Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

INTERPELLATION: Nicht nur der Urnersee soll profitieren

Was soll mit dem Ausbruchmaterial des zweiten Gotthard- Strassentunnels geschehen? Urner Landräte wollen das Material vielseitig verwenden.
Matthias Stadler
Das Reussdelta im Urnersee – aufgewertet mit Ausbruchmaterial des Gotthard-Basistunnels. (Bild: PD)

Das Reussdelta im Urnersee – aufgewertet mit Ausbruchmaterial des Gotthard-Basistunnels. (Bild: PD)

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Zwischen 2000 und 2007 wurden die Inseln im Reussdelta des Urnersees aufgeschüttet. Seither haben sie sich zu einem wahren Treffpunkt für Wasserratten und Familien entwickelt. Auch die Natur hat davon profitiert. Benutzt wurde unter anderem Aushubmaterial des Gotthard-Basistunnels. Rund 3,3 Millionen Tonnen Gestein brauchte es dafür.

Mit dem Bau des zweiten Gotthard-Strassentunnels und des Sisiger Tunnels der Axenstrasse wird in Zukunft erneut Aushubmaterial aus den Bergen geholt. Geplant ist, dass ein Teil dieses Gesteins wieder für Seeschüttungen benutzt wird. So soll es eine Renaturierung der Flachwasserzonen im Urnersee geben (Ausgabe vom 15. Februar 2017).

Der Altdorfer CVP-Landrat Simon Stadler will nun vom Urner Regierungsrat mittels einer Interpellation wissen, ob das Material nicht auch für andere Zwecke genutzt werden könnte. Konkret will Stadler zusammen mit Zweitunterzeichner Toni Gamma (FDP, Gurtnellen) und den Mitunterzeichnern Christian Arnold (SVP, Seedorf) sowie Nora Sommer (SP, Altdorf) von der Urner Regierung Folgendes wissen:

Welche konkreten Forderungen hat der Regierungsrat im Zusammenhang mit der Verwendung des Ausbruchmaterials des Gotthard-Strassentunnels im Kanton Uri bisher gegenüber dem Bundesamt für Strassen (Astra) gestellt?

Ist der Regierungsrat auch der Meinung, dass mit dem Ausbruchmaterial neben der Seeschüttung weitere Massnahmen wie beispielsweise Verbesserungen beim Schutz der Bevölkerung etwa vor Lärm- und Schadstoffimmissionen prüfenswert sind?

Ist der Regierungsrat bereit, solche weiteren Massnahmen zu prüfen und vom Astra zu fordern? Ist er beispielsweise konkret auch bereit, mit dem Ausbruchmaterial den Lärmschutz an bestimmten Stellen entlang der Autobahn A2 (etwa zwischen Amsteg und Göschenen) oder eine Verlängerung der Galerie in Erstfeld zu prüfen und vom Astra zu fordern?

Ist der Regierungsrat bereit, bei solchen möglichen Massnahmen auch Bedürfnisse von Gemeinden einzuholen und die Gemeinden einzubeziehen?

Ist der Regierungsrat bereit, zu prüfen, ob und wie das Ausbruchmaterial der Verwirklichung der Zielsetzungen des Agglomerationsprogrammes Unteres Reusstal dienen kann?

Findet der Regierungsrat auch, dass Uri vor einer vertieften Prüfung von weiteren möglichen Verbesserungsmassnahmen sich vertraglich mit dem Astra noch nicht auf ein einziges Projekt binden lassen darf?

Airolo als Vorbild für Uri

Simon Stadler begründet die Interpellation damit, dass bis anhin keine öffentliche Diskussion über die optimale Verwendung des Ausbruchmaterials stattgefunden habe. Im Tessin sei das anders. Airolo habe mit Forderungen beim Astra Erfolg gehabt. So könne die Autobahn einen Kilometer lang überdeckt werden.

Der CVP-Landrat stellt sich nicht gegen weitere Seeschüttungen. Doch sei es der richtige Zeitpunkt, dass auch in Uri mindestens ein Teil des Materials für weitere Aufwertungsmassnahmen verwendet werde. So könne etwa die Galerie in Erstfeld mit dem Material verlängert werden. Ausserdem solle überlegt werden, ob die Gemeinden auch Anliegen einbringen könnten, die dann gegenüber dem Astra vorzutragen wären. Schliesslich zeige sich das Astra offen dem gegenüber.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.