juni 2018))

Im Kulturkloster Altdorf diskutierten Pia Tresch, Othmar Zgraggen, Tobias Haller, Rolf Infanger, Rahel Wunderli und Regierungsrat Urban Camenzind über die kollektive Nutzung von Weiden und Wäldern (von links). (Bild: Georg Epp (Altdorf, 8. Juni 2018))

In Uri werden Wälder, Weiden und Alpen seit Jahrhunderten gemeinschaftlich bewirtschaftet. Gemeingüter sind im gesamten Alpenraum verbreitet und werden getragen von historisch gewachsenen Korporationen, Bürgergemeinden, Bergschaften und ähnlichen Institutionen. Solche partizipativen Bewirtschaftungsformen haben durch die Arbeiten der Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom grosse internationale Aufmerksamkeit erhalten. In ihrem Hauptwerk «Governing the Commons» zeigt sie, wie die kollektive Regulierung lokaler Ressourcen erfolgreicher und nachhaltiger sein kann als staatliche oder marktwirtschaftliche Steuerung.

In Zusammenarbeit mit der Universität Bern und der Korporation Uri ging im Kulturkloster Altdorf am 8. und 9. Juni eine internationale wissenschaftliche Tagung über die Bühne. Unter dem Titel «Kollektive Weiden und Wälder – Ökonomie, Partizipation, Nachhaltigkeit» diskutierten Forscher über die gemeinsame Nutzung von Kulturland.

70 Prozent der Fläche in der Obhut der Korporation

Forschungsarbeiten aus allen fünf Alpenstaaten wurden vorgestellt und im Plenum diskutiert. Am Freitagabend, 8. Juni, stand eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema «Korporation Uri: Allmendnutzung mit Zukunft? – Eine Institution zwischen Tradition und Wandel» im Mittelpunkt.

Unter der Moderation von Tobias Haller (Sozialanthropologe, Universität Bern) diskutieren Rolf Infanger (Präsident Korporation Uri), Urban Camenzind (Urner Volkwirtschaftdirektor), Othmar Zgraggen (Präsident Urner Alpkäseproduzenten), Pia Tresch (Leiterin Geschäftsstelle Pro Natura Uri) und Rahel Wunderli (Historikerin, Universität Bern). Korporationspräsident Rolf Infanger erläuterte, dass 754 Quadratkilometer oder 70 Prozent der Urner Kantonsfläche nach den Gesetzen und Verordnungen der Korporation Uri bewirtschaftet und genutzt werden.

Viel Lob für Korporation

Von verschiedenen Seiten erntete die Korporation viel Lob, was die Zukunft bringen wird ist allerdings ungewiss. Die aktuelle Zufriedenheit bestätigte auch Othmar Zgraggen, Präsident der Urner Alpkäseproduzenten, laufend muss man sich aber der neuen Zeit anpassen. Die Urner Alpkäsegenossenschaft wurde im Jahre 1995 gegründet. Auf den rund 70 Urner Alpen werden jährlich über 200 Tonnen Urner Alpkäse hergestellt und vermarktet. Viele Betriebe laufen gut, aber es gibt auch einige Betriebe, die ums Überleben kämpfen.

Allgemein wünscht man sich, dass die Tradition aufrecht erhalten bleibt. Oft sind fehlende Erschliessungsstrassen ein Problem, um auch in Zukunft Älpler zu finden, die die Bewirtschaftung aufrechterhalten. Nicht überall bleiben Familientraditionen bestehen und das Personalproblem wird in Zukunft sicher nicht kleiner. Pia Tresch, die Geschäftsleiterin von Pro Natura wehrt sich, dass jede Alp erschlossen wird, obwohl ein Interesse besteht, dass alle Korporationsflächen nachhaltig bewirtschaftet werden sollen.

Problem der Erschliessung soll gelöst werden

Die Rentabilität einer Alp steht früher oder später auch im Fokus und nach Ansicht von Rolf Infanger sind die Probleme bei der Waldbewirtschaftung grösser als bei der Berglandwirtschaft. Infanger ist der Ansicht, dass der Wald mit seinen Schutzfunktionen (Steinschlag, Rüfenen, Lawinen) bewirtschaftet werden muss, im Gegensatz dazu werden die Alpweiden aus Eigeninteresse genutzt. Und auch bei der Waldbewirtschaftung gibt es Erschliessungsprobleme zu lösen, um effizient bewirtschaften zu können.

Am Schluss der Diskussion kam Infanger auf das hochexplosive Stichwort «Wolf» zu sprechen. Seiner Ansicht nach Ansicht gefährden nicht nur Rentabilität, Erschliessungsprobleme oder Personalprobleme die nachhaltige Nutzung der Korporationsflächen, sondern auch der Wolf. Pia Tresch war natürlich nicht gleicher Meinung.

Zukunft sichern

Am Schluss der Versammlung hofften alle Beteiligten, dass anfallende Probleme angesprochen und gelöst werden, um auch in Zukunft die hochwertigen Produkte der Älpler geniessen zu können. Auch Bund und Kanton müssen mithelfen, dass die Traditionen auf den Urner Alpen aufrecht erhalten bleiben.

Rund 50 Personen waren an der Podiumsdiskussion im Kulturkloster Altdorf anwesend. Sie erhielten am Schluss Gelegenheit, Fragen zu stellen.

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