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Isenthal: Ausstellung über Fremdenverkehr-Pioniere

Mit einer Ausstellung zeigt die Kulturkommission an der Kilbi eine fotografisch-filmische Chronik der Pioniere des frühen Fremdenverkehrs und der Isenthaler Tourismusgeschichte. Einer von ihnen erbaute ein Berggasthaus und eine Skiliftanlage.
Die Weltrekordleiter der Via Urschweiz ziert seit dem 8. Juli 2018 den Dorfaufgang beim Schulhaus Isenthal. (Bild: PD)

Die Weltrekordleiter der Via Urschweiz ziert seit dem 8. Juli 2018 den Dorfaufgang beim Schulhaus Isenthal. (Bild: PD)

Erstmals würdigt die Kulturkommission mit der diesjährigen Kilbiausstellung «Isenthal – im Herzen der Via Urschweiz» die Verdienste der Menschen, die sich in Isenthal für Gastfreundschaft und den Wandertourismus eingesetzt haben. Ein Höhepunkt war der Bau der Weltrekordleiter im Juli an der Eröffnung des Kulturwanderwegs Via Urschweiz. Mit 207 Sprossen und 69 Metern Länge ziert sie den alten Schützenhausweg beim Schulhaus. Die Via Urschweiz bildet den vorläufigen Schlusspunkt der Tourismusgeschichte. Auch da ging es um die Entwicklung im Dorf. Die Chronik zeigt, wie es Generationen von Bergbauernfamilien waren, die mit einer gepflegten Kulturlandschaft die Basis für den Natur- und Bergtourismus legten.

Die Kilbiausstellung weist auch auf Vergessenes oder Misslungenes hin. Beispielsweise, wie der Fremdenverkehr Anfang des 20. Jahrhunderts dazu beitrug, die Verdienstmöglichkeiten zu verbessern. Oder wie die Naturparkidee scheiterte. Es brauchte Pioniere. Und es gab solche, die an ihre Idee glaubten und Geld und Arbeit investierten. Bis heute sorgt der Tourismus für bescheidenen Verdienst, für einige Vollerwerbs- und eine beträchtliche Anzahl Teilzeitstellen.

Der Schottisch «Vo dr Müsänalp üfä Ürirotstock»

Zu den Pionieren darf man den Musenälpler Martin Bissig (1893–1957) zählen. Schon ab 1915 zog es ihn mit Ziegen und Kühen auf seine Alp. Ende des 19. Jahrhunderts boomte der Bergtourismus. Immer mehr Leute kletterten auf den weit sichtbaren Urirotstock. Die Erstbesteigung vermutet man im Jahr 1834. Im Jahr 1890 reichte ein Berner Ingenieur ein kühnes Bahnprojekt ein mit einem 2,4 Kilometer langen Tunnel. Er zog es zurück.

Der Urirotstock war nur in zwei Tagen zu schaffen. Man marschierte ab der Schifflände Isleten und bezog auf der Biwald- oder Musenalp das Nachtlager. Der Musenälpler improvisierte einige Betten. Zugleich sorgte er für Sicherheit. Er besserte den Weg zum Gipfel aus. Um 1930 erbaute er ein Haus mit Massenlager. Nach seinem Tod 1957 übernahmen sein Sohn Josef und dessen Frau Emmi die Alp. Sie bauten 1963 die Küche und die Gaststube aus. 1999 traf sie das Schicksal. Eine Lawine zerstörte die ganze Existenz – man baute wieder auf. Seit 2017 leiten Klaus und Trudy Bissig das Berggasthaus mit den 30 Nachtplätzen.

Viele Volksmusikanten zieht es gelegentlich hinauf, so auch den Andermatter Volksmusiker Fränggi Gehrig. Speziell zur Eröffnung der Via Urschweiz komponierte er die Mazurka «D’Via Urschiiz durs Isital» und den Schottisch «Vo dr Müsänalp üfä Ürirotstock». Beide Stücke wird man an der Kilbi-Vernissage hören, gespielt von der Isenthaler Jungformation Chlitalsträssler.

