Isenthal: Das Wasserschloss ist kostbar und zerstörerisch zugleich

Die Kulturkommission zeigt im Kulturraum der Gemeindekanzlei vielfältige Bilderwelten zum «Wasserschloss Isenthal».

Josef Schuler
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Das Kraftwerk Kleintal der EWA erhielt im Frühjahr ein Zertifikat des Labels naturemade start.

Das Kraftwerk Kleintal der EWA erhielt im Frühjahr ein Zertifikat des Labels naturemade start.

Bild: PD

Seit ein paar Jahren entwickelte sich zwischen Uri Tourismus und der Tourismusregion Klewenalp mit den Seegemeinden eine konstruktive Zusammenarbeit. «Es lohnt sich. Wir haben viele Veränderungen bewirkt und positive Neuausrichtungen angepackt», ist Ruedi Bissig überzeugt, der auch beim Aufbau des Vereins Tourismusregion Klewenalp aktiv mitwirkte. «Doch im März erhielt die ganze Aufbauarbeit durch Corona einen unerwarteten Dämpfer. Trotzdem kamen in dieser Zeit die Wanderer in Scharen. «Die nahe Heimat ist hoch im Kurs, das motiviert uns», erklärt der Präsident von Isenthal Tourismus. «Wir möchten unseren Wandergästen authentische Erlebnisse und wertvolle Kostbarkeiten vermitteln, beispielsweise die wassergeformte Landschaft und die Geologie. Wir werden nicht nur den Nutzen, sondern auch auf Naturgefahren hinweisen.»

Zusammenarbeit in der Klewenregion

Die Tourismusregion Klewenalp bestimmte Wasser für die Jahre 2020/2021 als übergeordnetes touristisches Leitthema. «Als wasserreiches Tal haben wir viel zu bieten», zeigt sich Peter Gasser überzeugt. «Schon 2005 thematisierten wir an der Kilbiausstellung das «Wasserschloss Isenthal». Die Ausstellungstafeln sind druckbereit, neu aufgezogen und gestaltet», freut sich der Präsident der Kulturkommission.

Zwischen Isleten und der Gletscherwelt am Urirotstock entdeckt man eine bizarre Erscheinungsvielfalt. Es sind schliesslich die Gletscher und Bäche – gewaltige Naturkräfte, welche die Vierwaldstättersee-Region formten. Für Martina Nestler, Destinationsleiterin der Region Klewenalp, leistet Isenthal mit der Ausstellung einen wertvollen touristischen Beitrag. «Unsere Region hebt sich von andern ab durch eine unverkennbare Natur- und Kulturlandschaft mit Seen, Bächen und Gletschern», so Martina Nestler. «Mit diesen Highlights punkten wir aber nicht nur im Sommer. Die Schneelandschaften und das reiche Freizeitangebot locken auch im Winter viele Gäste an.»

Vielfalt des Wassers

Das Isental beherbergt fünf Bäche, mehrere Gletscher und Schneelawinenzüge. Das Wasser ist zugleich wertvolle Energiequelle. Es gibt hier die Kraftwerke Kleintal und Isenthal-Bolzbach (EWA) und mehrere Wassergenossenschaften. Die Ausstellung zeigt das Wasserschloss als prägende Kraft, das die landschaftliche Vielfalt und die typisch geformten U- und V-Täler schuf. Man erfährt vom Gletscherrückzug und den Auswirkungen, vom Hoch- und Schmelzwasser, von Rinnsalen, die reissende Bäche werden. Und immer wieder formten Klima, Hochwasser und Murgänge eine neue dynamische Landschaft. Nicht nur im August 2005, auch 1935 oder 1937, wo der Grosstalweg grösstenteils weggeschwemmt und verschüttet wurde. Zwei Tafeln zeigen die Schönheiten, die stets Wanderherzen erfreuen: Die Bilderreise des Wassers vom Quellgebiet bis zur Deltamündung, die Bachufer und Wasserfälle. Beeindruckend dargestellt werden die Moorlandschaften auf Gitschenen oder das Amphibien-Laichgebiet auf dem Weg zum Schwalmis.

65 Jahre Kraftwerk Isenthal

Der Alpenraum war immer mit dem Element Wasser verknüpft, nur wurde Wasser relativ spät industriell genutzt. In Isenthal wird die «weisse Kohle» seit 65 Jahren für die Elektrizitätsgewinnung produziert. Die Ausstellung zeigt, dass der politische Prozess eine Zerreissprobe war. Geplant war 1908 ein Wasserdruckstollen von Isenthal direkt in den Seelisbergersee, 1921 erhielt das EWA die Konzession zugesprochen. Doch der See erwies sich als undicht. Ein Jahrzehnt später freuten sich die Isenthaler, dass das Kraftwerk auf Gemeindeboden an der Isleten zu stehen kommen sollte, man erhoffte sich höhere Steuereinnahmen. Die unerfreuliche Überraschung folgte später. Denn 1952 wurde ein neues Projekt aufgelegt mit einer Zentrale in Bolzbach auf Seedorferboden. Isenthal gab sich mit einer Abfindungssumme zufrieden. 1955 wurde das 9,3 Millionen Franken teure EWA-Werk in den Betrieb genommen. Das Kleintalkraftwerk wurde erst 1959 eröffnet. (pd)

Sommerausstellung Wasserschloss Isenthal, Gemeindekanzlei, geöffnet während Bürozeiten. Führungen auf Anfrage: Isenthal Tourismus 079 510 49 58, tourismus@isenthal.ch