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ISENTHAL: Hier gibt «die Katze» den Takt an

Trotz eines rassigen Rhythmus sind die Isenthaler Katzenmusiker äusserst gemächlich unterwegs – und das aus gutem Grund: Sie wollen nicht bereits nach wenigen Minuten am Ziel sein.
Elias Bricker, Isenthal
Buntes Treiben in Isenthal: Ruth Infanger (links) führt die Katzenmusik an. (Bild: Elias Bricker (Isenthal, 23. Februar 2017))

Buntes Treiben in Isenthal: Ruth Infanger (links) führt die Katzenmusik an. (Bild: Elias Bricker (Isenthal, 23. Februar 2017))

Elias Bricker, Isenthal

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Isenthal ist ein Spezialfall: Hier gibt es keinen Verein, der die Fasnacht durchorganisiert, wie in den meisten anderen Urner Gemeinden. Nein. In Isenthal wissen einfach alle: Am Schmutzigen Donnerstag trifft man sich um 19.30 Uhr im «Gummä» (Heimwesen beim Dorfeingang).

Damit bei der Katzenmusik trotzdem alles rund läuft, dafür sorgt seit Jahren vor allem Rita Herger von der Schattigmatt. Sie ist die eigentliche Organisatorin der Isenthaler Katzenmusik. «Ich bin schon ein bisschen fasnachtsverrückt», sagt sie. Bereits am Nachmittag sei sie mit einem Bus und Anhänger nach Altdorf gefahren und habe gut fünfzig Pauken und Trommeln geholt. Diese werden jeweils von der Katzenmusikgesellschaft Altdorf zur Verfügung gestellt.

Lautes Schlussbouquet im Restaurant

Rund 90 Fasnächtler beteiligten sich vorgestern am Katzenmusikumzug – darunter auffällig viele Junge. «Für viele Isenthaler und Exil-Isenthaler ist der Schmutzige Donnerstag ein Muss», sagt Rita Herger. Eine solche Exil-Isenthalerin ist auch Ruth Infanger. Seit mehr als zwanzig Jahren gibt die Schattdorferin den Takt an. «Für viele Junge bin ich deshalb einfach ‹die Katze›», sagt sieAABB22– und lacht herzerfrischend.

Der Umzug am Donnerstag führte einmal durchs Dorf bis hinauf zum sogenannten Stutz und dann wieder zurück zum Hotel Urirotstock. Doch obwohl «die Katze» einen rassigen Rhythmus vorgab, war die Katzenmusik in einem äusserst gemächlichen Tempo unterwegs. «Wir dürfen nicht zu schnell marschieren, sonst sind wir ja bereits nach wenigen Minuten am Ziel», erklärte eine junge Trommlerin. Unterwegs gab es zudem zwei Zwischenhalte bei Privatpersonen, wo vor den Häusern Kaffee, Wein und Kuchen serviert wurde.

Doch wer nun glaubt, die Isenthaler würden nur den Katzenmusikmarsch spielen, irrt. Spontan stimmten die Bläser zwischendurch auch andere Melodien an – so etwa den Hit «Von den blauen Bergen kommen wir» oder den Guggen-Klassiker «Hello Mary Lou».

Um 23 Uhr endete die Katzenmusik schliesslich im «Urirotstock», wo sich Fasnächtler in die Gaststube zwängten und zum ohrenbetäubenden Schlussbouquet ansetzten. Anschliessend stieg die grosse Party mit dem Echo vom Schliärä und DJ Momoll.

Als kurz vor 4 Uhr in der Früh das Wirtepaar die letzten Tänzer zum Gehen aufforderte, war aber für einige Fasnächtler noch nicht Schluss. Stattdessen machten sie sich auf zum traditionellen Morgenstreich – und das an einem Freitag. Isenthal ist eben in vielerlei Hinsicht ein Spezialfall.

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