Gitschener Pioniere und die Alpenmode

Die Alp Gitschenen auf 1600 Metern über Meer ist wohl die beeindruckendste Kulturlandschaft in Isenthal, ein beliebtes Naherholungsgebiet und Ausgangspunkt für Berg- und Skitouren. Einer der frühen Pioniere war Walter Bissig («Gitschener Walter»). Er eröffnete 1957 das neu erbaute Berggasthaus mit Skiliftanlagen und leitete den Betrieb mit seiner Frau Cecile bis Ende der 80er-Jahre. Die Nachfrage war so gross, dass er 1964 das Gasthaus um das Doppelte erweiterte.

Die wasserbetriebene Seilbahn wurde abgerissen. Sie war zu gefährlich, um Kinder auf den weiten Schulweg zu schicken. Die Seilbahngenossenschaft baute die Bahn 1956 am heutigen Ort und ergänzte sie Anfang der 80er-Jahre mit Achterkabinen. Auch der Skilift und der Kiosk blieben erhalten und werden seit 1995 von der neu gegründeten Skilift-Genossenschaft getragen.

Das Berggasthaus wurde zunehmend ein Ort der Volksmusik und des Festes. Nach der Übernahme 1990 durch das Wirtepaar Herger-Kieliger wurde das Haus erneuert und stilvoll mit Stickereien und Kunsthandwerken ausgestattet. Das Haus entfaltete eine grosse Dynamik. Es wurde bekannt als Alpenkurszentrum für Volkskultur, Musik und Textilkunst (Nadelmalerei). Mit der Alpenmode und der hauseigenen Zeitschrift «Gitschener Post» erreichte der Betrieb ein nationales Renommee mit verschiedenen Auszeichnungen.

Das Buch «Erlebnis Gitschenen» dokumentiert diese Zeit. Es beschreibt die Landschaft, Lebensräume und sechs Familien und gewährt einen tiefen Einblick in die Kulturgeschichte der Alp. Beeindruckend ist die Biodiversität. Auf trockenen Magerwiesen, Flachmooren, Alpweiden, am Bach und im Wald gibt es eine enorme Vielfalt.

Die Verkehrs- und Wanderwegkommission prüfte die Idee eines Naturlehrpfads. Eine Arbeitsgruppe entwickelte mit dem Biologen Walter Brücker ein Projekt. Der einstündige Rundweg wurde 1996 im Anschluss an das Gemeinde-Mitwirkungsprojekts «midänand wyytersluägä» errichtet und stiess von Beginn an auf grosses Interesse. Für die Realisierung dieses Naturlehrpfads Gitschenen erhielt Isenthal 1995 den Kantonalen Umweltschutzpreis, zwei Jahre später den Montagna-SAB-Berggebietspreis. Im Jahr 2009 erbaute die einheimische Alpstubli GmbH am Naturlehrpfad das Alpbeizli mit Spielplatz, auch dies eine Initiative von Isenthal Tourismus mit Isenthaler Initianten. (pd/ml)

Die Vernissage der Kilbiausstellung findet am Samstag, 20. Oktober, um 20 Uhr in der Turnhalle statt. Umrahmt wird die Vernissage vom Jodelchörli Isenthal und dem Amouri-Chor. Die Ausstellung ist am Samstag von 10 bis 22 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr und am Montag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

Das läuft an der Kilbi

Die Isenthaler Kilbi wartet mit vielseitigem Programm auf: Am Freitag und Samstag, 19. und 20. Oktober, wird ab 20 Uhr zum Tanz ins Hotel Urirotstock mit dem Ländlertrio Echo vom Heubodä und dem Echo vom Urnerländli geladen. Am Kilbisonntag, 21. Oktober, 9.30 Uhr, gibt es einen Festgottesdienst. Ab 13 Uhr werden im Gasthaus Tourist und im Hotel Urirotstock Kilbispezialitäten serviert und Volksmusik gespielt. Ab 18 Uhr wird im «Urirotstock» zur Musik von Isenthaler Jungformationen und dem Ländlertrio Echo vom Schlierä getanzt. Am Montag, 22. Oktober, geht der Tanz im «Urirotstock» weiter; ab 13 Uhr spielen die Gebrüder Rickenbacher, ab 20 Uhr die Kapelle Schuler-Muheim auf. Mehr Informationen gibt es unter www.isenthal.ch (pd/eca)

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