ISENTHAL: Walker war ein gefragter Mann

Er bekleidete in seinem Leben fast alle wichtigen Ämter in der Gemeinde. An der Kilbi wird Michael Walkers jahrzehntelanges Wirken in einem Film gewürdigt.

Josef Schuler
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Das Birchihaus vor dem Umbau, mit Blick talauswärts. (Bild: PD)

Das Birchihaus vor dem Umbau, mit Blick talauswärts. (Bild: PD)

An der Isenthaler Kilbi am kommenden Wochenende gibt es ein besonderes Filmdokument zu sehen. Es zeigt alt Gemeindeschreiber Michael Walker. Dieser musste als Ältester von 12 Kindern früh Verantwortung übernehmen. Der Hobbyfilmer Erich Bricker schuf einen eindrücklichen Film.

Josef Walker, der Vater von Michael, wurde als Kind Vollwaise und kam als Knecht von Bürglen ins Isenthal. Er erwarb das Birchi und heiratete 1894 Anna Aloisia Gisler. Das zweite und das dritte Kind starben kurz nach der Geburt, und die Mutter starb beim vierten Kind. Fünf Jahre dauerte die zweite Ehe. Sie blieb kinderlos, und Severina Gisler starb an einem unheilbaren Leiden. Josef Walker lernte nun Franziska Bissig kennen und heiratete ein drittes Mal. Als gefragter Mann stand er jahrelang im Dienste der Öffentlichkeit, bekleidete alle Chargen der Gemeinde und Korporation und wurde 1921 zum Landratspräsidenten und 1931 ins Obergericht Uri gewählt.

Wie der Vater, so der Sohn

Michael Walker (1911–1998) war nun der Älteste der zwölf Kinder. Vier Geschwister starben bei oder kurz nach der Geburt. Als sein Vater viel zu früh verschied, musste er als einziger volljähriger Sohn mit Mutter Franziska die verantwortliche Leitung des Landwirtschaftsbetriebes übernehmen. Michael war pflichtbewusst. Er war ein stiller Schaffer und kein Mann der grossen Worte. Doch Kompetenz, die kräftige Statur und später der weisse lange Bart trugen ihm Respekt ein. Wie schon sein Vater diente er der Gemeinde. 48 Jahre in der Gemeindefürsorge und ebenso lang übernahm er Chargen in der Allmend-Bürgergemeinde. Im Gemeinderat bekleidete er die Ämter bis zum Präsidium. Von 1956 bis 1981 war er Gemeindeschreiber.

Auch als Richter tätig

Zahlreiche Organisationen wie Milchverwertungsgenossenschaft, Wasserversorgung, Krankenkasse Concordia oder der Zweckverband Kehrichtbeseitigung nahmen seine Dienste in Anspruch. Die Wahl ins Landgericht Uri war schliesslich eine öffentliche Anerkennung seiner kompetenten, ehrlichen Art. Seine Bescheidenheit und Zufriedenheit wurden weitherum geschätzt. Vierzig Jahre diente er als Kirchensigrist, ein Amt, das er als Berufung empfand. Im Jahre 1945 heiratete Michael Agnes Arnold. Für seine Familie und die neun Kinder erbaute er 1960 das Eigenheim im Gärtli. Seine Leidenschaft blieb die Landwirtschaft, und sein Hobby war der grosse Garten und die Kleintierhaltung.

Als er altershalber kürzer treten musste, schrieb er das Buch «Isenthal im Wandel der Zeit». Mit 87 Jahren schloss er sein eindrückliches Lebenswerk ab.

Kilbi dauert vier Tage

Nach dem traditionellen Handwerksmarkt bildet die Isenthaler Kilbi das zweite Herbstfest. Nur dank freiwilliger Helfer ist es der Isenthaler Kulturkommission möglich, die Aktivitäten durchzuführen. Die Kilbi beginnt bereits am Freitag und dauert bis Montag. Im Schulhaus sind die Ausstellung und der Film «Weisch nu?» zu sehen.

Höhepunkt der Isenthaler Kilbi ist das Blasmusikkonzert der Musikgesellschaft Isenthal am Sonntagnachmittag. In den Gaststätten Tourist und Urirotstock gibt es von Freitag bis Montag Volksmusik und Tanz.

Im Hotel Urirotstock und Gasthaus Tourist treffen sich Volksmusikfreunde und Ländlerformationen wie Gantä­gruess, Bodeständig von Frutigen, das Echo vom Schlierä, die Gebrüder Rickenbacher oder die Kapelle Schuler-Muheim. Wiederum werden Spezialitäten wie Kabis & Schaffleisch oder Wild aus dem Tal angeboten.