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Integration von Flüchtlingen wird in Uri verstärkt

Bund und Kantone haben sich auf eine gemeinsame Integrationsagenda geeinigt. Der Regierungsrat hat das Konzept zur Umsetzung in Uri Anfang April 2019 verabschiedet. Der Bund zahlt deutlich mehr Geld.

(pd/zf) Mit der Integrationsagenda, auf die sich Bund und Kantone vor einem Jahr geeinigt haben, sollen vorläufig Aufgenommene (VA) und anerkannte Flüchtlinge (FL) rascher Deutsch lernen und sich auf eine berufliche Tätigkeit vorbereiten. Die sprachliche, berufliche und soziale Integration von Menschen aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen wird gefördert, indem ein standardisierter Erstintegrationsprozess umgesetzt wird, der sieben Jahre dauert. Das schreibt die Bildungs- und Kulturdirektion Uri in einer Mitteilung. Die konkreten Wirkungsziele sind:

  1. Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene erreichen einen ihrem Potenzial entsprechenden Sprachstand. Drei Jahre nach Einreise verfügen alle mindestens über sprachliche Basiskenntnisse zur Bewältigung des Alltags (mindestens A1).
  2. 80 Prozent der Kinder aus dem Asylbereich können sich beim Start der obligatorischen Schulzeit in der am Wohnort gesprochenen Sprache verständigen.
  3. Fünf Jahre nach Einreise befinden sich zwei Drittel aller Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen im Alter von 16 bis 25 Jahren in einer postobligatorischen Ausbildung.
  4. Sieben Jahre nach Einreise sind 50 Prozent aller erwachsenen Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommener nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt integriert.
  5. Sieben Jahre nach Einreise sind Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene vertraut mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten und haben soziale Kontakte zur einheimischen Bevölkerung.

Um die Umsetzung der Integrationsagenda in den Kantonen zu finanzieren, hat der Bund per Mai 2019 die Integrationspauschale pro anerkanntem Flüchtling beziehungsweise vorläufig aufgenommener Person erhöht: von bisher 6000 auf neu 18000 Franken.

Breit abgestützte Projektgruppe

Zur Umsetzung der Integrationsagenda im Kanton Uri hatte der Regierungsrat vor einem halben Jahr eine Projektgruppe eingesetzt. In dieser Projektgruppe vertreten waren die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD), die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion (GSUD), die Volkswirtschaftsdirektion (VD), das Schweizerische Rote Kreuz, das Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri, das Hilfswerk der Kirchen Uri, die Gemeinden sowie Wirtschaft Uri. Das von der Projektgruppe erarbeitete Umsetzungskonzept behandelte und genehmigte der Regierungsrat Anfang April 2019.

Folgende Massnahmen wurden ausgearbeitet

Erstinformation und Integrationsförderbedarf: Flüchtlinge werden nach Ankunft in Uri eingehend über ihre neue Lebenssituation, ihre Rechte und Pflichten und den anstehenden Integrationsprozess informiert.

Case Management: Während des gesamten Integrationsprozesses werden Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene von einem Case Management begleitet. Das Case Management erstellt auf der Grundlage einer Potenzialabklärung einen individuellen Integrationsplan und initiiert und überwacht die Umsetzung der festgehaltenen Massnahmen.

Sprachförderung: Möglichst rasch nach Ankunft in Uri können die Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen den Basisdeutschkurs besuchen. Anschliessend können Intensiv- oder Niveaukurse bis zum Sprachniveau B1 besucht werden.

Soziale Integration: Es wird eine Koordinationsstelle geschaffen; sie unterstützt und begleitet bestehende und neue Projekte im Bereich der sozialen Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen.

Ausbildungs- und Arbeitsmarktfähigkeit: Das zweijährige Integrative Brückenangebot (IBA) am Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri bereitet Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene im Alter von 16 bis 25 Jahren auf die berufliche Grundbildung vor. Ein Job-Coach unterstützt jene Personen, die ohne berufliche Grundbildung nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt eintreten möchten.

Frühe Kindheit: Kinder aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen im Vorschulalter besuchen während mindestens zwei Halbtagen pro Woche eine Spielgruppe oder eine Kindertagesstätte zur Förderung der deutschen Sprache und der Sozialkompetenzen.

Wertvolle Investition in die Zukunft

Am Erstintegrationsprozess sind verschiedene Direktionen und Institutionen beteiligt. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den drei involvierten Direktionen (BKD, GSUD, VD) wird mit der Umsetzung des Konzepts verstärkt. «Um die einzelnen Massnahmen aufeinander abzustimmen und einen möglichst nahtlosen Integrationsprozess zu gewährleisten, ist auch eine verstärkte Steuerung sowohl auf operativer als auch auf strategischer Ebene notwendig», heisst es in der Mitteilung. «Dank dem optimal koordinierten Auf- und Ausbau der Integrationsmassnahmen und einer engen interinstitutionellen Zusammenarbeit sollen die vom Bund gesetzten Wirkungsziele minimal erreicht und maximal übertroffen werden.»

Mit der verbesserten Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen würden nicht nur das Ausgabenwachstum in der Sozialhilfe gebremst und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt. «Es ist auch zu erwarten, dass das Bildungssystem entlastet wird, weil Kinder aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen bereits mit Kenntnissen der deutschen Sprache in den Kindergarten starten und jugendliche Flüchtlinge besser vorbereitet in die Berufsbildung eintreten», so die Bildungsdirektion. «Auch die Wirtschaft profitiert von inländischen Arbeitskräften, die dank guter Vorbereitung rascher im Arbeitsleben Fuss fassen können.»

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